Parkett ölen – unsere Anleitung – wie oft und mit welchen Mitteln

Einen Parkettboden fachgerecht zu ölen, wertet den gesamten Wohnraum auf. Wir erklären, wie Sie in 8 einfachen Schritten Ihr Parkett behandeln.

Geöltes Parkett besitzt gegenüber der versiegelten Variante einen wichtigen Vorteil: Das Öl lässt das Holz atmen, es erhält den natürlichen Charakter des kostbaren Naturwerkstoffs. Auch eventuell anfallende Reparaturarbeiten sind an geöltem Parkett leichter durchführbar. Wie funktioniert das Ölen von Parkett?

parkettboden wird geölt

Hochwertiger Parkett sollte gut gepflegt werden. Spezielle Öle machen das Holz widerstandsfähig.

Welches Öl eignet sich zur Parkettbehandlung?

Allgemein empfehlen sich für das Ölen von Parkett hochwertige, halb trocknende oder trocknende Öle. Rein oxidativ aushärtende Öle benötigen eine recht lange Trocknungszeit und müssen häufig bereits nach wenigen Jahren nachgeölt werden.
Zweikomponentenöle hingegen besitzen durch den Zusatz von Isocyanaten eine verbesserte Aushärtung: Neben der oxidativen Reaktion läuft eine chemische 2-Komponenten-Härtung ab. Diese Öle bieten einen beständigeren Schutz als rein oxidativ härtende Öle.
Hartwachsöl besteht aus gezielt miteinander kombinierten Ölen und Wachsen, die das nachträgliche Wachsen eines frisch ölbeschichteten Bodens überflüssig machen. Allerdings erhöht sich für solche Böden der Pflegeaufwand, da die Imprägnierung nicht so tief reicht.

Diese Werkzeuge benötigen Sie

  • Walz- oder Tellerschleifmaschine für die Flächen
  • Seitenschliefer für die Randzonen
  • Einscheiben-Poliermaschine
  • eventuell Polierpads für Wachsfinish
  • Gummiabstreifer
  • Baumwolllappen
  • kleiner Pinsel
  • Rührstab
  • Schutzbrille, Handschuhe, Schuhüberzieher
  • Wasserschüssel aus Plastik für die Öllappen

Halten Sie folgendes Material bereit:

  • Parkettöl
  • eventuell Hartwachs als Finish

Parkett ölen – eine Anleitung in 8 Schritten

  1. Parkett schleifen
    Schleifen Sie Ihr Parkett bis auf das rohe Holz, nur so können die Poren das Öl auch aufnehmen. Für ein fachgerechtes Ergebnis benötigen Sie mehrere Durchgänge, vom Grob- bis zum Feinschliff. Das eigenhändige Schleifen eignet sich nur für Profis und bereits geübte Laien, weil der Boden dabei Schäden erleiden kann.
  2. Umgebung von Staub befreien
    Entstauben Sie anschließend den Raum gründlich. Denken Sie daran, dass das Parkettöl den noch übrig gebliebenen Staub bindet, und stellen Sie deshalb eine komplett staubfreie Umgebung her.
  3. Für die richtige Raumtemperatur sorgen
    Bevor Sie Ihr Parkett ölen, sorgen Sie dafür, dass kein Sonnenlicht auf die Oberfläche fällt, damit sich das Holz nicht allzu sehr erwärmt. Eine Umgebungstemperatur von 18 bis 25 ist ideal.
  4. Parkettfugen ausbessern
    Beschädigte Parkettfugen lassen sich mit einer Mischung aus Schleifstaub und Fugenkitt reparieren. Entfernen Sie zuvor sämtliche nicht fest anhaftenden Materialreste aus den Fugen. Für besonders große Fugen verwenden Sie spezielle Fugendichtmasse.
  5. Parkettöl auftragen
    Sorgen Sie für eine ausreichende Belüftung! Rühren Sie Ihr Parkettöl sorgfältig um und gießen Sie es Stück für Stück auf den Boden aus. Verteilen Sie das Material gleichmäßig mit dem Gummiabstreifer. Gehen Sie abschnittsweise und zügig vor. An Ecken und Kanten verwenden Sie einen Pinsel.
  6. Einwirkphase
    Lassen Sie das dünn verteilte Öl nun einwirken, halten Sie sich dabei an die Herstellerangaben. Die meisten Öle benötigen etwa eine Viertelstunde Einwirkzeit.
  7. Öl mit dem Lappen abtragen
    Nach dem Einwirken tragen sei das überschüssige Öl mit dem Baumwolllappen ab. Für größere Räume benötigen Sie wahrscheinlich mehr als einen Lappen. Legen Sie die durchtränkten Tücher im wassergefüllten Behälter ab, damit sie sich nicht entzünden.
  8. Optional: Hartwachs als Finish
    Das Parkettöl durchtränkt die oberen Holzfasern, Wachs hingegen schließt die offenen Poren. Wer seinen Parkettboden nach dem Ölen wachst, der schützt den empfindlichen Boden besser vor dem Eindringen von Feuchtigkeit. Tragen Sie Ihr Wachsfinish hauchdünn auf und polieren Sie es mit Polierpads.

Frisch geöltes Parkett: Das sollten Sie beachten!

Ein geölter Parkettboden ist nach etwa 24 Stunden wieder begehbar, beachten Sie am besten die Herstellerangaben Ihres Produkts. Möbel sollten Sie im betreffenden Raum frühestens nach 48 Stunden wieder aufstellen.

teppichboden

Warten Sie mindestens 48 Stunden wenn Sie einen Teppichboden auslegen wollen

Warten Sie etwa eine Woche ab, bis Sie Ihren frisch geölten Boden zum ersten Mal wischen. Reinigen Sie die Holzoberfläche nur nebelfeucht oder mit elektrostatischen Staubpads. Verwenden Sie einen parketttauglichen, weichen Besen.
Ungewachsten, geölten Boden behandeln Sie am besten regelmäßig mit einem Auffrischungsöl. So bleibt die Schutzwirkung des Parkettöls erhalten und ein neuerliches Abschleifen ist auf längere Sicht nicht nötig.

Unser Tipp: Verwenden Sie zur Parkettpflege mindestens ein bis zweimal pro Monat eine spezielle Bodenseife. Frisch geölte Böden dürfen in den ersten Wochen gern etwas häufiger geseift werden. Mikrofasertücher fügen der Parkettoberfläche feine Schnitte zu und stumpfen so die Oberfläche ab: Baumwolltücher eignen sich besser zur Pflege geölter Holzböden.