Holzständerbauweise – Kosten, Vorteile und Nachteile gegenüber der Massivbauweise

Die Holzständerbauweise ist modernes Fachwerk, das betreffende Haus besitzt durchgehende Holzständer vom Dach bis hinunter zur Schwelle, die die Gesamtkonstruktion tragen. Ein solches Haus ist relativ schnell errichtet, darum zählt es zu den Fertighäusern. Gebäude, die auf diesem statischen Prinzip basieren, bringen viele Vorteile mit sich, doch in der Entscheidungsphase sollte der zukünftige Bauherr die Nachteile nicht vergessen: Wir geben Ihnen solide Informationen zur Hand, die es Ihnen erleichtern, eine Entscheidung für oder gegen ein Haus in Holzständerbauweise zu treffen.

holzständerbauweise

Der Vorteil dieser Bauweise – schnell gebaut und niedrige Kosten.

Die Vorteile der Holzständerbauweise

Die Holzständerbauweise ist bei Weitem nicht so verbreitet wie die Stein-auf-Stein-Konstruktion, die meisten Bauherren greifen auf den altbewährten Massivbau zurück. Doch die ausgiebigen Trocknungszeiten ziehen die Bauzeit in die Länge, dabei fallen erhöhte Kosten an. Ganz anders sieht es bei der Holzständerbauweise aus:

Hier wird während der Bauphase sehr viel Zeit gespart, Trocknungszeiten sind nicht nötig, die monatelange Doppelbelastung mit Hypothekenzahlung und Miete fällt weg. Außerdem kann die Immobilie früher bezogen werden, was den neuen Hausbesitzern sicher zusätzliche Freude bereiten wird.

Auch die Baustoffe für das Haus in Holzständerbauweise kosten deutlich weniger als das Material für Gebäude in Massivbauweise. Bei professioneller Ausführung ist eine solche Immobilie trotzdem ebenso stabil wie ein Massivhaus. Auch die Energieeffizienz leidet nicht unter der leichteren Holzbauweise, denn die Dämmung kann nach modernsten Standards durchgeführt werden.

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Viele Baufirmen planen diese Häuser.

Die Vorteile auf einem Blick:

  • vorgefertigte Bauteile verkürzen die Bauzeit
  • Trocknungszeiten fallen weg, auch dies verkürzt die Bauzeit
  • etwa 30 % Kostenersparnis gegenüber der Massivbauweise
  • keine tragenden Wände nötig: Raumgestaltung wird individuell planbar und veränderbar
  • Langlebigkeit und hohe Energieeffizienz bei professioneller Ausführung

Die Nachteile dieser Bauweise

Holz und Feuchtigkeit vertragen sich nicht gut, bei dauerhafter Wassereinwirkung entstehen Fäulnisprozesse, Schimmel siedelt sich an. Darum muss ein Haus, das in Holzständerbauweise errichtet wird, schon während der Bauzeit einen gründlichen Regenschutz erhalten. Auch beim fertigen Haus darf keine Feuchtigkeit das Holz durchweichen, es benötigt einen dauerhaften, effektiven Schutz – auch gegen Insektenbefall.

Wenn Sie folgende Aspekte beachten, dann ist Ihr Haus in Holzständerweise von Anfang an gut geschützt und wird viele Jahre halten:

  • Errichtung des Hauses möglichst in den der warmen Jahreszeit
  • den Rohbau während Regenwetter gut mit Abdeckplanen schützen
  • nur ausreichend getrocknetes Holz für die Erstellung der Ständer verwenden
  • für einen guten Schutz gegen Insektenbefall sorgen
  • Öffnungen für Fenster und Türen sorgfältig entkoppeln, damit kein Wasser eindringt
  • Dämmung und Abdichtung akkurat ausführen
Unser Tipp: Wählen Sie ein genormtes Rastermaß von 62,5 cm: Damit eröffnen Sie sich die Möglichkeit, später ohne große Probleme Ihre Räume wieder umzugestalten, indem Sie Wände versetzen und neue Wände einziehen. Auch die Dämmplatten und andere maßgeschneiderte Werkstoffe passen dann größtenteils verschnittlos in Ihr Haus. So wird der Umbau günstiger und geht schneller vonstatten.

Die Preise für Häuser aus vorgefertigten Holzteilen

Jedes Haus besitzt seinen ganz eigenen Charakter, der sich auch im Preis widerspiegelt. Auch in der Holzständerbauweise gibt es einfache Basisausführungen, die gehobene Klasse und die Luxusvariante: Breite Holzständer und dicke Wände sind teurer als die schmale Variante – Erker und besondere Dachformen werfen Zusatzkosten auf.

Auch die Etagenzahl wirkt sich auf den Preis auf und ein Haus mit Keller ist naturgemäß teurer als eines mit Bodenplatte. Der einfache, querrechteckige Flachdachbungalow ohne Keller wird also am unteren Ende der Preisskala liegen, während die zweigeschossige Villa mit Walmdach und Treppenhauserker um einiges teurer ist.

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Die Zimmermannsarbeiten sind vergleichsweise kostengünstig.

Kosten pro Quadratmeter

Der Richtwert für ein durschnittliches Einfamilienhaus in Ständerbauweise mit etwa 100 bis 150 qm Wohnfläche liegt bei 60.000 bis 100.000 Euro für den Rohbau. Kommt eine besondere Bauform, zum Beispiel ein schöner Erker, hinzu, wird es sogleich teurer. Das Fertighaus muss dann natürlich noch weiter ausgebaut werden, unsere Preiseinschätzung betrifft nur die reine Gebäudekontur einschließlich Dachkonstruktion ohne Eindeckung.

Da der Rohbau so preiswert ist, kann bei dieser Hausvariante der anschließende Ausbau durchaus teurer werden als das eigentliche Gebäude. Prüfen Sie sehr genau, welche Materialien und Leistungen im Angebot der von Ihnen befragten Bauunternehmer enthalten sind und welche nicht. Nur durch einen exakten Vergleich finden Sie heraus, welcher Anbieter für Sie den optimalen Service zum besten Preis bietet.

Unser Tipp: Nehmen Sie bereits bei der Angebotsauswahl den Service eines Sachverständigen in Anspruch, denn oftmals sind entsprechende Dokumente für den Laien schwer verständlich formuliert. Obwohl der fachkundige Ratgeber natürlich eine gute Bezahlung für seine Dienste nehmen wird, kommen Sie mit ihm wahrscheinlich kostengünstiger an Ihr Haus.

Preiseispiele für Einfamilienhäuser in Holzständerbauweise

Die folgenden Kostenbeispiele orientieren sich an realen Summen, die auf einschlägigen Anbieterseiten genannt werden. Dennoch gibt es keinen Anspruch darauf, das entsprechende Hausmodell exakt zum genannten Preis zu erhalten.

  1. Holzständerhaus mit 50 qm, 1 Etage und Satteldach als Ausbauhaus: 55.000 Euro
  2. Holzständerhaus mit 100 qm, 1,5 Etagen und Satteldach: 80.000 Euro
  3. Holzständerhaus mit 150 qm, 2 Etagen, Erker und Satteldach: 150.000 Euro

Klären Sie auf jeden Fall, ob bei Ihrem neuen Haus das Fundament inklusive ist, welche Kosten bei Bedarf ein Keller aufwerfen würde und ob es im Preis inbegriffene Extras gibt, zum Beispiel eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Normalerweise entscheidet sich der zukünftige Bauherr auch vor Baubeginn für die gewünschte Heizungsart, dafür gibt es zumeist Pauschalpreisangebote, die Sie erfragen können.

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Der Werkstoff Holz bietet viele Vorteile.

Schneller Hausbau für Sparfüchse

Die Holzständerbauweise eignet sich als gute Alternative zur üblichen Massivhauskonstruktion: Wer Geld und Zeit zugleich sparen möchte, sollte sich entsprechende Angebote ansehen und vergleichen. Insgesamt kann man sagen, dass diese Hausvariante sicher denjenigen Bauherren entgegenkommt, die über ein eher schmales Budget verfügen und trotzdem keine Qualitätsabstriche hinnehmen möchten. Sparfüchse kommen ebenso auf ihre Kosten wie Eilige, die ihr eigenes Häuschen möglichst bald beziehen möchten. Wer bei Anbieter und Baumaterialien auf hohe Qualität achtet, wird ein langlebiges, solides Haus zu einem guten Preis erhalten.

Unser Tipp: Dünne Wände, die auf schmalen Holzträgern basieren, sind in der Regel günstiger zu haben als dickere. Doch in den schmalen Wänden lässt sich weit weniger Dämmmaterial unterbringen, das schlägt sich negativ auf die Energiebilanz nieder. Wer also nicht nur kurzfristig, sondern auf Dauer sparen möchte, sollte auf genügend Platz für eine solide Dämmung achten. Prüfen Sie auch, ob die Wandzwischenräume auch wirklich gut ausgefüllt werden, damit kein Dämmmaterial verrutscht und so versteckte Kältebrücken entstehen.
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