Flachdachbegrünung selber machen – Aufbau und Kosten

Begrünte Dachflächen liegen im Trend. Ob auf dem Flachdach eines Hauses, des Carports, der Garage oder eines Anbaues: Die Gestaltung eines Traumgartens in luftiger Höhe hat mehrere Aspekte. Zier- und Nutzpflanzen verschönern nicht nur den optischen Anblick, sondern eine Dachterrasse bietet auch mehrfachen Nutzen.

Vorteile einer begrünten Dachfläche

Sie kann eine sinnvolle Alternative zu einem fehlenden Garten sein und der Hausinhaber wird für diese Wertsteigerung (regional abhängig) sogar finanziell vom Staat unterstützt, denn das zusätzliche Grün dient der Umwelt.

Folgender Nutzeffekt entsteht:

  • Verbesserung der Luft und des Mikroklimas
  • Schadstoffe in einer Großstadt werden gefiltert, der Feinstaub gebunden
  • Eine Flachdachbegrünung ist gleichzeitig eine Wärmedämmung für das Haus
  • Energiekosten werden reduziert und das Wohnraumklima optimiert
  • Über fünfzig Prozent des Regenwassers werden durch die Begrünung zurückgehalten und sinnvoll verwendet
  • Schallisolierung
  • Schutz des Daches vor Witterungseinflüssen
  • Lebensraum für Vögel und Insekten
  • Diskrete Ruhezone zur Entspannung der Bewohner

Voraussetzungen für eine Flachdachbegrünung

begrüntes flachdach

Ein Flachdach zu begrünen kann mehrere Zwecke erfüllen

Vor der Realisierung des Vorhabens gilt es, wesentliche Punkte zu beachten. Dazu zählt auch die Information der Stadt- oder Gemeindeverwaltung, hinsichtlich genehmigter Fördergelder. Eine Dachbegrünung hängt von der Statik, der Tragfähigkeit des Daches ab. Sinnvoll ist die Prüfung durch einen Statiker oder Architekten, da auch im Winter die anfallende Schneelast mit berücksichtigt werden muss. Danach richtet sich die mögliche Substratschicht und demzufolge die Auswahl der Pflanzen, Stauden, Bäume oder Kräuteranlage.

Tipps zur Pflanzenauswahl und Pflege:

Generell erfolgt die Bepflanzung im Frühjahr oder Herbst. Die Auswahl der Pflanzen richtet sich nach der Lage des Flachdaches (Windrichtung, Sonne, Schatten, Halbschatten).
Die Bewässerung muss sichergestellt sein (Wasseranschluss für Beregnungsanlage oder einen Gartenschlauch).

Eine Extensivbegrünung hat den Vorteil, dass niedrig wachsende Kulturen (Kräuter, Moos, Bodendecker) eine dünnere Dachsubstratschicht benötigen als hochwachsende. Somit ist diese Begrünungsart auch für Dächer mit geringerer Tragfähigkeit geeignet.

Anleitung zur Begrünung eines Flachdaches

Folgendes Material und Handwerkszeug wird benötigt:

  • Dachsubstrat (ausreichend für eine Höhe von 30 bis 50 Zentimeter Pflanzschicht)
  • Schutzfolie (wurzelfest)
  • Drainagematte (wurzelfest)
  • Filter-Vlies
  • Schutz-Vlies
  • Schaufel
  • Harke
  • Maßband
  • Cuttermesser
  • Pflanzschaufel
  • Pflanzen
  • Wasser

Dachsubstrate bilden die Vegetationsschicht, die zusätzlich mineralisches Gestein enthalten. Damit keine Staunässe entsteht, ist zum Ablauf des Regenwassers ein entsprechendes Gefälle auf Flachdächern anzulegen.

  1. Als Untergrund auf die Dachterrasse wird die Schutzfolie ausgelegt, die eine Beschädigung des Daches durch Wurzeln verhindern soll.
  2. Drainagematte plangenau darüber legen und mit dem Cuttermesser Überstehendes passend schneiden. Den Dachablauf freilassen.
  3. Ein Sieb oder Kontrollschacht am Dachablauf ist sinnvoll, damit kein Dachsubstrat in den Ablauf und das Fallrohr gerät (Verstopfungsgefahr).
  4. Filter-Vlies mit etwa zehn Zentimeter Überhang über die Drainagematte auslegen.
  5. Je nach Intensiv- oder Extensivbegrünung das Dachsubstrat verteilen. Das Vlies muss vollständig bedeckt sein und der Regenwasserablauf frei bleiben.
  6. Mit dem Harken (Rechen) das Substrat gleichmäßig glätten, mit einer leichten Schräge zum Dachablauf hin.
  7. Rollrasen ausbreiten beziehungsweise Kräuter oder flach wachsende Stauden pflanzen. Eine regelmäßige Bewässerung ist vor allem bis zur festen Anwurzelung erforderlich.
  8. Gehölze, wie Buchsbaum oder Liguster, können als natürlicher Sichtschutz dienen.

Tipps zur Menge des Substrates:

Für eine Höhe des Bodens von 6 Zentimetern werden 6 Säcke Substrat pro Quadratmeter benötigt.
Intensivbegrünung mit höher wachsenden Pflanzen, Stauden oder kleinen Bäumen braucht mindestens 30 Zentimeter Substratstärke.