Kosten für Dachaufstockung oder Aufsattelung – günstig mehr Wohnraum schaffen

Durch eine Aufstockung, auch Aufsattelung genannt, kann auf relativ kostengünstige Weise die Wohnfläche erweitert, beziehungsweise neuer Wohnraum geschaffen werden. Dabei fallen weder Kosten für den Kauf von Bauland an, noch für die Erschließung. Da im Gebäude bereits alle Leitungen und Verrohrungen vorhanden sind und genutzt werden, kommt es zu weiteren Einsparungen. Auch kann an das bestehende Heizungssystem angeschlossen werden.

Ist es möglich, die Dachaufstockung noch als Erhaltungsaufwand zu begründen, kommt es zu weiteren Ersparnissen durch das Einkommenssteuergesetz, denn ein Erhaltungsaufwand zählt zu den sofort abzugsfähigen Werbungskosten. Ein Erhaltungsaufwand liegt dann vor, wenn der Dachtausch im Vordergrund steht. Werden die Kosten vom Finanzamt als Herstellungskosten eingestuft, was der Fall ist, wenn die Wohnraumbeschaffung Ziel der Aufstockung ist, wird lediglich eine Steuerminderung von jährlich 2 Prozent bewilligt.

Planungskosten für die Dachaufstockung

dachaufstockung-planung

Eine Dachaufstockung sollte sorgfältig geplant werden.

Wichtig ist, dass die Ortssatzung und der örtliche Bebauungsplan eingesehen werden. Ist die gewünschte Firsthöhe erlaubt, die Form des Dachausbaus? Diese und andere Fragen können durch die Einsicht vorweg geklärt werden. Grundsätzlich ist zu empfehlen, einen Architekten oder Baumeister mit der Planung zu beauftragen. Er stellt auch den Bauantrag und leitet das Genehmigungsverfahren ein.

Die Honorare sind als Kosten bei einer Dachaufstockung zu berücksichtigen. In der Regel müssen für den Vorentwurf rund 2 Prozent der Baukosten gerechnet werden, für die Einreichung weitere 4 Prozent. Eine eventuell gewünschte Gestaltungsplanung und Bauaufsicht schlagen sich noch einmal mit je 3 Prozent zu Buche, sind jedoch nicht zwingend notwendig.

Baukosten variieren je nach Konstruktion

Es stehen verschiedene Möglichkeiten für eine Dachaufstockung zur Auswahl. Preisgünstig zeigt sich die Nagelplattenkonstruktion. Aber es stehen auch vorgefertigte Dachstühle ebenso zur Verfügung wie Fertigdächer. Gleichgültig für welche Art sich der Bauherr entscheidet, kostensenkende Eigenleistungen zu erbringen, ist in allen Fällen möglich.  Je nach Aufstockungsvariante muss mit Kosten von rund 750 Euro bis 1.800 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche gerechnet werden. Die Spanne zeigt sich als sehr groß und hängt von der gewählten Aufstockungsvariante und Wahl der Gestaltungsmaterialien, wie etwa für Böden ab. Fenster, Türen, Fliesen, Fassade zählen ebenfalls zur Gestaltung. Einsparungen sind in diesem Bereich besonders leicht möglich, vor allem wenn auf Aktionen und Angebote zurückgegriffen wird.

Kostenübersicht (Beispiel)

  • Pro Quadratmeter Wohnfläche: 750 Euro bis 1.800 Euro
  • zuzüglich Planungskosten von 2 Prozent:  14 Euro bis 36 Euro/Quadratmeter
  • zuzüglich Einreichungskosten von 4 Prozent: 28 Euro bis 72 Euro/Quadratmeter

Es ergeben sich somit Gesamtkosten pro Quadratmeter Wohnfläche von 792 Euro bis 1.908 Euro.

Werden die Gestaltungsplanung und die Bauaufsicht ebenfalls fremdvergeben, erhöhen sich die Quadratmeterkosten auf 837 Euro bis 2.016 Euro.