Restschuldversicherung und Risikolebensversicherung für die Baufinanzierung im Vergleich

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Fast jedes Haus das neu errichtet wird, benötigt eine Finanzierung

Wenn Sie sich aktuell mit dem Thema Baufinanzierung auseinandersetzen, dann kommen Sie um die Frage Restschuldversicherung oder Risikolebensversicherung nicht herum:

Für den Fall, dass der Kreditnehmer während der Laufzeit des Kredits verstirbt, bieten diese beiden Versicherungsarten umfassenden finanziellen Schutz für die Familie bzw. Angehörige:

Die im Ernstfall ausgeschüttete Summe wird zur Tilgung des Kredits verwendet. Allerdings unterscheiden sich eine Restschuldversicherung sowie eine Risikolebensversicherung prinzipiell voneinander.

Aufgrund ihrer verschiedenartigen Beschaffenheit will im Einzelfall die tatsächliche Wahl gut überlegt sein.

 

Wodurch zeichnet sich eine Restschuldversicherungen aus ?

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Passen Sie nach Möglichkeit Ihre Restschuldversicherung automatisch an die verbleibende Höhe des Baukredits an

Vorneweg sei gesagt, dass eine Restschuldversicherung günstiger ist als eine Risikolebensversicherung. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass sich die Versicherungssumme typischerweise an den (noch aufrechten) Verbindlichkeiten der Immobilienfinanzierung orientiert. In der Praxis kann dies allerdings dazu führen, dass der Versicherungsschutz eine ungenügende Deckung aufweist:

Während die Restschuldversicherung von einem linearen Verlauf gekennzeichnet ist, trifft dies bei einem Baukredit nicht zu. Es empfiehlt sich daher, wenn ein Modell gewählt wird, das die Möglichkeit zur automatischen Anpassung an die restliche Kreditschuld bietet.

 

Eine Grafik, die anschaulich erklärt, wie eine Restschuldversicherung funktioniert finden Sie hier: http://www.finanzierungen.net/ratgeber/restschuldversicherung/

Um als Kunde die für den jeweiligen Einzelfall optimale Versicherung zu einem Abschluss bringen zu können, muss der Versicherer über folgende Punkte in Kenntnis gesetzt werden:

  • Kreditlaufzeit
  • Nominalzinssatz
  • Tilgungsplan.

Neigt sich die Laufzeit derartiger Versicherungen dem vereinbarten Ende zu, so werden die regelmäßig zu zahlenden Beiträge analog zur Versicherungssumme laufend geringer. Diese Absicherung für Familie und Partner des Kreditnehmers wird hingegen kostenintensiver, je älter der Versicherte ist. Der Grund dafür ist nachvollziehbar, da mit dem Lebensalter das Risiko eines Todesfalls ansteigt.

Bedenken Sie aber, dass der Abschluss eines solchen Versicherungsschutzes die gesamten Darlehenskonditionen negativ beeinflusst, da dadurch die Nebenkosten des Kredits in jedem Fall in die Höhe getrieben werden: Es handelt sich hierbei ganz klar um ein Bankprodukt, das von den Geldinstituten, die als Kreditgeber fungieren, auch verkauft werden möchte – und aller Wahrscheinlichkeit profitiert auch Ihr persönlicher Bankbetreuer in Form von verlockenden Prämien von einem erfolgreichen Verkauf.

Da bei diesem Produkt im Gegensatz zur klassischen Risikolebensversicherung aber auf eine Gesundheitsprüfung verzichtet wird, ist ihr von gewissen Zielgruppen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen der Vorzug zu geben bzw. in manchen Fällen sogar die einzige Chance, um an einen Baukredit zu kommen.

Informationen zur Risikolebensversicherung

risikolebensversicherung hauskredit

Bei einem endfälligen Kredit wird eine Risikolebensversicherung von der Bank gefordert.

Empfohlen wird das Abschließen einer Risikolebensversicherung insbesondere bei einem endfälligen Kredit. Dies ergibt sich aus dem Umstand, dass sich die Höhe der Versicherungssumme, auch Todesfallsumme genannt, bei einer solchen Variante der Versicherung während der Laufzeit nicht ändert.

Des Weiteren zahlt sich das Absichern mittels einer Risikolebensversicherung auch insbesondere dann aus, wenn die Baufinanzierung von mehr als einer Person übernommen wird. In diesen Fällen kommt idealerweise eine sogenannte verbundene Risikolebensversicherung zum Tragen. Wenn einer der Partner vor Laufzeitende vom Darlehen stirbt, erhält die zweite beteiligte Person den entsprechenden Leistungsanteil.

Achtung: Die Todesfallsumme wird auch bei einer verbundenen Risikolebensversicherung lediglich einmal ausbezahlt. Ein Vorteil dieser Variante ist, dass sie im Vergleich in der Regel finanziell günstiger ist als eine der herkömmlichen Versicherungen aus diesem Segment.

Focus.de hat die Vorteile und Nachteile übersichtlich zusammengefasst: http://www.focus.de/finanzen/versicherungen/lebensversicherung/tid-11467/risikolebensversicherung-rundum-sicher-fuer-wenig-geld_aid_324629.html

Versicherungen im Vergleich – Welche Variante ist wann günstiger?

beratung baufinanzierung

Sprechen Sie bei der Beratung zum Baufinanzierung auch das Thema Versicherungen an.

Im Allgemeinen muss darauf hingewiesen werden, dass eine Risikolebensversicherung zum Teil auch als eine interessante Variante der Restschuldversicherung definiert und dargestellt wird. Es kann deshalb auf diesem Gebiet zu Unklarheiten und Unsicherheiten kommen, was es aber gerade im anspruchsvollen Feld der Baufinanzierung auf jeden Fall zu verhindern gilt.

Einen wesentlichen Unterschied zwischen einer Restschuldversicherung sowie einer Risikolebensversicherung stellt der Anbieter dar.

Erstgenannte werden von Banken angeboten, die Ihnen auch den Kredit verkaufen. Letztgenannte müssen sich hingegen auf dem freien Versicherungsmarkt behaupten können. Für den Kreditnehmer bedeutet dies in der Praxis, dass aufgrund der im freien Markt wettbewerbsfähigeren Konditionen und Bedingungen einer Risikolebensversicherung, diese häufig individueller ausgestaltet und sich somit im Einzelfall insgesamt günstiger bzw. optimaler präsentiert.

Generell wird der Abschluss einer Restschuldversicherung – im Bankjargon auch alternativ als Kreditlebensversicherung bezeichnet – einem Darlehensnehmer ausschließlich dann empfohlen, wenn ein Darlehen nicht durch eine Risikolebensversicherung abgesichert wird oder werden kann.

haus für die familie

Sichern Sie Ihre Familie ab – denken Sie bereits bei der Planung an die richtige Risikolebensversicheurng

Verfügt der Bauherr über eine Familie, sollte in jedem Fall auf eine Risikolebensversicherung zurückgegriffen werden. Die größere Bandbreite der individuell verhandelbaren Leistungen spricht in dieser Hinsicht bereits eine eindeutige Sprache. Darüber hinaus wird im Fall der Fälle in jedem Fall die komplette Versicherungssumme ausbezahlt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Angehörigen und Partner insgesamt finanziell besser dastehen, sollte der Kreditnehmer während der Darlehenslaufzeit versterben.

In Hinblick auf die Restschuldversicherung werfen sich hingegen einige Fragen auf, die bei Kreditnehmern zu Unsicherheiten führen: Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei dieser Variante im Vergleich um ein relativ starres Bankprodukt, das verkauft werden will. Aus diesem Grund ist die Vergabe eines Baukredits nicht selten an das Abschließen einer solchen Ausfallsversicherung gekoppelt. In der Folge steigen dadurch auch die Gesamtkosten des Kredits zum Teil beträchtlich an.

Ist bereits eine Risikolebensversicherung vorhanden, dann sollte der Kunde eine Form der Baufinanzierung wählen, bei der auf die Unterschrift unter eine sogenannte Kreditlebensversicherung verzichtet werden kann. Allerdings ist ein derartiger Kredit nicht für alle Kunden gleichermaßen einfach erhältlich: Insbesondere bei Personen, die lediglich eine ungenügende Bonität aufweisen oder bereits ein gewisses Lebensalter erreicht haben, wird von Seiten der Banken häufig auf die Erteilung einer Restschuldversicherung bestanden.

Restschuldversicherung nicht nur im Sterbefall relevant

Nichtsdestotrotz hat eine Restschuldversicherung, die im Rahmen der Baufinanzierung als Absicherung eingesetzt wird, im Vergleich zur Risikolebensversicherung einen erheblichen Vorteil: Diese Form des Versicherungsschutzes für die Tilgung von einem Darlehen kommt nicht nur im Falle des Todes eines Bauherrn zum Tragen. Eine Restschuldversicherung sorgt auch bei Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit des Kreditnehmers dafür, dass die Tilgungsraten trotz eines Einkommensausfalls bedient werden können.

Auf dem Markt werden dem Kunden prinzipiell drei unterschiedlich ausgestaltete Varianten einer Restschuldversicherung angeboten. Konkret handelt es sich dabei um eine Versicherung

  • gegen die Folgen eines Todesfalls
  • gegen Todesfall und Arbeitsunfähigkeit bzw. Invalidität oder
  • gegen Todesfall, Arbeitsunfähigkeit bzw. Invalidität sowie Arbeitslosigkeit.

Diese drei Optionen unterscheiden sich des Weiteren auch in Hinblick auf die Höhe, der vom Kunden zu entrichtenden Prämienzahlungen: Die Versicherungsvarianten, die lediglich den Todesfall absichern, sind am günstigsten, Modelle, bei denen der Sterbefall, eine Invalidität sowie Arbeitslosigkeit Berücksichtigung finden, stellen hingegen die kostenintensivsten Versicherungsprodukte aus diesem Segment dar.

Vorsicht vor einer Überversicherung bei der Baufinanzierung!

Selbstverständlich ist es zu begrüßen, wenn Sie bei der Planung Ihrer individuellen Immobilienfinanzierung größtmögliche Vorsicht walten lassen. Dass Sie dabei konsequenterweise auch an eine finanzielle Absicherung Ihrer langjährigen Kreditratenzahlungen denken, ist nur logisch. Allerdings sollten Sie sich in dieser Hinsicht keinesfalls an dem Motto „Viel hilft viel“ orientieren. Bei den entsprechenden Versicherungen geht es vielmehr um das Finden der für Ihre individuelle Situation exakt passenden Lösung. Generell empfiehlt es sich dabei, nach einem Entweder-oder-Prinzip zu verfahren:

Entweder Risikolebensversicherung oder Restschuldversicherung.

Gerade bei derart hohen Beträgen und Laufzeiten von zehn, zwanzig oder mehr Jahren ist eine Überversicherung auf jeden Fall strikt zu vermeiden. Wenn Sie regelmäßig über eine lange Zeit zu hohe Raten- bzw. Prämienzahlungen tätigen müssen, wird Ihr finanzieller Schaden am Ende beträchtlich sein. Dies gilt es im Rahmen einer verantwortungsvoll und seriös durchgeführten Baufinanzierung selbstverständlich zu vermeiden. Zu diesem Zweck empfiehlt es sich, die vielen verschiedenen Angebote aus den beiden Bereichen sorgfältig zu studieren. Zudem zahlt es sich für Sie im wahren Wortsinn aus, wenn Sie von unabhängigen Experten einen professionellen Vergleich durchführen lassen.

Fazit: Restschuldversicherung versus Risikolebensversicherung

  • Eine Risikolebensversicherung bietet Ihnen im Allgemeinen bessere, individualisierte Konditionen.
  • Ist ein solcher Versicherungsschutz vorhanden, sollte vom Abschluss einer Restschuldversicherung bzw. Kreditlebensversicherung Abstand genommen werden. Grund dafür ist eine dadurch zustande kommende Überversicherung des Kreditnehmers.
  • Restschuldversicherungen sind vergleichsweise starre Bankprodukte, ohne viel Gestaltungsspielraum für den Kunden.
  • Für gesundheitlich beeinträchtige Personen kann eine Absicherung der Baufinanzierung mittels der Kreditlebensversicherung von Interesse sein, da hier auf eine Gesundheitsprüfung verzichtet wird.
  • Des Weiteren zeichnet sich die Restschuldversicherung im Allgemeinen dadurch aus, dass auch Versicherungen gegen Arbeitsunfähigkeit bzw. Arbeitslosigkeit im Versicherungspakt auf Wunsch oder bei Bedarf inkludiert sind.
  • Vergleichen Sie in jedem Fall die Angebote aus beiden Bereichen und entscheiden Sie sich erst nach sorgfältiger Prüfung für jenes Modell bzw. Produkt, das für Ihre persönliche Situation das passende ist.
  • Sichern Sie Ihr Baudarlehen aber auf jeden Fall anhand einer dieser beiden Varianten ab! Aufgrund der langen Kreditlaufzeit und hohen Summen, von welchen eine Immobilienfinanzierung charakterisiert ist, sollte ein verantwortungsbewusster Bauherr bzw. Kreditnehmer sämtliche mögliche Begebenheiten in Betracht ziehen und zumindest theoretisch mit einkalkulieren!