Dunstabzugshaube – in der Küche mit einplanen?

 

Der Betrieb von Dunstabzugshauben ist auf zweierlei Weise möglich, nämlich im Umluft – oder im Abluftbetrieb. Beim Abluftbetrieb wird Luft beim Kochen angesaugt und nach draußen abgeführt, so dass die Kochdünste und Gerüche direkt nach draußen befördert werden. Dazu werden Rohre mit einem Durchmesser von 150 Millimetern verwendet. Die erforderliche Frischluft kann über Fenster oder Aussenluftdurchlässe nachströmen.

dunstabzugshaube

Ist das reibungslose Funktionieren dieses Vorgangs nicht gewährleistet, kann ein Unterdruck entstehen, der deswegen bedenklich ist, weil eventuell Rauchgase in die Wohnung eindringen oder die Ersatzluft auf hygienisch bedenklichen Wegen in die Wohnung gelangen können. Bei Ablufthauben ist daher eine seriöse Planung in Bezug auf die Ersatzluftführung erforderlich. Dies und erforderliche Nachströmeinrichtungen machen Ablufthauben im Regelfall teurer als Umlufthauben.

Das Fenster als Nachströmeinrichtung

Das Fenster ist die einfachste und preiswerteste Nachströmeinrichtung, doch wird das Fenster bei starkem Wind oder Regen in der Regel nicht geöffnet. Wenn das Fenster verschlossen bleibt, entsteht ein Unterdruck. Untersuchungen haben ergeben, dass in diesem Fall nur rund die Hälfte der Ersatzluft über Fensterfugen und Undichtigkeiten, beispielsweise am Rollladenkasten nachströmt, der Rest der Ersatzluft kommt aus Steckdosen, Sanitärverteilern, durch die Wohnungstür, die Heizungssteigzone und aus der Badabluft, wobei letzteres besonders bedenklich ist, weil Schimmelpilze aus der Abluftleitung in die Wohnungsluft geraten können.

Dunstabzugshaube elektrisch steuern

Solchen Problemen kann mit technischen Maßnahmen entgegen gewirkt werden. Die einfachste Lösung ist ein Kontaktschalter, der die Ablufthaube  bei geschlossenem Fenster sperrt. Daneben gibt es elektrische Fensterantriebe, die vom Schalter der Dunstabzugshaube gesteuert werden. Doch haben auch Außenluft-Durchlässe ihre Vorteile. Sie schwächen zwar den Schallschutz der Fassade, jedoch nicht so stark wie ein geöffnetes Fenster. Um Kältebrücken so gering wie möglich zu halten, sind sie im Idealfall mit einer Klappe versehen, die sich motorisch öffnet, sobald der Schalter der Abzugshaube bedient wird.

Umluft mit Aktivkohlefilter

Eine normale mechanische Wohnungslüftung ist nicht dazu geeignet, Ersatzluft zuzuführen, da ihr maximaler Zuluftvolumenstrom wesentlich kleiner ist als der Volumenstrom der Dunstabzugshaube. Induktionshauben, die Ersatzluft mechanisch zuführen, sind dagegen eine gute Lösung. Sie wurden ursprünglich für gewerbliche Küchen entwickelt, sind heute aber auch für den privaten Bereich erhältlich. Sie arbeiten sehr effizient, sind aber auch teurer als andere Abzugshauben.

Im Umluftbetrieb wird die angesaugte Luft über Aktivkohlefilter gefiltert und anschließend wieder an die Raumluft abgegeben. Dies hat den Nachteil, dass die Filter regelmäßig ausgetauscht werden müssen, um ihre Wirksamkeit zu behalten. Im Allgemeinen empfiehlt es sich, zwei- bis dreimal jährlich den Filter zu wechseln. Umlufthauben haben den Vorteil, dass es sich bei ihnen um autarke Systeme ohne lüftungstechnische Schnittstellen gibt. Tatsächlich werden die Filter von Umluft-Abzugshauben von ihren Nutzern aber weniger häufig gewechselt als empfohlen, was Probleme beim Betrieb hervorruft. Bei Reklamationen stellt sich häufig heraus, dass der Aktivkohlefilter seit langem nicht gewechselt wurde. Nach Angaben von Herstellern sind die Verkaufszahlen der Filter deutlich niedriger, als es die Zahl der verkauften Umlufthauben erwarten lassen würde. Ein Nachteil von Umlufthauben ist es, dass sie weder Feuchtigkeit noch das bei Gasherden entstehende Kohlenmonoxid abführen. Sie sollten darum nur in Kombination mit kontrollierten Wohnungslüftungen eingesetzt werden.

Die Ausführungen zeigen, dass bei der Planung einige Aspekte im Hinblick auf Dunstabzugshauben zu berücksichtigen sind, da die Abluftführung in der Küche mit der Wohnungslüftung in Einklang stehen sollte.

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