KfW-Effizienzhaus 40 Plus – der neue Fördertarif der KfW

Energieeffizient Bauen wird in Deutschland von Seiten der KfW attraktiv gefördert. Hierfür gelten verschiedene Standards, die erfüllt werden müssen und die sich von Zeit zu Zeit ändern. Dementsprechend werden auch die Förderbedingungen laufende angepasst, für das Jahr 2016 gelten somit ab 1. April neue Regelungen. Im Bereich KfW-Effizienzhaus läuft der Förderstandard KfW-Effizienzhaus 70 aus, dafür wird der neue Standard KfW-Effizienzhaus 40 Plus eingeführt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie informiert frühzeitig die Öffentlichkeit darüber, da die Planungsphasen für Neubauten entsprechend viel Zeit in Anspruch nehmen.

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Die Fördertarife der KfW

Alles neu für das KfW-Effizienzhaus?

Die KfW muss sich mit ihren Fördermaßnahmen an den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) orientieren. Diese adaptiert, nicht nur für das Effizienzhaus, die förderwürdigen Vorgaben laufend entsprechend der gesetzlichen Rahmenbedingungen, so auch im kommenden Kalenderjahr. Mit dem 1.4.2016 gelten neuen Vorlagen, die auch für Förderanträge und Darlehen bindend sind.

Auch die KfW reagiert frühzeitig auf diese Umstellung und präsentiert bereits jetzt einen neuen Förderstandard, den KfW-Effizienzhaus 40 Plus. Dieser entspricht in den wesentlichen Bereichen der alten KfW 40 Darlehen, wird aber sozusagen um eine Plus-Komponente erweitert. Gleichzeitig wird der nun veraltete, nicht mehr top-aktuelle KfW-Effizienzhaus 70 Tarif auf Eis gelegt.

Energieeffizient – Haus bauen, aber wie?

Wie bereits kurz angesprochen orientieren sich die Förderprogramme und der Kredit der KfW an den Vorgaben der Energieeinsparverordnung. Die Zahlen hinter den einzelnen Standards (wie KfW-Effizienzhaus 70, 55, 50 und 40) beziehen sich auf den anteiligen Energieverbrauch im Verhältnis zu einem standardisierten Referenzhaus.

Ein Haus, das einen Wert von 40 erreicht, benötigt nur 40 % der Energie des Referenzhauses.

Das bedeutet im Klartext: Je geringer die Zahl, desto förderungswürdiger bzw. energieeffizienter ist eine neue KfW-Effizienzhaus Immobilie. Ein KfW-Effizienzhaus 100 würde gerade noch den Vorgaben der EnEV entsprechen können.

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Energieeffizient bauen

Die Energieeinsparverordnung sieht hierfür zwei entscheidende Kennzahlen vor, die gemessen und geprüft werden müssen  – den Jahresprimärenergiebedarf, sowie den Transmissionsverlust. Diese Werte und Kennzahlen sind von der EnEV exakt definiert und bestimmen somit letztendlich auch, in welche Förderklasse der KfW ein Neubau fallen wird.

Nicht ohne meinen Energieberater

Diese nur an der Oberfläche kratzende Erläuterung zum System der KfW zeigt schon, dass hier sehr viel Sachwissen erforderlich ist – einerseits, um die Planung für den Neubau einer Immobilie vorantreiben zu können, andererseits um alle wichtigen Vorschriften, Vorgaben und Kennzahlen im Auge zu behalten. Zudem: Das KfW Darlehen kann auch mit anderen Förderprogrammen kombiniert werden.

Von Seiten der KfW wird daher jedem zukünftigen Bauherren empfohlen, sich die Dienste eines Energieberaters zur sichern. Nur diese Fachkräfte können sicher stellen, dass die von einem Bauherrn gewünschten KfW-Werte erreicht werden können – natürlich innerhalb eines realistischen, finanziellen Rahmens. Selbst der beste Energieberater kann keine Strategie für ein überdimensionales Haus zum Discounterpreis entwickeln. Klar ist somit: Wer energieeffizient plant und auf Nummer sicher gehen möchte, sollte sich den entsprechenden Berater mit an Bord holen.

Der neue KfW-Effizienzhaus 40 Plus Standard im Detail

Grundsätzlich bleiben die Vorgaben gegenüber dem klassischen KfW-Effizienzhaus 40 Standard erhalten, hinzu kommt nun allerdings das sogenannte KfW Plus-Paket. Dieses sieht folgende Neuerungen, die es zu erfüllen gilt, vor:

  • Ein stationäres Batteriespeichersystem – Stromspeicher
  • Eine Visualisierung über ein Benutzerinterface für den Stromverbrauch und die Stromerzeugung
  • Eine Lüftungsanlage mit entsprechender Wärmerückgewinnung
  • Eine stromerzeugende Anlage mittels erneuerbarer Energie

Hinzu kommen einige weitere Vorgaben der KfW, die den Einbau beziehungsweise die Anwendung und die Systeme klar definieren. So muss laut KfW die Stromgewinnung aus erneuerbarer Energie auf dem Grundstück erfolgen, der erzeugte Strom muss dabei überwiegend auch im Gebäude selbst genutzt werden. Dies wird über eine Vorrangschaltung gewährleistet. Darüber hinaus muss zwischen Erzeuger, Speicher und Verbraucher eine physikalische Verbindung gegeben sein.

Die Lüftungsanlage muss einen Wärmebereitstellungsgrad von mindestens 80 % erreichen, hinzu kommen weitere Normen bezüglich der Außenluftvolumenströme und der Luftdichtheit der Gebäudehülle.
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Eine Solaranlage als Alternative

Der Stromspeicher sollte laut KfW eine Kapazität erreichen, die der Leistung des Stromerzeugers multipliziert mit einer Stunde entspricht. Das bedeutet, dass als Bemessungsgrundlage jene Leistung gilt, die zur Erfüllung der Anforderungen für das KfW-Effizienzhaus 40 Plus bezüglich der Energieerzeugung zu erreichen ist.

Natürlich sind weitere Bedingungen an das KfW-Effizienzhaus geknüpft, diese können den Erläuterungen der KfW jederzeit entnommen werden.

Welche Vorteile bringt das Förderprogramm 40 Plus mit sich?

Die Einführung des neuen Förderprogrammes der KfW bringt auch eine Reihe von Veränderungen bezüglich der Konditionen für Antragsteller und bezüglich der Förderung in Euro für ein Effizienzhaus mit sich.

  • Verlängerte Kreditlaufzeit möglich
  • Verlängerte Zinsbindungsvariante für den Kredit möglich
  • Höhere Förderhöchstbeträge
  • Noch attraktivere Tilgungszuschüsse

Der wohl markanteste Punkt des KfW-Effizienzhaus 40 Plus ist jener der erhöhten Förderhöchstbeträge. Bisher war die Förderung auf 50.000 Euro je Wohneinheit beschränkt, nun wird die Förderung auf 100.000 Euro angehoben. Das bedeutet, dass (Grundstückspreis ausgeklammert) über die Förderung die gesamten Baukosten durchaus subventionierbar sind. Die Kreditlaufzeiten können auf bis zu 30 Jahre ausgeweitet werden, bei einer neu möglichen Zinsbindung von bis zu 20 Jahren. Über den Tilgungszuschuss der KfW sind noch keine exakten Zahlen bekannt, dieser dürfte sich aber an den Vorgängern orientieren – somit könnte dank der KfW ein Tilgungszuschuss von bis zu 10.000 Euro möglich sein.

Quellen:

http://www.oekozentrum-nrw.de/kfw-neubaufoerderung-ab-2016.html

https://www.viebrockhaus.de/vorteile/energiesparhaus-bauen/kfw-40-plus-module.html

https://www.kfw.de/KfW-Konzern/Newsroom/Aktuelles/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen-Details_273664.html

http://www.baumev.de/News/8247/ViebrockhauserffneterstesKfW40PlusHausDeutschlands.html