Parkettlack – 1K und 2K Lacke auf Wasserbasis

Ist der Parkettboden verlegt, gilt es, seine Oberfläche zu schützen. Das richtige Finish ist wesentlich, damit die Freude am neuen Boden auch lange anhält. Für stark beanspruchte Fußböden, die zudem noch pflegeleicht sein sollen, eignet sich Parkettlack zur Nachbehandlung am besten. Parkettlacke werden im Handel gebrauchsfertig angeboten. Die Anzahl der Anstriche richtet sich dabei nach der Beanspruchung des Bodens, dabei wird der Lack in ein bis drei Arbeitsgängen auf die möglichst staubfreie Oberfläche aufgetragen. In der Regel ist der Lack nach 24 Stunden durchgetrocknet, der Boden sollte jedoch erst nach einer Woche mit festen Schuhen betreten werden. Je nach individuellem Wohngeschmack sind die die Parkettlacke in unterschiedlichen Glanzstufen erhältlich.

Parkettlack auf Wasserbasis und Öl-Kunstharzlacke

parkettlack auftragen

Der Parkettlack wird aufgetragen

Wasserbasierte Parkettlacke weisen einen Wasseranteil zwischen 50 und 70 Prozent auf. Der Lösungsmittelanteil liegt bei maximal 15 Prozent. Die enthaltenen Lösungsmittel dienen dabei als Bindemittel. Nach dem Auftragen des Lacks auf die Parkettoberfläche verdunstet das Wasser und das Bindemittel liegt konzentriert vor, wodurch es die Bindemittelpartikel löst und sie miteinander verschmelzen lässt. Schließlich verdunstet auch das Bindemittel, zurück bleibt der gewünschte Siegelbelag. Die Wasserlacke sind als 1-Komponentenlacke oder als 2-Komponentenlacke erhältlich, bezeichnet als 1K und 2K Lacke. Für stark beanspruchte Böden sind die 2-Komponentenlacke vorzuziehen.  Die Auswahl der verschiedenen Glanzstufen ist bei Wasserlacken besonders groß, von halbmatt bis hochglänzend ist für jeden Geschmack die richtige Optik dabei.

Anti-Rutsch Komponenten

 

Aber auch Wasserlacke mit Anti-Rutsch-Komponenten sind im Handel zu finden. Wasserlacke sind umweltfreundlich und in keiner Weise gesundheits- und umweltschädigend. Die Bindemittel in Öl-Kunstharzlacken basieren auf natürliche Rohstoffe, etwa Leinöl oder Rapsöl. Die Ölteilchen sind sehr klein, sodass sie tief in das Holz eindringen können. Die schützende Wirkung zeigt sich deshalb  besonders groß. Durch das tiefe Eindringen intensivieren Öl-Kunstharz-Lacke jedoch auch die Farbe des Holzes. Wie beim Wasserlack muss auch bei dieser Lackart zunächst das Lösungsmittel verdunsten. Der dichte Lackfilm ergibt sich durch die bei der Vertrocknung entstehende Verbindung mit dem Luftsauerstoff.

Polyurethan-Lacke und säurehärtende Lacke

Polyurethan-Lacke bestehen aus 50 bis 60 Prozent Lösungsmittel, in dem Kunstharz gelöst vorliegt. Auch bei dieser Lackart verdunstet das Lösungsmittel nach dem Auftrag. Unangenehm ist der dabei entstehende Geruch, der durchaus langanhaltend sein kann. Durch eine chemische Reaktion bildet sich danach auf der Parkettoberfläche  ein besonders strapazierfähiger Lackfilm, der selbst Chemikalien gegenüber widerstandsfähig bleibt. Aus diesem Grund werden diese Parkett-Lacke in erster Linie im gewerblichen Bereich eingesetzt. Nach der Bildung des Lackfilms werden auch keine Schadstoffe mehr an die Umgebung abgegeben. Polyurethan-Lacke sind wie Wasserlacke als 1 K-  und 2 K-Lacke erhältlich.

Bei den säurehärtenden Lacken ist eine Säure im Lösungsmittel aufgelöst. Sie wirkt als Katalysator für folgende chemische Reaktionen und ist auch für die Härte des Überzugs verantwortlich. Bei der durch die Säure ausgelösten chemischen Reaktion verbinden sich die Moleküle zu einem besonders starken Belag mit großer Haftungsfähigkeit. Ein weiterer Vorteil liegt in der kurzen Trocknungszeit. Nachteil dieser Lacke ist der Anteil an gesundheitsschädigendem Formaldehyd, das nicht nur bei der Verarbeitung austritt, sondern während der ganzen Lebensdauer des Überzugs. Aufgrund der gesundheitsschädigenden Wirkung findet diese Lackart nur in Ausnahmefällen und meist im Gewerbereich Anwendung.