Holzwurm bekämpfen – so wird es gemacht

Meist ist es ein echter Schock, wenn Sie die ersten kleinen Löcher in einem kostbaren alten Möbelstück oder der perfekt geschwungenen Holztreppe sehen. Häufig sind kleine Häufchen von Holzmehl deutliche Anzeichen für den Einzug von Holzwürmern. Jetzt sollten Sie schnell handeln und den Schädlingen den Garaus machen. Welche fünf Möglichkeiten es gibt, den Holzwurm und besonders seine Larven nachhaltig zu bekämpfen, zeigen wir hier im Überblick.

Stabilität und Werterhalt

Wenn Sie ein älteres Wohnhaus besitzen, sollten Sie gelegentlich einmal die Balken im Dachstuhl überprüfen. Ganz unbemerkt können sich auch hier Holzwürmer eingemietet haben. Damit der Dachstuhl weiterhin seine Stabilität behält, sollte im Falle eines Holzwurmbefalls unbedingt sofort gehandelt werden. Es gibt zahlreiche Produkte, die sogar in dicken Holzlagen die Holzwürmer abtöten. Sollte der Dachstuhl jedoch bereits stärker befallen sein, muss sich unbedingt ein Statiker oder Bauprüfer die Schäden ansehen. Hier sollten Sie kein Risiko eingehen und selbst herumprobieren. Nicht nur der Wert des Hauses steht da auf dem Spiel, sondern auch die Gesundheit und Sicherheit der Familie.

Lebendiger Holzwurm oder doch nur Fliegendreck

Auf den ersten Blick kann man die Löcher der Holzwürmer gern einmal mit den kleinen Pünktchen verwechseln, die Fliegen auf allen Oberflächen hinterlassen. Bei näherem Hinsehen erkennen Sie dann, ob wirklich ein Loch vorhanden ist. Damit wissen Sie aber immer noch nicht, ob es sich um alte unbedenkliche Löcher handelt oder um neue Löcher, in denen noch Leben ist. Suchen Sie nach Holzmehl am oder unter dem betreffenden verdächtigen Loch. Klopfen Sie gegen das Holz, ob sich Holzmehl herauslöst. Ist Holzmehl vorhanden, sind die Larven noch bei der Arbeit und Sie müssen sofort handeln.

Holzwürmer bekämpfen

Holzwürmer einfach bekämpfen

Antike Möbel retten – Holzwurm bekämpfen

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, einen Befall mit Holzwürmern zu bekämpfen. Beachten Sie, dass sich Holzwürmer und deren Larven ausschließlich in leicht feuchtem Holz aufhalten. In vollkommen trockenem Holz sterben sie ab. Sollte also beispielsweise ein schöner Schrank im Wintergarten befallen sein, kann es bereits ausreichen, diesen den Winter über neben dem Kaminofen zu platzieren. Das vertragen die Schädlinge überhaupt nicht. Auch in Küchen oder überhaupt auf Fliesenböden entstehen immer wieder Schäden durch Holzwürmer an massiven Möbeln. Das liegt oft am feuchten Wischen. Das Holz des Möbelstücks saugt die Feuchtigkeit durch die Möbelfüße regelrecht auf und die Larven der Holzwürmer feiern ein Fest.

Holzwürmer bekämpfen durch:

  • Wärmebehandlung
  • Salmiakgeist
  • chemische Holzschutzmittel
  • Borsalz / Borax
  • Eicheln auslegen
  1. Wärmezelt

    Bei eingebauten Balken mag es nur schwer möglich sein, doch bei überschaubar großen Möbelstücken können Sie aus alten Bettlacken und / oder aluminiumbeschichteten Picknickdecken eine Art Zelt errichten. Sorgen Sie dann dafür, dass ein Heizlüfter mit voller Leistung Wärme unter dieses Zelt pustet. Wenn Sie für etwa ein bis zwei Stunden unter dem Zelt eine Temperatur von mindestens 55 Grad produzieren können, haben Sie oft schon gewonnen. Das Eiweiß, aus dem die Holzwürmer nahezu vollständig bestehen, zersetzt sich bei großer Hitze sehr schnell.

    Kleinere Stücke, wie beispielsweise geschnitzte Schmuckkästchen können sogar direkt in den Backofen. Erwärmen Sie das Holz aber nicht zu stark oder zu schnell, da es sonst reißen würde. Damit wäre nichts gewonnen und das gute Stück dennoch ruiniert. Übrigens bringt das Gegenteil, also Frost im Winter, leider kaum etwas bei der Bekämpfung von Holzwürmern. Im nächsten Frühjahr sind diese eher noch aktiver, denn es kann sich erneut Feuchtigkeit im Holz festsetzen.

    Achtung: Sie müssen unbedingt dabeibleiben, um den Vorgang zu kontrollieren und zu sichern!
  2. Salmiakgeist oder Essig

    Kleine Schalen mit Salmiakgeist oder Essig werden bei dieser Lösung in das Möbelstück gestellt. Allerdings können sich einige Holzarten dabei verfärben. So ist dies eher etwas für lackierte Möbel, die Sie später etwas nacharbeiten können. Außerdem muss das Möbel während der Einwirkzeit in Folie gewickelt werden und mehrere Tage mit dem Salmiakgeist stehen bleiben. Oft riecht das Möbel auch nach der Behandlung noch länger nach.

  3. chemische Keule – Holzschutzmittel

    Versuchen sie geprüfte Holzschutzmittel zu erwerben, die speziell auf die Behandlung von Möbeln und Bauteilen im Wohnbereich ausgerichtet sind. Der Blaue Engel auf dem Produkt ist schon ein Hinweis auf ein derartiges Produkt. Dennoch sollten Sie das betreffende Möbel möglichst einige Tage in der Garage oder einem anderen möglichst trockenen Raum auslüften lassen. Da der flüssige oder cremige Holzschutz nicht sofort in die Tiefen des Holzes vordringt, fressen die Holzwürmer normalerweise noch längere Zeit weiter. Sie können sogar noch in den Tiefen des Schranks neue Larven hinterlassen. Das würde bedeuten, dass der Befall nach wenigen Jahren erneut sichtbar ausbricht.

    Achtung: Möbelstücke, die in den Schlafräumen und besonders in den Kinderzimmern stehen, sollten Sie aber nicht mit chemischen Mitteln behandeln.
  4. Borsalz / Borax

    Lösungen aus Borsalz oder Borax sind günstige und relativ umweltschonende Möglichkeiten, um Holzwürmer zu bekämpfen. Allerdings ist hier das gleiche Problem wie bei der chemischen Lösung gegeben, denn das Borsalz dringt nicht sofort in die Tiefen des Holzes vor. Die Vorteile überwiegen jedoch, wegen der für die Menschen eher unschädlichen Vernichtung der Holzwürmer. Im Dachstuhl können Sie diese Lösungen sogar mit einer Drucksprühflasche für den Gartenbereich ausbringen, wenn hier nicht ausgebaut wurde. Eventuell müssen Sie den Vorgang jedoch mehrfach wiederholen. Für den Außenbereich ist Borsalz oder Borax aber kaum als Holzschutz geeignet. Es würde sich schon nach einem Sommer weitgehend auswaschen.

    Holzwürmer Borsalz

    Möbel mit Borsalz besprühen

    Tipp: Borsalz können Sie auch vorsorglich verwenden. So tritt das Problem bei einem wertvollen Möbelstück gar nicht erst auf. Übrigens enthalten einige der deutlich teureren Holzschutzmittel ebenfalls Borsalz.
  5. Eicheln auslegen

    Viele Hausfrauentipps schwören auf Eicheln bei der Bekämpfung von Holzwürmern. Ob dieser Trick wirklich funktioniert, können wir nicht sagen. Aber der Versuch ist absolut unschädlich und sehr günstig. In einem Möbelstück oder auf einem befallenen Balken legen Sie für diese Lösung einige Eicheln. Holzwürmer sollen darauf völlig versessen sein. Nach einigen Tagen schauen Sie nach, ob die Eicheln bereits ein Loch haben. Das wäre das Zeichen, dass zumindest ein Holzwurm umgezogen ist. Also wird die Eichel entfernt und entsorgt und durch neue Eicheln ersetzt. Wenn Sie einen Kaminofen haben, sollten Sie die befallenen Eicheln dort verbrennen. So stellen Sie sicher, dass die Holzwürmer nicht gleich noch Ihren Holzkomposter befallen.

    Tipp: Auch diese Lösung lässt sich prima als Vorbeugemaßnahme anwenden. Legen Sie einfach immer wieder Eicheln in die Schubladen von guten Holzmöbelstücken und schauen Sie öfter nach, ob diese vielleicht befallen sind.
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