Satteldach – Neigung und Kosten eines Satteldaches

 

Das Satteldach stellt hierzulande mit Abstand die beliebteste Dachform für private Wohngebäude dar, und das nicht ohne Grund: Es gilt als preiswert und äußerst praktisch. Neben vielen weiteren Vorzügen bringt das Satteldach allerdings auch ein paar Nachteile mit sich: Wir vergleichen die Licht- und Schattenseiten.

Das Satteldach: eine einfach geniale Konstruktion

Genialität liegt oftmals in der Einfachheit, dies zeigt sich auch beim Satteldach: Bei dieser Dachform neigen sich zwei Dachflächen bis zum First zueinander, dadurch entsteht eine stabile Dreiecksform, die das Regenwasser zu beiden Seiten einfach abfließen lässt. Der First schließt bei vielen Gebäuden mit dem Giebel ab, manchmal ragt er aber auch ein wenig über ihn hinaus. Die Konstruktionsart besitzt eine lange Tradition, sie besteht aus tragenden Pfetten mit aufliegenden Sparren.

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Ein grünes Satteldach

Die Vorteile dieses Daches auf einem Blick

Die einfache aber solide Konstruktion schlägt sich im vergleichsweise geringen Preis nieder, was wohl der Hauptgrund für die häufige Verwendung sein dürfte. Zugleich bringt das Satteldach noch einige weitere Vorteile mit sich:

  • Variabilität: Satteldach ist nicht gleich Satteldach, eine Fülle unterschiedlicher Traufhöhen und Dachneigungen tragen zur Individualisierung bei. Außerdem stehen noch viele verschiedene Eindeckungen zur Auswahl – und mit einer perfekt integrierten Gaube ergibt sich schon wieder ein ganz anderes Bild.
  • Geringe Instandhaltungskosten: Das Satteldach besteht aus zwei durchgehenden Dachschrägen, die das Regenwasser zügig nach unten ableiten. Bei einem intakten Dach entsteht keine Pfützenbildung und auch der meiste Schmutz wird immer wieder abgespült. Dies bewirkt, dass diese Dachform in der Regel lange hält und kaum gewartet werden muss.
  • Witterungsbeständigkeit: Die Witterung kann dem Satteldach nur wenig anhaben, manchmal gehen im Sturm ein paar Dachpfannen verloren. Doch bei solider Konstruktion kann der Hausbesitzer davon ausgehen, dass sein Dach der hierzulande üblichen Witterung standhält, da es sich mit geringem Aufwand abdichten lässt.
  • Passt in viele bestehende Siedlungsgebiete: In den vielen Ortschaften haben sich ganze Satteldachsiedlungen gebildet, hier passt ein weiteres Haus mit dieser Dachform gut hinein. Die örtlichen Baugesetze schreiben in diesem Fall für Neu- oder Umbauten oft sogar das Satteldach vor. Aber auch in Siedlungen mit gemischten Dachvarianten sind im Normalfall Satteldächer erlaubt und gern gesehen.
  • Dachgeschossausbau möglich: Bei einer üblichen Dachneigung zwischen 38 und 45 Grad bietet das Satteldach genügend Raum für Wohn- und Nutzräume unter dem Dach. Das Leben unter den Schrägen wird sogar oft als besonders behaglich angesehen, Fenster lassen sich sowohl in das Dach als auch an die Giebelseiten montieren. Eine Gaube erweitert die Wohnfläche.
Unser Tipp: Wählen Sie in stürmischen und regnerischen Gebieten ein möglichst stark geneigtes Satteldach, hier fließt das Wasser schnell wieder ab und die Oberfläche trocknet zügig. In Regionen mit viel Schnee schützen Auffanggitter am Dachrand gegen Schneelawinen, manche Bauherren setzen in diesem Fall auch auf ein flach geneigtes Dach.

Die Nachteile des Satteldaches unter der Lupe

  • Je steiler das Dach, desto weniger Wohnraum: Im Vergleich zum Mansarden- oder Pultdach bietet ein Haus mit Satteldach weniger bewohnbare Fläche unter dem Dach. Umso steiler die Dachneigung ausfällt, desto mehr schrumpft der zur Verfügung stehende Platz. Die Einrichtung eines Raumes unter steilen Schrägen gestaltet sich schwierig, speziell gefertigte Möbel dienen häufig als Lösung. Dies kann ziemlich teuer werden, wenn der Wohnungsinhaber nicht selbst Hand anlegt.
  • Tagelichteinfall hauptsächlich durch Dachfenster: Die meisten Wohnräume unter dem Satteldach besitzen schräge Dachfenster, wenn sie nicht gerade direkt an den Giebel grenzen. Dachfenster bringen allerdings ein paar Nachteile mit sich, so regnet es beispielsweise eher hinein und man muss zumeist den Kopf durch das geöffnete Fenster strecken, um mehr als nur den Himmel zu sehen.
Unser Tipp: Insgesamt halten sich die Nachteile sichtlich in Grenzen, sie lassen sich durch entsprechende Planung sogar zurückdrängen. Wer beispielsweise ein flaches Satteldach mit nur 30 Grad Neigung baut, wird genügend Platz für hohe Möbel im Dachgeschoss haben. Durch die Nutzung des Giebels sowie den Einbau einer Gaube lässt sich auch die Zahl der senkrecht installierten Fenster erhöhen.

Diese Kosten fallen für ein Satteldach an

Die Kosten für ein Satteldach fallen natürlich je nach Bauprojekt unterschiedlich aus, doch es gibt Bezugsgrößen, an denen sich Bauherren orientieren können. Ein durchschnittliches Rohdach mit normaler Neigung liegt preislich bei ungefähr 60 Euro je qm. Sobald allerdings eine Gaube hinzukommt oder andere Sonderkonstruktionen installiert werden, gehen die Kosten in die Höhe. Solche Baumaßnahmen am steil geneigten Dach gelten als relativ aufwändig und müssen entsprechend bezahlt werden.

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Das sturmsichere Dach für Umwettergebiete und die extrem robuste Variante für hohe Schneelasten kosten selbstverständlich ebenfalls mehr, hier können durchaus 100 Euro oder mehr je Quadratmeter zusammenkommen.

Hinzu kommt noch die Eindeckung des Daches, die ebenfalls sehr variabel ist. Der niedrigste Preis dürfte in etwa bei 20 Euro je Quadratmeter liegen, doch um der Witterung ausreichend zu trotzen, sollte schon etwas mehr investiert werden. Durchschnittlich liegen die Kosten für die Eindeckung eines Satteldaches bei etwa 50 bis 70 Euro je Quadratmeter, doch sie können sich auch auf 100 Euro und mehr erstrecken.

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