Ein feuchter Keller – das können Sie dagegen tun

Wenn’s im Keller modrig wird, ist Zeit zum Handeln. Denn zu Feuchte und Nässe gesellt sich früher oder später der Schimmel – und dann ist neben dem Gebäude auch die Gesundheit in Gefahr. Zudem haben feuchte Mauern und Wände weitere negative Folgen, wie steigende Heizkosten und sinkende Wohnqualität.

Mögliche Ursachen für einen feuchten Keller gibt es viele. Bevor teure Sanierungsmaßnahmen oder andere Gegenmaßnahmen getroffen werden, um Feuchtigkeit und Salze zu entfernen, gilt es erst einmal die Ursache zu finden – anschließend kann das Problem angegangen werden. Folgend die besten Tipps zum Thema.

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Eine feuchte Wand kann saniert werden.

Mein Keller ist feucht. Worin liegt die Ursache?

Die möglichen Ursachen für einen feuchten Keller sind vielfältig. Ein Überblick:

Fehlende horizontale Abdichtung (aufsteigende Feuchtigkeit)

Oft sind Altbauten von feuchten Kellern betroffen. Dies kann an einer fehlenden oder mangelhaften horizontalen Abdichtung liegen. Die gute Nachricht: Diese kann entweder außen, aber auch innen, nachträglich in die Mauer eingezogen werden. Die weniger gute Nachricht: günstig ist dies nicht. Wird das Mauerwerk innen aufgebrochen, um Abdichtungen einzuziehen, müssen Hausbesitzer mit Kosten von 200 bis 250 € pro Meter rechnen. D

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Ein feuchter Keller kann schnell modrig werden.

ieselbe Prozedur im Außenbereich ist meist noch teurer. Die nachträglich angebrachte Barriere schützt das Mauerwerk vor aus dem Erdreich aufsteigende Feuchtigkeit. Diese Barriere besteht in der Regel aus Edelstahlblech, Dachpappe und Folie. Eine Alternative dazu ist das Einspritzen von Zement bzw. Epoxid- oder Silikonharz ins Mauerwerk.

Vertikale Durchfeuchtung (seitlich eindringende Feuchtigkeit)

Feuchtigkeit kann auch durch die Seiten der Kellerwände eindringen. Dann liegt die Ursache meist in defekten Bitumen-Schutzanstrichen. Die Bitumendickbeschichtung ist eine schwarze Masse, die nach und nach etwa 4 – 6 mm dick aufgetragen wird. Erst durch diese Beschichtung wird die Kellerwand wasserdicht – sie schützt das Mauerwerk wie eine Wanne.

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Undichte oder fehlende Drainagen

Drainage-Platten sind Teile der Isolierung. Durch kleine Kanäle leiten Sie Feuchtigkeit in das Erdreich ab, weg von der Hauswand. Über die Platten liegt eine Art Flies, das feuchte Erdpartikel filtert, damit die Kanäle der Platten nicht verstopfen. Drainagen können entweder komplett fehlen oder aber mit enormen Niederschlägen nicht zurechtkommen. Auch hoher Grundwasserstand an Hanggrundstücken kann Drainagen „überfordern“. Sie sollten etwa alle zehn Jahre von einem Experten gewartet und gespült werden.

  • Verstopfter Dachablauf
    Manchmal liegt die Ursache für einen feuchten Keller auch dort, wo man ihn am wenigsten vermutet, zum Beispiel in einem verstopften Dachablauf an der Hausmauer. Wenn sich das Regenwasser in der Rinne staut, drückt es durch die Wand. Dies ist meist dann der Fall, wenn immer wieder in derselben Ecke ein feuchter Fleck auftritt. Der Schaden ist dann wenig gravierend und kann durch einen Kondensationstrockner behoben werden.
  • Unbekannter Auslöser
    Wer den Auslöser der Feuchtigkeit partout nicht findet, kann sich Hilfe vom Profi holen. Bausachverständige und unabhängige Fachleute für das Bauen werden vom Verband privater Bauherren oder auch von Verbraucherzentralen vermittelt. Sie nehmen eine Analyse direkt vor Ort vor und erkennen das Problem ganz unabhängig von evtl. Folgeaufträgen für die Sanierung.

Welche Sofortmaßnahmen kann ich ergreifen, um Schäden einzudämmen?

Der Fachmann ist gerade dabei, die Ursachen zu klären. Währenddessen können Hausbesitzer einige Sofortmaßnahmen ergreifen, um den Schaden inzwischen in Schach zu halten:

  • Trockengerät leihen
    Im Baumarkt oder auch beim Fachmann können sich Hausbesitzer in der Zwischenzeit einen Kondensationstrockner vom Fachmann leihen. Damit kann der Keller und feuchte Wände vorläufig etwas getrocknet werden.
  • Keller heizen
    Auch die Heizung im Keller aufzudrehen, ist eine vorübergehende Lösung um Wände und Böden zu trocknen. Hat der Keller Fenster, sollte man zwischenzeitlich immer wieder lüften, damit neue trockene Luft in den Raum gelangt und diese wieder Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Sind Kunstharz-Horizontalsperren sinnvoller als das aufwändige Aufgraben?

Wie bereits erwähnt, können bei aufsteigender Feuchtigkeit nachträglich Abdichtungen in die Mauer eingezogen werden. Eine weitere Möglichkeit, um wirksame Feuchtigkeitssperren zu errichten, ist das Einspritzen von Epoxidharz- bzw. Kunst- oder Silikonharz in das Mauerwerk. Diese Lösung erspart kostenintensives Aufgraben, um am Fundament anschließende Feuchtigkeitssperren anzubringen.

Inzwischen ist die Wirksamkeit dieser Systeme anerkannt, einige Hersteller geben bis zu 20 Jahre Garantie auf ihre Verfahren. Silikonharzlösungen zeichnen sich beispielsweise durch eine kurze Reaktionszeit von nur 24 Stunden aus, zudem brauchen sie nur Feuchtigkeit, um zum polymeren Silikonharz zu werden. Die Silikonharz-Horizontalsperren können entweder mit oder ohne Druck angebracht werden.

Wie kann ich Feuchtigkeit und Schimmel im Keller vorbeugen?

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Schimmel im Keller

Damit Feuchtigkeit und Schimmel im Keller erst gar nicht entsteht, können Haus- und Wohnungsbesitzer – neben dem gut durchdachten Bauen – durchaus vorbeugen. Folgend die besten Tipps zum Thema:

  • Ausreichend heizen
    Werden Räume nicht beheizt, kühlen die Wände und die Decken rasch aus. Auf den kalten Wänden setzt sich Kondenswasser ab – und es können Nässeschäden und Schimmel entstehen. Deshalb sollten auch im Keller zwischen 16 und 18 Grad Celsius herrschen. Gibt es keine Heizkörper, lohnt sich eine Installation – schließlich dient diese dem Erhalt der gesamten Baukonstruktion und nicht nur einer Wand. Eine Sanierung kann sehr teuer werden, deutlich teurer, als die Beheizung des Kellers. Weil warme Luft bekanntlich nach oben steigt, geht die Energie auch nicht verloren, da die Wärme in die darüber liegenden Geschosse strömt und so für das eigentliche Wohnen genutzt werden kann.
  • Richtig lüften
    Auch durch das eigene Lüftungsverhalten kann Nässe und Feuchtigkeit vorgebeugt werden. In der Regel ist der Keller kälter als die oberen Räume und auch kälter – zumindest im Sommer – als die Außenluft. Sind die Kellerfester im Sommer geöffnet, kann sich deshalb Tauwasser bilden. Die heiße Sommerluft strömt in den kühlen Keller und kondensiert an den Wänden. Im Sommer sollte deshalb nur in der Nacht gelüftet werden, wenn es draußen kühler ist, als im Kellerraum. Richtig lüften kann feuchte Wände dauerhaft vorbeugen!
  • Frost abwehren und Rohrbruch vermeiden
    Gefriert im Winter das Wasser in den Rohren, kann es zu einem Wasserrohrbruch kommen – ein häufiger Grund für feuchte und modrige Keller. Um dies zu verhindern, sollte in der kalten Jahreszeit die Leitungen entwässert werden. Zuerst den Zuwasser-Hahn im Keller abdrehen. Dann einen Eimer unter den geöffneten Entlüftungshahn stellen und den Außenhahn öffnen. Das Wasser läuft heraus, die Leitungen sind nun leer und ein evtl. Frieren und anschließendes Platzen der Wasserleitungen wird verhindert.
  • Luftfeuchtigkeit kontrollieren
    Ist die Temperatur im Keller niedrig, aber die Luftfeuchtigkeit hoch, hat Moder und Schimmel leichtes Spiel. Die Luftfeuchtigkeit sollte nicht über 65 % liegen, weil sich sonst rasch Tauwasser bildet. Mit einem Hygrometer (ca. 10 Euro im Baumarkt) kann die Luftfeuchtigkeit regelmäßig kontrolliert werden.

Mehr Informationen zum Thema:

http://www.zuhause.de/feuchter-keller-die-besten-tipps-bei-feuchtigkeit-im-keller/id_45694986/index

http://www.mibag.at/

http://www.hr-online.de/website/rubriken/ratgeber/index.jsp?key=standard_document_45955415

http://www.krone.at/Bauen-Wohnen/Endlich_Schluss_mit_nassen._feuchten_Kellern!-Nasser_Keller-Story-175370