MDF-Platten fachgerecht lackieren – unsere Anleitung

Die mitteldichte Holzfaserplatte (kurz: MDF) gehört seit den 90er Jahren zu den beliebtesten Baumaterialien für Heimwerker. Das liegt hauptsächlich an ihrer flexiblen Verwendbarkeit, das Material eignet sich sowohl für den Innenausbau als auch zur Nutzung als Möbelfronten und Lautsprechergehäuse. Manchmal ergibt sich die Notwendigkeit, die Oberflächen farblich zu gestalten, beispielsweise mit einem schönen Lack. Wie das geht, erklären wir hier.

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MDF-Platten sind relativ einfach zu lackieren.

Voraussetzungen für eine saubere Lackierung

MDF-Platten bestehen aus feinen Nadelholzfasern, die unter Hinzugabe von Bindemitteln miteinander verpresst werden. Schnittholz besitzt eine geringere Dichte als MDF, während Nassfaserplatten noch um einiges dichter sind. MDF weist eine relativ hohe Saugfähigkeit auf, vor allem die Schnittkanten ziehen Flüssigkeiten regelrecht an. Eine Lackierung kann also auch als Schutz gegen eindringendes Wasser äußerst hilfreich sein. Ein Isoliergrund sperrt die »durstigen« Fasern gründlich ab, damit wirkt auch die nachfolgende Lackierung dichter und farbintensiver. Insgesamt bietet die weitgehend homogene Oberfläche einen nahezu idealen Untergrund auch für Hochglanzlackierungen.

Wie immer wenn es um hochwertige Anstriche geht, bestimmen die fachgerecht ausgeführten Vorarbeiten den Erfolg entscheidend mit. Stellen Sie also einen sauberen, nicht saugenden Untergrund her – und denken Sie vor allem an eines:
Je glänzender eine Oberfläche ist, desto auffälliger drängen sich eventuelle Unebenheiten in den Vordergrund. Eine sorgfältige Schleifarbeit gehört also dazu, wenn Sie Ihre MDF-Platten nicht gerade grob mit Wandfarbe oder flüssiger Raufaser streichen möchten.

mdf-platten

Oft für die Möbelherstellung verwendet.

So lackieren Sie Ihre MDF-Platten professionell

Material:

  • MD-Platten
  • Staubtuch
  • Fettreiniger
  • Schleifpapier (verschiedene Körnungen)
  • Isoliergrundierung für MDF
  • Lack nach Wunsch
  • eventuell Klarlack zum Abschluss

Werkzeug:

  • Schwingschleifer
  • Schleifklotz
  • Lackwanne und Abstreifer
  • Lackrolle aus Schaumstoff
  1. Positionieren Sie die zu bearbeitende Platte auf zwei Böcken, damit Sie sie von allen Seiten gut erreichen. Dann schleifen Sie Ihre MDF-Platten rundherum mit mittlerem Schleifpapier (etwa 120er-Körnung). Bearbeiten Sie vor allem die Schnittkanten sehr sorgfältig!
  2. Entfernen Sie den Schleifstaub nicht nur von der Platte selbst, sondern auch aus der Umgebung, damit dieser später nicht in die Lackierung gerät. Reiben Sie die zu lackierende Oberfläche anschließend gründlich mit einem Fettreiniger ab. Nach dem Trocknen steht ein zweites Entstauben an.
  3. Tragen Sie nun die Isoliergrundierung zuerst an den Kanten, dann auf der Fläche auf. Wir empfehlen, auch die Rückseite der Platten zu streichen, damit das Material sich nicht verbiegt und kein Wasser von hinten eindringt.
  4. Nach dem Trocknen der Grundierung steht ein neuer Schleifdurchgang an, diesmal mit sehr feinem Schleifpapier etwa in 400er-Körnung. Entfernen Sie ein zweites Mal Staub und Fett, um eine möglichst saubere Lackierung zu erreichen.
  5. Nun füllen Sie etwas Lack in Ihre Farbwanne und beginnen damit, die Kanten der ersten Platte zu streichen. Direkt im Anschluss folgt die Fläche, in großzügigen Längsstreifen immer bis über den Rand hinaus.
  6. Falls die Farbe noch nicht deckt oder unschöne Ansätze zu sehen sind, besteht natürlich die Möglichkeit, nach dem Trocknen des ersten Anstrichs eine zweite Schicht aufzubringen. Manche Heimwerker sorgen auch mit einem Klarlack für noch mehr Glanz. Vergessen Sie den feinen Anschliff und die anschließende Reinigung zwischen den Lackiergängen nicht!
Unser Tipp: Die waagerechte Lagerung der Platten während des Lackierens sorgt dafür, dass keine Läufer entstehen. Wer allerdings eine wirklich tadellose Hochglanzfläche wünscht, kommt nicht um die Nutzung einer Lackierpistole herum.

Professionell: MDF-Platten mit Spritzpistole lackieren

Nicht jeder kann eine Lackierpistole bedienen, ganz abgesehen davon, dass die notwendige hochwertige Ausrüstung richtig teuer ist. Leider entstehen beim Lackieren mit der Lackrolle immer wieder Ansätze und feine Bläschen – und auch die Pinselstriche verschmelzen nicht immer zu einer vollkommenen homogenen Fläche. Die Spritzlackierung liefert einfach die besten Ergebnisse, wenn sie denn professionell geführt wird. Hier einige wertvolle Tipps:

  • Die Spritzpistole nie über eine ebene Fläche »schwenken«, sondern stets einen gleichmäßigen Abstand zur Oberfläche einhalten.
  • Immer über die Platte hinaus lackieren, damit keine »Farbhaufen« an den Rändern entstehen.
  • Nass-in-Nass eine Längsspur neben die nächste setzen.
  • Während des Spritzens einer Fläche nicht verharren, verlangsamen oder gar pausieren.
  • Die Spritzpistole nicht zu langsam, aber auch nicht zu schnell über die Fläche führen. Die aufgetragene Farbmenge muss stets gleich bleiben.
  • Eine zweite Schicht erst nach dem vollständigen Trocknen auftragen.

Vielleicht bietet sich Ihnen die Gelegenheit, eine Spritzlackierung mit professionellem Equipment selbst durchzuführen – oder Sie haben gar einen Experten zur Hand, der diese Aufgabe für Sie übernimmt. Falls nicht, dann noch ein freundlicher Hinweis zum Schluss: Eine matte oder halb matte Lackfläche kann auch richtig gut aussehen, sie verzeiht kleine Fehler um einiges besser.

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