Rasen anlegen – So wird es gemacht

Ein schöner, gepflegter Rasen macht einen Garten zu etwas Besonderem. Dieser ist nicht nur schön anzusehen, ein dichter, kompakter Rasenwuchs ist auch angenehmer zu pflegen. Zudem entscheidet sich schon bei der Auswahl des Saatguts, ob der Rasen lange von Bestand sein oder unter den gegeben Belastungen Schäden davon tragen wird. Zu guter Letzt können auch Fehler beim Rasen anlegen dafür sorgen, dass die Rasenflächen ungepflegt wirken oder Löcher aufweisen.

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Rasensamen – viele verschiedene Qualitätsklassen.

Welcher Rasentyp sind Sie?

Bevor Sie den neuen Rasen anlegen, sollten Sie folgende Frage klären: Welcher Rasentyp ist für Ihre Bedürfnisse erforderlich?

Es gibt verschiedene Arten von Rasen und Gräsern, mit unterschiedlichen Wuchsen und Verwendungszwecken. Der folgende Überblick stellt drei verschiedene Rasentypen vor, welche letztendlich die Auswahl erleichtern sollten:

  • Schattenrasen: Gärten und Rasenflächen, die größtenteils im Schatten liegen, sollten mit einem Schattenrasen bepflanzt werden. Diese gedeihen auch bei vergleichsweise geringer Sonneneinstrahlung, ideal für Gärten mit schattenspendenden Bäumen und Hecken.
  • Der Spiel- und Sportrasen: Der Spiel- und Sportrasen ist besonders robust und vor allem für Grünflächen geeignet, die auch als Spielwiese gedacht sind. Haushalte mit Kindern sollten sich für diese Variante entscheiden, dieser Gebrauchsrasen ist strapazierfähig und erholt sich sehr schnell von verschiedensten Belastungen; auch geeignet für Tiere und als Liegewiese.
  • Zierrasen: Der Zierrasen ähnelt dem klassischen Englischen Rasen. Das Saatgut beinhaltet feine Gräser, welche kurz und dicht wachsen. Ein sattes Dunkelgrün erfreut das Auge des Betrachters, dieser dichte Rasenteppich ist ideal für einen gepflegten, wenig belasteten Garten. Hier stehen vor allem optische Anreize im Mittelpunkt.

Natürlich gibt es noch weitere, sehr spezielle Rasensorten (Blührasen, Trockenrasen), auch Mischvarianten, diese drei Grundtypen sollten aber für eine entsprechende Auswahl zunächst ausreichen und die kommende Rasenpflege erleichtern.

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Man kann sich den Rasen auch vom Gärtner anlegen lassen.

Billig- oder Qualitätssaatgut?

Für ein optimales Ergebnis und eine einfache Rasenpflege ist natürlich ein qualitativ hochwertiges Saatgut zu empfehlen. Billiges wächst eher in die Höhe und hält diversen Belastungen nicht Stand. Hier muss der Rasenmäher häufiger zum Einsatz kommen, zudem ist der Rasen in der Regel löchrig und wenig kompakt. Diese Aspekte wirken sich nicht nur optisch negativ aus, sondern erfordern auch ein häufiges Nachbessern.

Handelsübliche Preise für eine gute bis sehr gute Qualität – für 50 qm² Rasenfläche:

  • Schattenrasen – ca. 11 – 12 €
  • Spiel- und Sportrasen – ca. 11 – 12 €
  • Zierrasen – ca.11 – 12 €

Im Vergleich dazu – einige sehr hochwertige Rasensamen kosten bis zu 30 €, mit den oben angeführten Preisklassen werden Sie aber vollends zufrieden sein. Billigangebote aus dem Markt oder Discounter bewegen sich häufig im sehr niedrigen Euro-Bereich, allerdings muss hier mit Folgekosten für eine entsprechende Rasenpflege, Nachsaat oder einen kompletten Rasenaustausch gerechnet werden. Wer einen Rasen von Anfang an richtig kultivieren möchte, investiert gleich zu Beginn ein paar Euro mehr.

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Der Rasen muss regelmässig gemäht werden.

Rasen anlegen – Wenige Schritte bis zur grünen Traumfläche

Um einen Rasen in Ihrem Garten anlegen zu können, benötigen Sie unter anderem:

  • Rasensamen
  • Rasenerde
  • Gartendünger
  • Flusssand / Quarzsand
  • Spaten
  • Gartenwalze
  • Rechen
  • Bewässerungssystem (Schlauch, Brause oder Regner)
  • Bei Bedarf Rasenkalk, Rindenhumus und Dünger

Vorbereitung – der Rasenunterboden

Der beste Zeitpunkt, um einen Rasen neu anzulegen, fällt in die Monate März und April. Zunächst sollten Wurzeln, Steine und Unkraut entfernt werden. Der Mutterboden für den späteren Rasen sollte in etwa 15 cm dick sein, zuvor muss dieser bis zu einer Tiefe von ca. 20 cm umgegraben werden. Je nach Untergrund lässt sich dies mit Spaten, Grabegabel oder Motorhacke bewerkstelligen. Im Anschluss werden je Quadratmeter Rasen ca. 10 l Rasenerde in den Untergrund eingearbeitet.

Sofern ein lehmiger Boden vorhanden ist, sollte dieser in diesem ersten Schritt mit Fluss- oder Quarzsand aufgelockert werden. Für 100 qm² Bodenfläche werden in etwa 2 Kubikmeter Sand benötigt. Sehr leichte, sandige Böden hingegen können mit ca. 10 l Rindenhumus / qm² optimiert werden.

Tipps: Sofern es die Zeit zulässt, sollte der Mutterboden im Anschluss an die Auflockerungsarbeiten 2 – 3 Wochen ruhen. Anschließend müssen Sie etwaige Pflanzen und Triebe erneut entfernen.

Rückverdichten und Mutterboden ebnen

Ist die Ruhezeit nicht einzuhalten, sollte die Rückverdichtung mit einer leichten Walze beschleunigt werden. Diese Maßnahme verhindert, dass der Rasen später Unebenheiten oder Absackungen aufweist.

Als nächstes kann der Boden geebnet werden, mit einem Rechen, oder einer entsprechenden Gartenwalze. Dabei sollten Sie auch gleich den Kalkgehalt überprüfen – bei einem PH-Wert von unter 5,5 verträgt der Boden eine Schicht Rasenkalk (ca. 5 kg für 100 qm²). Während dieser Arbeiten können Sie auch die Konsistenz der Erde kontrollieren, die Erdkrumen sollten kleiner als 1 cm sein. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie den Boden nachbearbeiten.

Tipp: Entlang des Randes ziehen Sie kleine Furchen, dort platzieren Sie später etwas mehr Rasensamen. So werden die Rasenkanten dichter und robuster.

Die Aussaat

Es folgt der entscheidende Schritt, die Aussaat. Hierfür wird ein Streuwagen empfohlen, da dieser die Arbeit wesentlich erleichtert. Mit dessen Hilfe werden die Samen optimal verteilt – möchten Sie per Hand säen, sollten Sie sich in jedem Fall an die Mengenangaben des Herstellers halten.

Damit die Samen an Ort und Stelle bleiben, müssen diese nun mit einer Harke oder einem Rechen vorsichtig in die Erde eingearbeitet werden. Im Anschluss daran wird erneut die Walze benötigt, um den Mutterboden ein letztes Mal zu ebnen.

Tipps: Die Saat sollte an einem windstillen Tag erfolgen, ansonsten droht eine neue Episode von „Vom Winde verweht“!

Richtig wässern und erster Rasenschnitt

Die beiden folgenden Schritte sind entscheidend für das Wachstum des Rasens. Idealerweise verwenden Sie zur Bewässerung des zukünftigen Rasens eine Brause oder einen Regner, sollte nur ein Gartenschlauch zur Verfügung stehen, muss dieser mit Vorsicht zum Einsatz kommen. Im Zuge der Bewässerung sind Pfützen und Rinnsale tunlichst zu vermeiden. In den folgenden 2 – 4 Wochen sollte der Rasen feucht gehalten werden, nach einer Woche können die ersten Gräser sprießen.

Tipp: Am Morgen und am Abend den Rasen und Garten mit Wasser gießen, speziell bei Trockenheit.
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Das junge Gras benötigt viel Wasser.

Ab einer Höhe von 8 – 10 cm wird der Rasen erstmals gekürzt – stellen sie die Schnitthöhe für den Rasen am besten auf 5 cm ein.  In den Folgewochen sollten Sie einmal pro Woche den Rasen mähen – wenn Sie darüber hinaus Ihren Rasen düngen, ab und an kalken und vertikutieren, wird dieser über viele Jahre hinweg gedeihen.

Empfohlen: Rasenkalender zulegen und im Garten entsprechende Rasenpflege betreiben!

Quellen:

http://www.obi.de/de/rat-und-tat/garten-und-freizeit/gartenbau-und-gestaltung/rasenratgeber/rasen-anlegen-in-6-schritten/index.html

http://www.rasengesellschaft.de/content/rasenbasis/rasentypen_hr_anlage.php

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