Flachdachsanierung: Vorgehensweise und Kosten für die Sanierung eines Flachdachs

Ein Flachdach besitzt eine nur sehr sanfte Neigung bis zu 7 Grad. Äußerst selten kommen Null-Dächer vor, die gar keine Neigung aufweisen. Niederschläge, Stauwasser, Hitze, Kälte und Schnee beanspruchen die Dachoberfläche, sodass im Laufe der Jahre eine Sanierung unumgänglich wird. Wie funktioniert die Flachdachsanierung – und was kostet sie?

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Flachdächer sind vor allem bei modernen Häusern sehr beliebt.

So zögern Sie die Flachdachsanierung heraus: Wartung und Reparatur

Moderne Flachdächer halten laut Herstellerangaben sehr viele Jahre, doch eine regelmäßige Kontrolle sollte trotzdem stattfinden. Wenn Sie zweimal im Jahr Ihr Flachdach selbst begehen, entdecken Sie wahrscheinlich frühzeitig die Schwachstellen und können größere Folgeschäden abwenden.

Befreien Sie Ihr Dach außerdem von Verschmutzungen und Laub, denn an diesen Stellen sammelt sich leichter das Wasser an und schädigt die Dachhaut. Beseitigen Sie solche Verschmutzungen vorzugsweise im Herbst, damit es nicht zu gefrierenden Wasserpfützen kommt.

Bessern Sie kleinere Schadstellen an den Bitumenbahnen mit Bitumen-Spachtelmasse oder Flüssigkunststoff aus. Für etwa 25 Euro pro qm erhalten Sie außerdem Sanierungsbahnen zur Reparatur. Doch bei größerem Verschleiß steht eine Flachdachsanierung an, um Wasserschäden zu vermeiden, die die Bausubstanz zerstören.

Wie funktioniert die traditionelle Sanierung eines Flachdachs

Bei älteren Flachdächern fehlt manchmal auch eine ausreichende Wärmedämmung, sodass sich im Zuge der Sanierung eine gute Gelegenheit bietet, diese zu erneuern. Die häufigste Art der Flachdachsanierung wird mit Bitumenbahnen ausgeführt, die der Fachmann in zwei bis drei Lagen übereinander verlegt.

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Flachdachsanierung mit Bitumenbahnen

Drei traditionelle Vorgehensweisen zur Verlegung von Bitumenbahnen stehen zur Auswahl: Die Kaltverlegung, das Verkleben mit Flüssigbitumen und das Verschweißen der Bahnen. Wir erläutern im Folgenden die dritte Variante, da diese am häufigsten zur Anwendung kommt:

  1. Entfernung alter, undichter und nicht mehr tragfähiger Materialien
  2. Untergrundvorbereitung
  3. Ausrollen der Bitumenbahnen auf dem Dach unter Erhitzung mit dem Gasbrenner
  4. Bahnen auf Stoß aneinanderlegen und Schweißnähte gründlich erhitzen
  5. Manschetten / Bleche für Wandanschlüsse und Dachöffnungen dichten die Randzonen ab
  6. zweite und dritte Lage auf dieselbe Weise darüberlegen

Neue Variante: Sanierung mit Folie oder Flüssigkunststoff

Die Flachdachsanierung mit EPDM-Folie stellte ein neueres Verfahren dar, das eventuell die alten Methoden verdrängen könnte. Der hierfür verwendete synthetische Kautschuk ist äußerst langlebig, witterungsbeständig und elastisch. So funktioniert es:

  1. trägfähigen Untergrund herstellen
  2. EPDM-Folie lose verlegen, sodass sich die Bahnen an den Rändern überlappen
  3. überlappende Ränder mit Spezialkleber verkleben
  4. an Wandanschlüssen und Öffnungen Manschetten und Kleber verwenden
  5. eventuell Kies auflegen oder das Dach begrünen

Eine Alternative zur Aufbringung von EPDM-Bahnen bietet das Aufbringen flüssigen Kunststoffs (Elastomere) mit dem Spritzgerät, Pinsel und Rolle oder einem Wischer. Das Praktische daran ist: Die alten Bitumenbahnen müssen vorher nicht entfernt, sondern nur gesäubert werden. Verwenden Sie auf jeden Fall hochwertige Produkte!

Die Kosten für eine Flachdachsanierung

Aufgrund der Vielzahl der Möglichkeiten zur Flachdachsanierung – und des unterschiedlichen Vorzustandes jedes Daches – kann es zur Flachdachsanierung keine allgemein verbindliche Kostenvorhersage geben.

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Rechnen Sie für die Neu-Erstellung Ihres Flachdaches mit verschweißten Bitumenbahnen, inklusive neuer Wärmedämmung und Bekiesung, mit Kosten von etwas mehr als 100 Euro pro Quadratmeter. Die Abrisskosten des alten Daches kommen noch hinzu.

Ohne Wärmedämmung kommen Sie für dieselbe Verfahrensweise auf etwa 40 Euro pro Quadratmeter, je nach Region und Fachfirma. Auch hier addieren sich die Abrisskosten noch hinzu.

Kosten sparen und das Flachdach selbst sanieren? 

Die Flachdachsanierung ist eine sehr diffizile Arbeit, denn hierbei dürfen keine Lücken entstehen, die das Eindringen von Wasser begünstigen. Auch der Umgang mit dem Gasbrenner will gelernt sein, um Verletzungen zu vermeiden.

Zur eigenhändigen Flachdachsanierung bietet sich am ehesten das Aufbringen von Flüssigkunststoff an. Sie benötigen dafür keine besonderen Kenntnisse über Werkzeuge und Geräte, sollten sich aber gründlich informieren, wie der Untergrund beschaffen sein muss und auf welche Weise Sie mit Wandanschlüssen und Dachöffnungen verfahren.

Unser Tipp: Handwerksarbeiten am Eigenheim lassen sich teilweise über die Steuer absetzen. Bitten Sie Ihren Dachdecker, seinen Stundenlohn getrennt von den Materialkosten in seiner Rechnung aufzuführen. Bei energetischen Sanierungsmaßnahmen erhalten Sie wahrscheinlich staatliche Zuschüsse!