Estrich richtig versiegeln – Kosten und Anleitung

Der Estrich ist in der heutigen Bautechnik die am weitesten verbreitete Form, mit der ein Fußbodenaufbau abgeschlossenen wird. Seine Herstellung aus Estrichbeton verschafft ihm höchste Festigkeit und bei sachgemäßer Herstellung besitzt er eine ausgewogene Oberfläche, die zu jeder weiteren Verarbeitung geeignet ist. Ein Estrichbodenaus Beton ist zudem wesentlich preisgünstiger als beispielsweise ein Fußbodenuntergrund aus Holzdielen. Jeder Estrich kann jedoch, wenn er nicht sofort ausreichend geschützt wird, in seiner Struktur an Festigkeit verlieren. Er unterliegt einem Abrieb und kleinste Teile seiner Oberfläche lösen sich ab.

Wenn beispielsweise Motoröl eines undichten Fahrzeuges in der Garage in den Estrich eindringt, ist der Schaden irreparabel.
Deshalb benötigt jeder Estrich, der nicht mit Fliesen, Bodenbelägen oder anderen Belagsarten überzogen wird, eine abschließende Versiegelung. Die Bauchemie bietet dazu viele geeignete Produkte. Deren Auswahl erfolgt vor allem nach der Anforderung an die Belastung des Fertigfußbodens und nach dem Einsatzort.

Wie wird ein Estrich fachgerecht zur Versiegelung vorbereitet?

estrich in garage

Auch der Estrich in einer Garage sollte versiegelt werden.

Die wichtigste Voraussetzung für das Versiegeln des Estrichs besteht darin, dass seine Oberfläche absolut sauber ist. Dazu muss er mehrmals gründlich gefegt und abgesaugt werden. Bevor diese Arbeit erfolgt, müssen alle Risse und Vertiefungen im Beton fachgerecht ausgeglichen werden. Sie würden sonst die Stabilität der Versiegelung gefährden und sich außerdem unschön durch die fertige Fläche durchdrücken.
Bevor die Versiegelung erfolgt, muss der Estrich ausreichend trocken und frostfrei sein. Seine Restfeuchte muss unter 0,3 Prozent liegen. Das bedeutet, das selbst ein Anhydridestrich nach 28 Tagen noch nicht völlig durchgetrocknet ist. Diese Trocknungszeiten und Messungen des Restfeuchtegehaltes sollten sehr sorgfältig erfolgen.

Öl und undefinierbare Flüssigkeiten, die in den Garagen-Estrich eingedrungen sind, müssen unbedingt beseitigt werden. Sie ergeben keine Verbindung mit der Versiegelung und führen zu deren Zerstörung. Notfalls müssen die betroffenen Bereiche beseitigt und ein neuer Estrich aufgetragen werden.

Versiegeln mit Epoxidharz in Haus und Garage

Die häufigste Art um einen Estrich zu versiegeln ist die mit einem Zweikomponenten-Epoxidharz. Die Produkte unterscheiden sich in ihrer Struktur hinsichtlich der Verwendung in Innenräumen sowie im Außenbereich, aber auch in ihrer Abriebklasse sowie Rutsch- und Trittsicherheit. Diese Produkte dürfen nur mit arbeitsschutzgerechter Kleidung, festen Handschuhen und einer Atemschutzmaske verarbeitet werden. Das Epoxidharz wird in zwei Gebinden geliefert und erst Vorort miteinander gemischt. Dabei ist das vorgeschriebene Mischungsverhältnis unbedingt einzuhalten. Zunächst werden beide Komponenten in einem Gefäß kräftig durchgemischt und in ein zweites Gefäß umgefüllt. Dort erfolgt ein zweiter Mischvorgang.

Der Auftrag des Zweikomponenten-Epoxidharzes auf den Beton erfolgt in mindestens zwei dünnen Schichten mit einem Pinsel oder Roller. Nach 24 Stunden ist der Boden begehbar und nach 72 Stunden völlig abgetrocknet. Sonneneinstrahlung und Zugluft sind schädlich und die Temperatur darf nicht unter 5 Grad Celsius liegen. Außer dem Versiegeln mit Epoxidharz stehen auch innovative Produkte mit Nanoversiegelung zur Verfügung.

Anleitung: So wird es gemacht

  • Gründliche Vorbereitung des Estrichbodens
  • Beseitigung von Rissen und Unebenheiten im Beton
  • Ausreparieren von Stellen mit eingedrungenen Flüssigkeiten
  • Arbeitsschutzgerechte Kleidung und Atemschutz
  • gründliches Anmischen der Versiegelung
  • Auftrag mit Pinsel oder Roller
  • begehbar nach 24 Stunden
  • Zugluft und Sonneneinstrahlung vermeiden

Eine fachgerecht aufgebrachte Estrichversiegelung ist über mehrere Jahre haltbar. Bei hoher mechanischer Belastung sollte sie nach spätestens fünf Jahren wiederholt werden.