Die Elektroheizung – Vorteile und Nachteile

Zahlreiche ältere Häuser verfügen über keine moderne Heizanlage, weshalb dort häufig eine Elektroheizung zum Einsatz kommt. Angesichts der heutigen hohen Energiekosten handelt es sich dabei nicht gerade um die preiswerteste Heizungsvariante, obwohl sich mit verschiedenen Maßnahmen durchaus Einsparungen erzielen lassen. Im Vergleich zu anderen Heizsystemen hat die Elektroheizung sowohl Vor- als auch Nachteile, wobei die Frage nicht pauschal zu beantworten ist, ob die Vor- oder die Nachteile überwiegen.

Elektroheizung – Heizen mit Strom

elektroheizung kosten

Eine alte Elektroheizung kann zu sehr hohen Energiekosten führen

Beim Heizen mit Strom unterscheidet man verschiedene Heizungssysteme:

  • Flächenheizungen
  • Radiatoren
  • Heizgebläse
  • Niedertarif-Speicherheizungen
  • Teilspeicherheizungen
  • Infrarot-Flächenheizungen

Flächenheizungen können als Wand-, Decken und Fußbodenheizung ausgebildet sein, daneben erhält man auch Bildheizungen, die nach dem gleichen Prinzip funktionieren. Am häufigsten kommt hier wohl die Fußbodenheizung zum Einsatz.

Elektroradiatoren – preiswert aber hohe Verbrauchskosten

Elektroradiatoren sind recht preiswert in der Anschaffung, zu ihren weiteren Vorteilen gehört ihre Mobilität und flexible Einsetzbarkeit. Dafür sind auf der anderen Seite ihre Verbrauchskosten relativ hoch. Ähnliches gilt für Heizgebläse oder Heizlüfter, welche zudem den Nachteil haben, dass sie ein permanentes, störendes Geräusch erzeugen. Niedertarif-Speicherheizungen sind auch als Nachtspeicherheizungen bekannt. Sie nutzen zwar den günstigen Nacht-Stromtarif, verbrauchen aber dafür große Mengen Strom.

Bei Teilspeicherheizungen besteht der Wärmespeicher zumeist aus einem Naturstein, der mittels elektrischen Stroms auf eine bestimmte Temperatur erhitzt wird. Da die Oberflächentemperatur des Steins bei etwa 80 bis 90 Grad Celsius liegt, besteht die Gefahr von Verbrennungen. Infrarot-Flächenheizungen kommen vorwiegend im Industriebau, beispielsweise in Lagerhallen, oder in großen Verkaufsräumen und –hallen zum Einsatz. Auch in der Freiluftgastronomie werden Infrarotstrahler häufig eingesetzt.

Hohe Kosten für den verbrauchten Strom

Wenn man die Kosten von Elektroheizungen betrachtet, so sind sie im Verbrauch durchschnittlich doppelt so teuer wie modernere Heizungsarten. Die niedrigen Investitionskosten heben sich dadurch nach relativ kurzer Zeit wieder auf. Die Frage ist, ob die hohen Verbrauchskosten von elektrischen Heizungen durch deren Vorteile, die es ohne Zweifel auch gibt, wieder aufgehoben werden. In diesem Zusammenhang gilt zu bedenken, dass geplant ist, die Nachtstromtarife ab 2020 abzuschaffen.

Als Vorteile werten viele Betreiber den geringen Platzbedarf, die einfache Bedienbarkeit und der geringe Wartungsaufwand sowie die Tatsache, dass beim Heizen mit Strom weder unangenehme Gerüche noch Schmutz entstehen. In Sachen Klimaschutz übertrifft der CO2-Ausstoß pro Kilowattstunde einer klassischen Elektroheizung verschiedenen Untersuchungen zufolge den einer Erdgas- oder Ölheizung bei weitem. Nur, wenn der Strom zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen stammt, sieht die Bilanz erfreulicher aus.

Elektroheizungen bei Haussanierungen ersetzen

Grundsätzlich kann in jedem Gebäude eine Elektroheizung installiert werden. Soll eine Heizungssanierung durch Installation einer Stromheizung erfolgen, sind mithilfe eines Fachbetriebes zunächst die erforderliche Heizleistung sowie die Heizkörpergrößen zu ermitteln. Im gleichen Zug ist eine Wirtschaftlichkeitsberechnung zu erstellen, um die Wirtschaftlichkeit einer solchen Maßnahme zu ermitteln. Empfehlenswert ist eine derartige Sanierung nur dann, wenn das Gebäude mit einer sehr guten Wärmedämmung ausgestattet ist. Sinnvoll kann eine solche Lösung vor allem in Kombination mit einer Photovoltaikanlage sein. In diesem Fall kann nämlich preiswert Strom genutzt werden, der selbst produziert wurde.