Die Nachtstromspeicherheizung – Kosten und Verbot

Die Nachtstromspeicherheizung besitzt in der Öffentlichkeit keinen guten Ruf, denn sie gilt als teuer im Verbrauch. Die Politik hat bereits reagiert und ein Teilverbot erlassen. Doch diese Heizungsart besitzt trotzdem noch ihre Vorteile – und darf in vielen Wohnungen weiter genutzt werden.

Teilverbot der Nachtstromspeicherheizung nach EnEV 2009

Die Energieeinsparverordnung EnEV besagt, dass in allen Gebäuden mit mehr als 5 Wohneinheiten die Nachtstromspeicherheizung verboten ist. Das Gesetz dient dem Umweltschutz. Außerdem gibt es vielerorts die preisgünstigen nächtlichen Schwachlasttarife gar nicht mehr.

Trotzdem dürfen in Einfamilienhäusern und kleineren Mietshäusern die Nachtspeicheröfen weiter betrieben werden. Alle vor 1990 errichteten Anlagen müssen aber nach spätestens 30 Jahren stillgelegt werden, für die jüngeren Geräte gibt es derzeit keine gesetzliche Regelung zur Außerbetriebnahme.

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Das müssen Sie bei der Entsorgung beachten!

Möchten Sie Ihre alte Nachtspeicheröfen durch eine neue Heiztechnik ersetzen, stehen zunächst der Rückbau und die Entsorgung an. Manche alten Geräte, vor allem mit Herstellungsdatum vor 1984, enthalten Asbest oder andere gesundheitsgefährdende Stoffe. Gehen Sie darum äußerst vorsichtig vor!

Lassen Sie Ihre alte Nachtspeicherheizung von einer dafür zugelassenen Fachfirma entsorgen, die mit den Gefahrstoffen umgehen kann. Häufig werden die Geräte von den Profis eine in Spezialfolie verpackt und unzerlegt aus dem Haus transportiert.

Die Kosten für Abbau und Entsorgung eines Nachtspeicherofens beginnen bei etwa 100 Euro, besonders Vorsichtsmaßnahmen können den Preis allerdings stark erhöhen. Wenn Sie bei demselben Unternehmen den Einbau einer neuen Heizungsanlage ordern, können Sie vielleicht einen Sonderpreis für die Entsorgung aushandeln.

Positive Eigenschaften der Nachtspeicheröfen

Möchten Sie Ihre Nachtspeicherheizung weiter behalten – oder gar eine neue einbauen lassen? Diese Fakten sprechen durchaus für die Nachtstromspeicherheizung:

  • geringer Platzbedarf der Geräte
  • keine Lagerstätte für Brennstoffe nötig
  • Wartungsfreiheit
  • kein Schornstein / Kamin nötig
  • sehr geringe Montagekosten
  • äußerst günstig in der Anschaffung
  • moderne Geräte schadstofffrei und effizienter

Die Nachtstromspeicherheizung lohnt sich eventuell noch in selten genutzten Anbauten, für die der Anschluss an eine bestehende Zentralheizung zu aufwändig ist. Als Alternative zu Heizkörpern, die über das öffentliche Stromnetz aufgeladen werden, gibt es heute auch schon solar- und erdwärmebetriebene Geräte.

Zuheizfunktion für besonders kalte Tage

Problematisch wird es mit einer Nachtspeicherheizung, wenn die Energiemenge des jeweiligen Tages vorzeitig aufgebraucht ist. Das kann an besonders kalten Tagen durchaus passieren.

Einige Modelle verfügen deshalb über eine Zuheizfunktion, die mit Tagstrom arbeitet. Da vielerorts ohnehin der Nachtstromtarif außer Kraft gesetzt ist, gibt es hier häufig keinen Preisunterschied mehr. Die Zuheizfunktion sorgt dafür, dass an kalten Wintertagen eine flexible Wärmemenge zur Verfügung steht, wie bei anderen Heizungssystemen auch.

Hier liegen die Kosten für Nachtspeicheröfen

Ein einzelnes, modernes Gerät kostet ab etwa 500 Euro aufwärts, der Preis orientiert sich hauptsächlich an der Größe der Anlage und seiner Heizleistung. Die obere Preisgrenze für herkömmliche Heizgeräte liegt bei ungefähr 800 Euro.

Der Zusammenbau erfolgt zumeist nach beiliegender Montageanleitung und kann häufig problemlos von Laien ausgeführt werden. Den Anschluss an das Stromnetz sollte allerdings besser ein gelernter Elektriker durchführen. Rechnen Sie pro Gerät also noch einmal mit ca. 50 bis 100 Euro Anschlusskosten.

Die laufenden Kosten sind nicht genau zu beziffern, denn sie hängen von der Technik des jeweiligen Ofens, der Dämmung des Hauses und dem Heizverhalten des Benutzers ab. Normalerweise fallen ausschließlich Stromkosten an, Wartung und Schornsteinfegerkosten fallen weg.

Unsere Stromspartipps für die Nachtstromspeicherheizung

  1. Rüsten Sie ältere Geräte mit einer automatischen Aufladesteuerung aus, die für bedarfsgerechtes Aufladen sorgt.
  2. Achten Sie darauf, dass die Lüftungsgitter Ihres Nachtspeicherofens stets frei bleiben.
  3. Saugen Sie die Luftkanäle regelmäßig mit dem Staubsauber ab, damit nichts verstopft.
  4. Lüften Sie Ihre Räumlichkeiten mehrmals täglich ausschließlich per Stoßlüftung.
  5. Senken Sie die Raumtemperatur, sobald Sie für einige Stunden die Wohnung verlassen.
  6. Halten Sie die Zimmertüren während der Heizperiode möglichst geschlossen.

Unser Tipp: Wartungsarme Stromheizungen mit relativ geringen Anschaffungskosten gibt es auch in anderer Form: Informieren Sie sich über die Nutzung von Infrarot- oder Strahlungsheizungen. Die Geräte lassen sich sehr flexibel einsetzen und müssen auch nicht dauernd durchlaufen. Das Design dieser Heizungen ist den modernen Wohnräumen angepasst und die Wärme wird als angenehm empfunden.