PVC Bodenbelag für das Haus – Kosten und Verlegen

Der PVC-Belag avancierte vor einigen Jahrzehnten zum echten Klassiker unter den Bodenbelägen, er zeichnet sich vor allem durch einen günstigen Preis aus, doch auch die Pflegeleichtigkeit überzeugt. Die Abkürzung PVC steht für Polyvinylchlorid, weshalb diese Belagsart auch gern Vinylboden genannt wird. Dasselbe Material dient im Haushalt auch als Dichtungsstoff, außerdem bestehen daraus Schallplatten. Wo liegen die Kosten für einen PVC-Bodenbelag – und wie lässt sich das Material am besten verlegen?

PVC: Fußboden aus Kunststoff in vielfältigem Design

PVC ist ein widerstandsfähiger Kunststoff, der sich ganz einfach reinigen lässt und es auch nicht besonders übelnimmt, wenn er dabei mal etwas mehr Wasser abbekommt, solange die Feuchtigkeit nicht unter den Boden gerät. PVC-Böden gibt es in vielen verschiedenen Strukturen, Farben, Mustern und Qualitäten. Die Preisspanne ist nicht so gewaltig, da das Material an sich günstig hergestellt werden kann, ausgefallene Strukturen und hochwertige Imitate gehören zu den teureren Modellen.

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Ein besonders schöner Boden in Steinoptik!

Woran orientieren sich die Kosten?

  1. Handelt es sich um Rollenware oder Vinyl-Parkett? PVC-Böden von der Rolle gibt es schon zu einem Preis ab etwa 5 Euro pro Quadratmeter, Vinyl-Klickparkett besitzt hingegen eine dickere Konsistenz und ein Nut- und Federsystem zur einfacheren Verlegung. Darum fangen die Preise hierfür bei etwa 20 Euro an.
  2. Welche Nutzschicht besitzt der PVC Bodenbelag? Ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl Ihres neuen Bodens sollte die Nutzschicht sein. Liegt diese beispielsweise bei einem Wert von 0,12 mm, dann ist der Belag höchstens für wenig genutzte Nebenräume geeignet. Für echte Wohnzimmerware sind Nutzschichten von 0,3 bis 0,7 mm üblich.
  3. Welche Gesamtdicke ist angegeben? Auch die Gesamtdicke zählt beim Preis mit, denn dickeres Material ist zumeist robuster aber gleichzeitig teurer. Schwere Rollenware besitzt eine Dicke von etwa 2,5 bis 3,0 mm, während dünneres Material oft weit darunter liegt. Vinyl-Parkett ist sogar um die 10 mm dick.
  4. Welcher Nutzungsklasse gehört der Bodenbelag an? Die Dicke der Nutzschicht steht natürlich im engen Zusammenhang zur Nutzungsklasse eines Bodens, hinzu kommt die Materialstabilität. Ein PVC-Boden der Klasse 21 hält nur eine geringe Belastung aus, 22 schon etwas mehr und 23 hält starker privater Nutzung stand. Die Nutzungsklassen in den 30er-Bereichen stehen für gewerbliche Nutzungsmöglichkeiten.
  5. Welches Design besitzt der Bodenbelag? Mancher PVC-Boden sieht einem Fliesen- oder Holzbelag täuschend ähnlich, nur die Haptik unterscheidet sich. Hochwertige Strukturen und Muster sind Qualitätsmerkmale, die sich oft im höheren Preis bemerkbar machen.
  6. Was sind die weiteren Eigenschaften des PVC-Bodenbelags? Achten Sie auch darauf, ob Ihr gewünschter Bodenbelag lichtecht ist und nicht durch die durchs Fenster fallenden Sonnenstrahlen ausgebleicht wird. Auch die Brandschutzklasse, die Schadstofffreiheit, die antistatische Wirkung und die Eignung für Fußbodenheizung zählen mit: Ihr Augenmerk sollte auf einem ausgewogenen Preis-Leistungs-Verhältnis liegen.

Diese Preisspannen sind für PVC-Böden üblich

Insgesamt kosten PVC-Böden ungefähr zwischen 5 und 40 Euro je Quadratmeter, wobei die Rollenware etwa den Bereich von 5 bis 25 Euro belegt und die Parkettware den Bereich zwischen 20 und 40 Euro. Ausreißer nach oben und unten wird es sicherlich immer gegeben, manchmal befinden sich auch echte Schnäppchen darunter.

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Verschiedene Variationen und Designs

Wenn Sie sich einen Fachmann zum Verlegen des neuen Bodens bestellen möchten, kommen hier noch weitere Kosten auf Sie zu. Zumeist werden Quadratmeterpreise berechnet, die bei großen Räumen durchaus geringer ausfallen können. Hier eine ungefähre Preiseinschätzung für die Verlegearbeit:

  • PVC-Boden auf Klebeband verlegen: etwa 6 bis 8 Euro je Quadratmeter
  • PVC-Boden vollflächig verkleben: etwa 9 bis 10 Euro je Quadratmeter
Unser Tipp: Sie benötigen für Ihren neuen Boden auf jeden Fall noch Sockelleisten, diese gesellen sich zu den Gesamtkosten hinzu. PVC-Leisten kosten etwa 1,50 Euro bis 3,00 Euro je Meter, hinzu kommen bei Bedarf etwa 2 Euro Verlegekosten pro Meter.

PVC-Boden als Rollenware verlegen: So geht’s!

Wie bereits erwähnt, gibt es PVC Bodenbeläge sowohl als Rollenware als auch in Klickparkett-Version zu kaufen. Beide Varianten sind relativ einfach selbst zu verlegen, die Kosten für den Handwerker lassen sich also sparen. Lesen Sie hier, wie Sie die besonders häufig verwendete Rollenware sauber und ordentlich auf Ihren Boden bekommen. Beachten Sie, dass der PVC-Boden auf einer Fläche von mehr als 20 qm vollflächig verklebt werden sollte, bei kleineren Räumen ist die Verklebung optional.

Materialliste:

  • PVC-Boden als Rollenware
  • evtl. Spachtelmasse für den Untergrund
  • PVC-Klebstoff
  • Sockelleisten
  • evtl. Dübel und Schrauben / Nägel

Werkzeugliste:

  • Zollstock
  • evtl. Spachtel
  • Hammer
  • Zahnspachtel
  • Cutter- und Teppichmesser
  • Stahlschiene, z.B. Tapezierschiene
  1. Sorgen Sie für einen trockenen, ebenen und schmutzfreien Untergrund. Größere Löcher sollten gespachtelt und geglättet werden.
  2. Lassen Sie Ihre PVC-Ware mindestens 24 Stunden lang unverpackt in dem Raum liegen, wo Sie ihn verlegen möchten. So akklimatisiert sich das Material. Achten Sie darauf, dass die Umgebungstemperatur bei mindestens 18 Grad liegt.
  3. Rollen Sie den PVC-Belag im Raum aus und schneiden Sie ihn an den Rändern zu. Am besten funktioniert der Zuschnitt mit der gebogenen Klinge eines Teppichmesser. Drücken Sie den PVC-Boden mit dem Hammerrücken in die Ecken und schneiden Sie daran entlang. Sparen Sie am Rand eine Fuge von etwa 1 cm aus. Für gerade Schnittlinien nutzen Sie die Stahlschiene.
  4. Benötigen Sie mehr als eine Bahn und die Ränder sind nicht exakt gerade, dann lassen Sie die einzelnen Bahnen zunächst überlappen und schneiden durch beide Lagen hindurch, immer an der Stahlschiene entlang. So entsteht ein passgenauer Zuschnitt.
  5. Klappen Sie die fertig zugeschnittenen Bahnen nun zurück und verteilen Sie den Klebstoff mit dem Zahnspachtel in der ersten Raumhälfte. Beachten Sie dabei die Gebrauchsanweisung Ihres Klebers und warten Sie die Ablüftzeit ab.
  6. Nun klappen Sie den PVC-Boden ins Klebebett und legen den restlichen Untergrund frei. Achten Sie darauf, dass das Klebebett lückenlos an die erste Fläche anschließt. Nun noch die andere PVC-Hälfte zurückklappen – fertig!
  7. Schauen Sie nach, welche Trocknungszeiten für den Klebstoff vorgesehen sind und halten Sie sich daran. Danach können Sie die Sockelleisten montieren, entweder mit Dübel und Schrauben, Nägeln oder per Klicksystem. Die Fußleisten überdecken die Dehnungsfuge an den Rändern.
Unser Tipp: Verwenden Sie lösemittelfreien Dispersionskleber zur Fixierung Ihres PVC-Bodenbelags – der Gesundheit zuliebe. Ist die Bodenfläche nicht allzu groß, genügt auch eine Verklebung mit doppelseitigem Klebeband. Eine weitere Alternative besteht darin, zur festen Verlegung eine Haftmatte zu verwenden, die sich leichter wieder entfernen lässt als eine vollflächige Verklebung.
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