Sicherheitsschlüssel nachmachen – das sollten Sie beachten

Sicherheitsschlüssel besitzen äußerst praktische Funktionen: Sie erlauben es ihren Nutzern, Zugang zu verschiedenen Bereichen einer Wohnanlage oder Betriebsstätte zu erlangen. Für ein Mehrfamilienhaus bedeutet dies zum Beispiel, dass Sie damit die Haustür, die Kellertür und Ihre eigene Wohnungstür öffnen können, die privaten Türen Ihrer Nachbarn Ihnen jedoch verschlossen bleiben. Die Mehrfachfunktion birgt natürlich einige Risiken, und genau darum ist das Nachmachen dieser Schlüsselsorte auch erschwert.

So erhalten Sie einen neuen Sicherheitsschlüssel

Keine Kopie ohne Zertifikat oder Sicherheitskarte

Wer einen herkömmlichen Schlüssel nachmachen lassen möchte, der geht ganz einfach zum nächsten Schlüsseldienst und investiert ein paar Euros in die schnell hergestellte Kopie. Das läuft beim Sicherheitsschlüssel vollkommen anders, für eine Reproduktion benötigen Sie immer ein passendes Zertifikat oder die zugehörige Sicherheitskarte. Beides bewahrt normalerweise der Gebäudeeigentümer auf, oder eine zu diesem Zweck eingesetzte Person, wie der Hausmeister oder eine Hausverwaltung. Diese Regelung ist notwendig, denn mit jedem existierenden Schlüssel wächst das Risiko, dass sich fremde Personen in Teilen des Gebäudes oder sogar in der kompletten Anlage frei bewegen können.

Nicht alle Hausbesitzer geben das Zertifikat heraus

Selten geben Hausbesitzer das Zertifikat oder die Sicherheitskarte heraus, sondern sie tendieren eher dazu, bei entsprechender Notwendigkeit selbst eine Schlüsselkopie anfertigen zu lassen und sich die Schlüsselnummern und deren Inhaber sorgfältig zu notieren: Nur so behalten sie stets die Übersicht über die kursierenden Schlüssel. Einige Verwalter stellen den Gebäudenutzern auch Schlüsselkarten inklusive zugehöriger ID aus, sodass sich die jeweiligen Inhaber eigenständig Schlüsselkopien anfertigen können. Den Schlüsseldiensten ist es übrigens nicht erlaubt, Sicherheitsschlüssel mit eingravierter Nummer ohne zugehöriges Zertifikat zu kopieren.

Nicht jeder Schlüssel darf so einfach nachgemacht werden

Diese Kosten fallen an

Benötigen Sie einfach nur einen zusätzlichen Schlüssel oder ist Ihr derzeitiger Schlüssel defekt? In beiden Fällen haben Sie Glück, denn die Kosten der Reproduktion werden sich »nur« auf ungefähr 30 bis 100 Euro belaufen. Kopien herkömmlicher Schlüssel sind bereits ab etwa 7 Euro zu haben, doch diese spezielle Sorte ist um einiges teurer. Zum einen bedeutet die Reproduktion einen größeren Aufwand für den Schlüsseldienst, zum anderen können durchaus auch Gebühren für den Verwaltungsaufwand anfallen, wenn zum Beispiel eine Immobilienverwaltung tätig werden muss.

Grundsätzlich gilt: Wer einen weiteren Schlüssel wünscht oder seinen alten beschädigt hat, muss ihn auch selbst bezahlen.

Tipp: Falls Sie denken, zu wenige Schlüssel ausgehändigt bekommen zu haben, können Sie eventuell mit Ihrem Vermieter oder dem entsprechenden Schlüsselverwalter verhandeln, ob er die Kosten übernimmt. Eines benötigen Sie aber auf jeden Fall, wenn Ihnen das zugehörige Gebäude nicht gehört: die Erlaubnis des Besitzers oder seines Vertreters.

Wird das Miet- oder Arbeitsverhältnis gekündigt, müssen Sie sämtliche Schlüssel, auch die nachgemachten, wieder abgeben. Möchte der Hausbesitzer die mit seiner Erlaubnis nachgemachten Schlüssel nicht bezahlen, können Sie diese vor seinen Augen vernichten. Freundlicher wäre es allerdings, sie trotzdem auszuhändigen.

Nicht nur der Schlüsseldienst hat seinen Preis, auch die Folgekosten haben es in sich.

Sollten Sie Ihren Sicherheitsschlüssel verloren haben, können Sie sich auf eine erheblich höhere Rechnung gefasst machen. Der abhandengekommene Schlüssel könnte nämlich in falsche Hände geraten und so zu einem erhöhten Risiko für Einbruch und Vandalismus werden. In diesem Fall müssen sämtliche relevanten Schließzylinder der betreffenden Anlage ausgetauscht werden, und das auf Ihre Kosten. Dabei kommen je nach Anzahl der Schlösser einige hundert bis Tausende Euros zusammen. Wenn Sie also regelmäßig einen Sicherheitsschlüssel nutzen, dann können wir nur empfehlen, eine passende Versicherung abzuschließen, um sich im Ernstfall nicht finanziell zu ruinieren. Folgende Einrichtungen besitzen häufig Schließanlagen mit entsprechenden Sicherheitsschlüsseln:

  • Mehrfamilienhäuser
  • Hochhäuser
  • zusammengehörige Wohnblocks
  • größere Betriebe
  • Schulen und Kindergärten
  • Vereine verschiedenster Art
  • Freizeitanlagen wie Bäder und Erlebnisparks

So sichern Sie sich finanziell gegen den Schlüsselverlust ab

Verfügen Sie über einen Sicherheitsschlüssel, der zu einer solchen Anlage gehört, sollten Sie mit Ihrer Versicherung darüber reden. In der Hausratversicherung sind normalerweise nur eigene Schlüssel enthalten, doch normalerweise lässt sich die bestehende Haftpflichtversicherung mit einer Sicherheitsschlüsselversicherung ergänzen: Wählen Sie die Haftungssumme entsprechend der Schlösserzahl und Anlagengröße. Ein gewisser Selbstbehalt sichert Ihnen eine möglichst niedrige Prämie.

Tipp: Prüfen Sie das Angebot Ihrer Versicherung ganz genau darauf, ob es auch die Folgen aus dem Schlüsselverlust abdeckt, wie Einbruch und Diebstahl oder auch die Notabsicherung des betreffenden Gebäudes. Schauen Sie auch genau hin, welche Verlustarten im Vertrag enthalten sind: Sind auch grobe Fahrlässigkeit und Raub inbegriffen?

Quellen:

http://www.anwaltauskunft.de/magazin/gesellschaft/panorama/1102/schluessel-nachmachen-muss-man-den-vermieter-fragen/

http://de.bringmeback.com/Schluessel-nachmachen

banner