Fliesen verfugen Anleitung – so wird es gemacht

Ohne Fugen kommt eine verflieste Fläche nicht aus, diese sollten so ordentlich wie möglich aussehen und genau die richtige Breite besitzen. Das Verfugen an sich ist keine besonders schwierige Arbeit, mit einer entsprechenden Anleitung wird dies jedem Hobby-Heimwerker gelingen. Lesen Sie hier, wie Sie Ihre Fliesen am besten verfugen und worauf Sie dabei unbedingt achten müssen.

Wozu brauchen Fliesen eigentlich Fugen?

Vom Material Holz weiß man, dass es sich je nach Temperatur und Feuchtigkeit ausdehnt oder schwindet. Auch Keramikprodukte besitzen diese Eigenschaft, wenn auch nicht so offensichtlich wie der lebendige Werkstoff Holz.

Gerade in Regionen mit relativ starken Temperaturschwankungen sind Fliesenfugen ein unbedingtes Muss, denn auf Stoß geklebte Bodenplatten würden beim Ausdehnen eine Materialspannung aufbauen, die sogar bis zum Reißen und Splittern führen kann. Die Fliesen müssen sich also bewegen können – und genau dafür sorgt die Fuge mit ihrem elastischen Mörtel.

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Durch das richtige verfugen können Sie Unregelmäßigkeiten beim Verlegen ausgleiche.

Nebenbei lassen sich durch Fugen kleine Maß- und Formabweichungen optisch ausgleichen, wie sie besonders häufig bei gebrannten Fliesen vorkommen. Beim Verlegen auf Stoß müsste jede Platte millimetergenau gearbeitet sein, damit sich keine Verschiebungen im Muster ergeben.

Wie sollten die Fliesenfugen beschaffen sein?

Schon vor dem Verlegen Ihrer Fliesen sollten Sie sich Gedanken über die spätere Beschaffenheit der Fugen machen. Wie breit muss eine Fliesenfuge eigentlich sein? Hier unsere Richtwerte:

  • kleinteilige Mosaikfliesen: etwa 2 mm
  • großflächige Fliesen mit über 1 m Kantenlänge: etwa 20 mm
  • bei durchschnittlicher Fliesengröße: etwa 5 -10 mm
  • Sonderregel für Natursteinfliesen: 2 – 4 mm Fugenbreite
Unser Tipp: Insgesamt gilt: Umso großflächiger die Fliese, desto breiter sollte die Fuge sein. Denn viel Material dehnt sich viel aus, wenig Material umso weniger. Der praktische Nebeneffekt besteht darin, dass die Fugenbreite auch optisch gut passt, da sie proportional stimmig ist.

Für wasserdicht zu fliesende Flächen gibt es wasserundurchlässigen Mörtel. Im Außenbereich, zum Beispiel auf der Terrasse, ist es sinnvoll, dass das Regenwasser im Untergrund versickern kann: Verwenden Sie hier wasserdurchlässigen Mörtel, um Pfützenbildung und Überschwemmungen zu verhindern.

Planen Sie auch eine umlaufende Dehnungsfuge für Ihre Fliesenfläche ein, die vorzugsweise zuerst mit Montageschaum und dann mit Silikon ausgespritzt wird. Diese besitzt normalerweise eine Breite von einem halben bis anderthalb Zentimeter, bei großen Räumen kann sie auch 2 cm oder sogar mehr messen.

So verfugen Sie Ihre Fliesen: eine Anleitung

Boden- und Wandfliesen lassen sich auf leicht unterschiedliche Weise verfugen, darum teilen wir diese Anleitung in diese zwei Bereiche auf.

Unser Tipp: Achten Sie beim Mörtelkauf darauf, dass das Material eine gute Flexibilität ausweist. Damit wird ein Reißen der Fugen unwahrscheinlicher und Ihre Fugen besitzen eine größere Chance, lange zu halten. Wenn Sie die Masse stets mit derselben Wassermenge anrühren, vermeiden Sie farbliche Abweichungen.
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Die Fugenmasse wird aufgetragen

Bodenfliesen verfugen: So geht es!

  1. Rühren Sie den Mörtel nach Rezept dünnflüssig an, damit Sie ihn gut auf den Fliesen ausgießen können. Nutzen Sie zum sorgfältigen Umrühren einen auf die Bohrmaschine aufsteckbaren Quirl / Rührstab.
  2. Gießen Sie den gut durchmischten Mörtel auf die Fliesenfläche und verteilen Sie ihn mit einem Fugenbrett oder Gummischieber. Streichen Sie mit Ihrem Werkzeug dabei diagonal über die Fugen. Achten Sie auf eine gleichmäßige Verteilung.
  3. Lassen Sie die Fugenmasse nun antrocknen, doch aushärten sollte sie dabei noch nicht. Warten Sie einfach darauf, dass die zunächst glänzende Oberfläche des Mörtels matt wird, dann beginnen Sie mit dem Ausschwemmen.
  4. Verwenden Sie ein Schwammbrett oder einen Fliesenschwamm, um die Fugen mit Wasser auszuschwemmen. Wieder ist ein diagonales Arbeiten gefragt. Tragen Sie nicht zu viel Material ab.
  5. Nehmen Sie nun ein sauberes fusselfreies Tuch zur Hand, mit dem Sie die Fliesenoberfläche feucht reinigen. Gehen Sie dabei äußerst sorgfältig vor, da der Zement, sobald der getrocknet ist, nur noch sehr schwierig zu entfernen ist.
  6. Falls der Zement tatsächlich schon zu fest getrocknet ist, benötigen Sie einen speziellen Reiniger gegen Zementschleier. Dieser darf natürlich nicht mit Ihren fertigen Fugen in Kontakt kommen, denn sonst lösen sich diese wieder an.
Unser Tipp: Bei stark strukturierten oder leicht saugenden Fliesenoberflächen empfiehlt es sich, die Fugenmasse so dünnflüssig anzurühren, dass Sie sie exakt in die Fugen gießen können. So ersparen Sie sich eventuelle Probleme bei der Oberflächenreinigung.

Wandfliesen verfugen: der kleine Unterschied

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Auch Wandfliesen sollten verfugt werden

  1. Mischen Sie den Mörtel für Ihre gefliesten Wandflächen um einiges zähflüssiger an und bringen sie das Material mit einer Glättkelle auf. Auch hier wird wieder diagonal zu den Fugen gearbeitet. Füllen Sie immer nur eine begrenzte Fugenfläche auf, die Sie innerhalb von etwa 20 Minuten fertigstellen können.
  2. bis 6. Schritt: Von jetzt an gehen Sie genauso vor wie bei den Bodenfliesen bereits beschrieben.

Umlaufende Dehnungsfuge ordentlich mit Silikon auffüllen

Zum Schluss bearbeiten Sie die bereits erwähnte umlaufende Dehnungsfuge. Ob Sie dafür wie bereits vorgeschlagen einen Montageschaum unterlegen, oder ausschließlich mit Silikon arbeiten, ist Ihre Entscheidung. Das Silikon bringen Sie aus der Kartusche mit der Spritzpistole auf, deren Kanüle Sie schräg angeschnitten haben.

Spritzen Sie das Silikon möglichst gleichmäßig in die Dehnungsfuge ein, anschließend glätten Sie die Oberfläche mit einem abgerundeten Holzspatel oder einen kleine Löffel. Wenn Sie möchten, können Sie bestimmte Stellen noch mit nassem Finger nacharbeiten, das lohnt sich oft vor allem in den Ecken.

Unser Tipp: Tauchen Sie Ihr Glättwerkzeug vor jeder Verwendung in Spülmittelwasser. Wasser und Spülmittel sorgen dafür, dass das Silikon nicht am Glätter oder Finger haften bleibt, so können Sie viel sauberer arbeiten.

Farbiger Fugenmörtel für schöne visuelle Effekte

Fugen müssen nicht immer grau oder weiß sein, der Mörtel kann auch mit farbigen Pigmenten durchsetzt werden. Normalerweise handelt es sich um Einfärbungen in dezenten Naturtönen, zum Beispiel in Orange-Braun oder mit einem leichten Rot- oder Gelbstich. Damit verleihen Sie Ihrem Boden den besonderen Touch, doch achten Sie genau darauf, ob der Farbton wirklich passt. Bedenken Sie auch, dass farblich auffällige Fugen einen Raum eher optisch verkleinern, da sie die Bodenfläche visuell in kleinere Abschnitte unterteilen. Darum eignet sich dieser gestalterische Kniff hauptsächlich für großflächige Fliesenzonen.

Unterschiede in der Verarbeitung bestehen bei farbigem Fugenmörtel in der Regel nicht. Beachten Sie aber: Je stärker der Kontrast zwischen Fliese und Fuge ausfällt, desto deutlicher treten Unregelmäßigkeiten hervor.

Unser Tipp: Sind Ihre Fugen nicht ganz gerade geraten oder Ihre Fliesen leicht ungleichmäßig geschnitten, dann wählen Sie besser einen Fugenmörtel in möglichst ähnlicher Farbe wie die Fliesenoberfläche. Damit wirkt die Gesamtfläche dann deutlich ordentlicher. Testen Sie die Farbwirkung Ihres Mörtels an einer versteckten Stelle vor Ort aus.