Das Haus der Zukunft – Einsteigertipps für das eigene Smart Home

Vor etwas mehr als 30 Jahren prägte die American Association of Housebuilders den Begriff „Smart House“. Während sich das Konzept des ferngesteuerten oder automatisierten Wohnens hierzulande noch nicht als Standard durchsetzen konnte, ist es in den USA seit der Jahrtausendwende ein Erfolgsmodell. Filme und Fernsehserien zeichnen zwar für die Zukunft ein weitestgehend von der Automatisierung bestimmtes Leben. Im Deutschland der Gegenwart jedoch konnte sich die Idee, trotz immer besserer technischer Voraussetzungen, bislang nur bedingt etablieren.

Das Haus der Zukunft – Chancen und Nachteile

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Quelle: © http://de.statista.com/infografik/3910/smart-home-prognose-fuer-ausgewaehlte-maerkte/

Die Bezeichnung des Smart Homes als „Haus der Zukunft“ trifft in zweierlei Hinsicht zu: Zum einen weil das Konzept in vielen Köpfen wahrscheinlich mit Science-Fiction-Visionen assoziiert wird. Zum anderen ist in Deutschland zwar ein recht breites Interesse vorhanden, die Zahl der aktuell schon vernetzten Haushalte ist aber überschaubar – smartes Wohnen ist vorläufig also noch ein Trend, dessen Durchsetzung in der Zukunft liegt.

Was ist ein Smart Home?

In erster Linie verbirgt sich hinter Smart Home ein Oberbegriff für eine Reihe technischer Verfahren und Systeme, deren Einsatz in Häusern und Wohnungen verschiedene Lebensbereiche aufwerten soll. Darunter fallen:

  • die sogenannte Hausautomation, d.h. eine verbesserte Wohn- und Lebensqualität durch die Vernetzung von Haustechnik, Haushaltsgeräten sowie der Unterhaltungselektronik;
  • ein effizienterer Energie-, Gas- und Wasserverbrauch durch das Smart Metering;
  • ein verbessertes Sicherheitsgefühl durch die Nutzung entsprechender Sensoren, Kameras etc.

An erster Stelle steht beim intelligenten Wohnen also die möglichst vollständige Vernetzung aller verwendeten Leuchten, Schalter und Geräte. Diese können so entweder selber Daten speichern und anhand dieser Eingaben reagieren (Gebäudeautomation) oder sie lassen sich von einem zentralen Punkt aus steuern.

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Quelle: http://de.statista.com/infografik/3584/smart-home-interesse-und-nutzung-in-deutschland/

Ein wichtiger Aspekt ist die Möglichkeit, diese Steuerung einfach per Smartphone, Tablet oder PC durchführen zu können. Mobile Geräte erlauben das Erteilen von Befehlen an die Haustechnik schon von unterwegs.

Die Vorteile von intelligenten Häusern

Einer der großen Vorteile des Smart Homes liegt eben in der Möglichkeit, alles im Haus oder in der Wohnung von einem einzigen Gerät oder Taster aus ohne größeren Aufwand bedienen zu können. Möglich wird das, weil bei solchen technischen Lösungen die Sensoren und Aktoren zwar miteinander vernetzt, aber nicht mehr direkt miteinander verbunden sind. Anders verhält es sich noch bei einem herkömmlichen Lichtschalter, bei dem der Sensor, also der an der Wand sichtbare Schalter, und der Aktor zum Unterbrechen oder Herstellen der Stromzufuhr unmittelbar miteinander verbunden sind. Die Vernetzung erlaubt im Smart Home eine räumliche Trennung von Sensoren und Aktoren, so dass dem Taster mehr als nur seine ursprüngliche Aufgabe zugewiesen werden kann. So können beispielsweise von einem Schalter aus alle Lampen im Haus ein- und ausgeschaltet oder auch gedimmt werden.

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Zugriff auf die gesamte Haustechnik, auch von unterwegs – das ist der große Vorteil umfassender Hausautomation.

Der Komfort lässt sich auf diese Weise durch das Übertragen vieler alltäglicher Handgriffe auf die Technik erhöhen: Neben dem Licht lassen sich auch Heizungen und Jalousien zentral steuern. Wer sogar darauf verzichten möchte, kann mit einer ereignisgesteuerten Programmierung dafür sorgen, dass in allen Bereichen die gewünschten Zustände zur gewünschten Zeit ganz automatisch hergestellt werden.

Die Kontrolle über die Haustechnik dient aber nicht allein der Stimmung und dem Wohlfühlfaktor, sondern kann, z.B. bei der Heizungs- und Jalousiensteuerung, zu einem effizienten Energiemanagement beitragen. Die wetter- oder zeitabhängige Programmierung der Endgeräte kann durch intelligente Zähler für einen besseren Überblick über den Strom-, Gas- und Wasserverbrauch ergänzt werden. So lassen sich unter Umständen noch Nachbesserungen zur Kostensenkung vornehmen – beispielsweise mit Zwischensteckern, die den Stand-by-Modus von Elektronikgeräten umgehen. Der Aspekt ist auch deswegen so interessant, weil der günstige Strompreistrend des auslaufenden Kalenderjahres aller Voraussicht nach nicht anhalten wird. Im Jahr 2015 ist der Durchschnitts-Strompreis für Privathaushalte in Deutschland um rund 1% gesunken. Das bestätigt der Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft (BDEW) laut dieser Quelle. Grund hierfür waren die niedrigen Strombeschaffungskosten und der Abfall der EEG-Umlage, die für 2014 zu hoch angesetzt worden war. Kontinuierlich wird die EEG-Umlage aber erst ab dem Jahr 2023 sinken, 2016 werden die deutschen Haushalte davon also noch nichts spüren.

Das Thema Sicherheit beschränkt sich im Smart Home nicht allein auf verschiedenste Lösungen des Einbruchschutzes. In einem intelligenten Zuhause lassen sich außerdem technische Hilfsmittel einbinden, die besonders älteren Menschen das Leben erleichtern können. Sicheres Wohnen umfasst daher von der Nachtlicht-Funktion zur Verhinderung von Stürzen im Dunkeln über Rauch- bis hin zu Bewegungsmeldern mit angeschlossenen Überwachungskameras sehr unterschiedliche Funktionsbereiche.

Die Nachteile

Einer der großen Nachteile von Smart Home-Lösungen kann der Preis sein. Insbesondere kabelbasierte Systeme können durch den Mehraufwand beim Verlegen der Leitungen schnell teuer werden. Wie weit die Investitionen gehen, liegt daher nicht nur an den persönlichen Wünschen und Ambitionen, sondern eben auch an den Kapazitäten des eigenen Geldbeutels.

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Das Smartphone als Schlüssel zum Heimnetz bedeutet immer ein gewisses Risiko.

Wer die Steuerung per Smartphone von unterwegs auf seinem Wunschzettel hat, muss zudem verschiedene Sicherheitsaspekte bedenken. Denn zum einen können die verwendeten Apps Daten über ihre Nutzer sammeln – beispielsweise wann die betreffende Person das Haus verlässt oder wieder betritt – und womöglich sogar weiterleiten. Zum anderen kann der Diebstahl des Smartphones noch schlimmere Konsequenzen haben, als nur den Verlust des Telefons. Darüber hinaus stellen unzureichend gesicherte, auf dem Internetzugang basierte Systeme oft eine Gefahr dar: Das unbefugte Eindringen in das Netzwerk kann so zugleich das Eindringen in das Haus oder die Wohnung ermöglichen.

Problematisch ist zudem die Verbreitung unterschiedlicher Lösungen bei den Übertragungswegen und der Gerätetechnik von verschiedenen Anbietern, die häufig untereinander nicht kompatibel sind. Erschwerend kommen die unterschiedlichen Betriebssysteme für Smartphones hinzu. Hersteller von Smart Home Systemen müssen diese für verschiedene Nutzer öffnen, wodurch die eigenen Lösungen möglicherweise für Hacker angreifbarer werden.

Nachrüsten für das Intelligente Zuhause

Wer das eigene Zuhause auf den technischen Stand eines Smart Homes nachrüsten, dabei aber auf größere Eingriffe in die bestehende Bausubstanz und dementsprechend höhere Kosten verzichten möchte, hat immer noch die Option Funksystem. Denn diese lassen sich mit weitaus geringerem Aufwand in den eigenen vier Wänden installieren.

Systeme und Geräte

Ein Smart Home System setzt sich immer aus verschiedenen Smart Home Geräten zusammen. Durch die Vernetzung der Geräte mit einer Zentrale und untereinander entsteht ein Gesamtsystem. In diesem erfüllen die Zentralen gleichzeitig die Funktion der Kommunikationsschnittstelle für die Nutzer: Hier werden Sollwerte für die verschiedenen Wohnbereiche eingegeben und aktuelle Istwerte kontrolliert. Abhängig vom Hersteller reicht das angebotene Gerätesortiment von Temperaturfühlern und Bewegungsmeldern über Rollladenmotoren, die Heizungssteuerung und Schaltsteckdosen bis zur intelligenten Beleuchtung.

Mittlerweile wird auch eine immer größere Zahl von Haushaltsgeräten für das intelligente Wohnen ausgestattet. Viele dieser Geräte wie Kühlschränke oder Spülmaschinen erfüllen inzwischen schon hohe Energieeffizienzstandards. Daher geht es vor allem, neben dem Datenaustausch der Geräte untereinander bzw. deren zentraler Steuerung, um die optimierte Nutzung hinsichtlich des Energieverbrauchs. So lässt sich, wie bei pc-magazin.de beschrieben, durch die intelligente Verknüpfung der Haushaltsgeräte mit einer Photovoltaikanlage gezielt der selbst produzierte Strom verbrauchen.

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Intelligente LED-Lampen lassen sich per Funk ein- und ausschalten, passen sich dem Tageslicht an und verbreiten Raumstimmung durch unterschiedliche Farbgebung.

Ähnliches gilt für die smarte Beleuchtung. Der Einsatz von LED-Lampen kann bei der Senkung der Energiekosten helfen und ihre Robustheit gerade hinsichtlich der Schaltfestigkeit prädestiniert sie für eine Verwendung in intelligenten Beleuchtungssystemen. In der Praxis ist z.B. die Koppelung von LED-Leuchtmitteln mit Bewegungsmeldern möglich. Das Licht wird dann ausgeschaltet, sobald sich keine Personen mehr in einem Raum aufhalten. Durch die zentrale Kontrolle der gesamten Beleuchtung per App kann außerdem für eine automatische Anpassung an die Tageslichtverhältnisse oder eine Verbindung von Ton und Klang im selben Produkt gesorgt werden.

Das Stromsparen unterstützen außerdem intelligente Steckdosen, wenn auch der Vergleich derselben deutliche Unterschiede im Funktionsumfang aufzeigt. Die haben in einigen Fällen sogar den Vorteil, nicht auf ein komplettes Smart Home System angewiesen zu sein. Die Zwischenstecker lassen sich im Normalfall über Apps vom Smartphone oder Tablet bedienen, aber auch die Steuerung vom PC ist möglich – im Zweifelsfall verfügen die Geräte zudem über einen Schalter für die manuelle Bedienung. Die Funktionsweise entspricht der von herkömmlichen. Allerdings lässt sich mit einigen Produkten auch der Stromverbrauch der Geräte kontrollieren oder ein Gerät im Standby-Modus automatisch abschalten.

Die Suche nach dem passenden Produkt

Das Nachrüsten des Zuhauses zu einem Smart Home erfordert viele Entscheidungen. Die Wahl zwischen kabelgebundenen und funkbasierten Systemen ist dabei vielfach abhängig von den baulichen Möglichkeiten. Wer nicht neu baut oder Eigenheimbesitzer ist, wird sich das aufwändigere Verlegen von Kabeln wohl zweimal überlegen. Funksysteme haben hingegen den Vorteil einer schnellen Anbringung und Entfernung.

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Quelle: © http://de.statista.com/statistik/daten/studie/439153/umfrage/anschaffungskosten-von-smart-home-anwendungen-in-deutschland/

Hinsichtlich des Leistungsumfangs stellt sich die Frage, ob eine wirkliche Heimautomation angestrebt wird oder ob es vorwiegend bei der Steuerung der Systemkomponenten bleiben soll. Ausgereifte Automation bietet selbstverständlich ein Mehr an Komfort – sie braucht aber unter Umständen ebenfalls ein Mehr an Aufwand bei der richtigen Konfiguration und bei den Anschaffungskosten.

Einfachere Lösungen hingegen sind möglicherweise in ihrer anfänglichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Da gerade Einsteigerprodukte nicht immer alle Funktionsbereiche umfassen, ist die Möglichkeit einer späteren Erweiterung umso wichtiger. Nutzer, die sich vorrangig für das Thema Energiesparen interessieren, möchten nachträglich aber vielleicht doch auch den Sicherheitsaspekt in ihrem System aufgreifen – oder eben umgekehrt.

Falls ein zukünftiger Ausbau über das Einstiegsprodukt hinaus zumindest angedacht ist, spielt auch die Frage der Kompatibilität eine zentrale Rolle. Viele Systeme verschiedener Hersteller sind nicht miteinander kombinierbar. Daher ist von Vorneherein darauf zu achten, ob der favorisierte Anbieter über ausreichende Erweiterungsmöglichkeiten verfügt, falls sich Geräte anderer Hersteller nicht einbinden lassen können.

Als Orientierungshilfe bietet das unabhängige Institut für Gebäudetechnologie einen Fragebogen an, mit dessen Hilfe vorab die Schwerpunkte des gewünschten Nutzens eines Smart Homes ermittelt werden können.

Funkstandards und Verbindungstechnik

Ein Faktor, der über die Kompatibilität von Geräten unterschiedlicher Hersteller entscheidet, ist der jeweils verwendete Funkstandard, über den diese miteinander kommunizieren. Auch hier gibt es viele denkbare Lösungen. Wichtig ist daher, ob die genutzte Funktechnik eine Zukunftsperspektive hat. Einen Überblick über die verschiedenen Funksysteme, die teilweise im Nachfolgenden beschrieben werden, bietet die Webseite smarthomewelt.de.

      1. KNX RFDer große Vorteil des KNX Funkstandards liegt in seiner Herstellerunabhängigkeit. Die Technologie hat sich seit den 1990er Jahren als internationaler, europäischer und chinesischer Standard etabliert. Zudem funktioniert KNX auch gewerkeübergreifend, d.h. alle Komponenten wie Heizung, Beleuchtung, Sicherheitstechnik etc. können miteinander verbunden werden.
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        Damit die Endgeräte im Smart Home miteinander kommunizieren können, kommen verschiedene Funkstandards zum Einsatz.

        Bei KNX RF handelt es sich um die Funkversion der ursprünglichen KNX Technik. Wie einige andere Funklösungen wird eine Mittelwellenfrequenz von 868,3 Megahertz verwendet. Damit soll die Störanfälligkeit WLAN-basierter Systeme reduziert werden. Allerdings müssen dann die baulichen Bedingungen umso sorgfältiger berücksichtigt werden, damit die Funkverbindungen nicht eingeschränkt werden. Dafür ist die Funkvariante aber auch mit einem bestehenden, kabelgebundenen System koppelbar.

      2. EnOceanDer Funkstandard von EnOcean verwendet dieselbe Funkfrequenz wie der KNX RF, ist ebenfalls als internationaler Standard anerkannt, herstellerunabhängig und mit Kabelsystemen kompatibel. Damit der Datenaustausch zwischen den Sensoren und Aktoren stabil verläuft, werden auf bidirektionalem Weg – d.h. mit Bestätigung des Datenempfangs – möglichst kleine Datenpakete verschickt.Die Besonderheit liegt aber in der Form der Energieversorgung. Denn die Technologie von EnOcean verwendet keine Batterien, sondern gewinnt die zum Betrieb notwendige Energie mittels Energy Harvesting aus ihrer Umgebung. Dadurch wird sie besonders energieeffizient.
      3. Z-Wave
        Auch mit Z-Wave soll die Vernetzung im Smart Home im privaten Bereich auf eine einheitliche Basis gestellt werden. Verwendet wird daher eine ähnliche Frequenzbreite wie bei den bisher vorgestellten Funkstandards. Die Kommunikation zwischen Sensoren und Aktoren verläuft auch bei Z-Wave bidirektional.Für eine noch größere Stabilität nutzt Z-Wave das Mesh-Networking. Bei dieser Funkvermaschung sind die Einzelgeräte nicht nur mit der Steuerungseinheit, sondern auch untereinander verbunden. Mit einer ausreichend großen Zahl an Geräten kann die Netzstabilität so auch über größere Entfernungen erhalten werden. Einziger Nachteil: Im Bereich Multimediaübertragungen bietet Z-Wave keine Unterstützung.
      4. ZigBee
        Der ZigBee Funkstandard vereint Funkvermaschung und Energieeffizienz. Die Geräte nutzen entweder die kinetische Energie der Schalterbetätigung oder kommen zumindest lange mit einem geringen Batterieverbrauch aus.Obwohl ZigBee zu den verbreiteteren Funkstandards zählt, bringt er jedoch einige Nachteile mit sich: Anders als die Konkurrenzprodukte gibt es keine herstellerübergreifende Kompatibilität. Zusätzlich bestehen Sicherheitsmängel bei der Verschlüsselung der Gerätekommunikation, wie die Nachrichten-Website Heise online berichtet. In beiden Bereichen wird aber an Lösungen gearbeitet.

Einsteigerprodukte für das eigene Smart Home

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Viele Hersteller bieten für ihre Smart Home Lösungen intelligente Heizthermostate an, mit denen die alten Regler ersetzt werden.

Der Vorteil von Einsteigerpaketen für das Smart Home ist die leichte Erstinstallation, die jeder Nutzer selbst vornehmen kann. Zusätzlich bieten diese Systeme schon einen gewissen Leistungsumfang und sind darüber hinaus nicht nur bei der Profilierung nach den individuellen Vorstellungen ausbaubar.

      1. RWE SmartHomeNicht nur Kunden des Energiekonzerns können auf dessen firmeneigene Smart Home Lösung zurückgreifen. Seit 2011 bietet das System der RWE Anwendungsmöglichkeiten in nahezu allen Bereichen – einzig die Unterhaltungselektronik findet keine Berücksichtigung.Das Starterpaket kostet aktuell 319 Euro und beinhaltet neben der Zentrale zwei Heizkörperthermostate, einen Zwischenstecker und einen Wandsender. Damit sind bereits alle Funktionen des Smart Homes im kleinen Rahmen nutzbar. Die Installation des Systems erfolgt über die Verbindung der zentralen Steuereinheit mit dem heimischen Internet, am PC wird die erste Konfiguration vorgenommen. Später kann die Steuerung auch per App vom Smartphone ausgeführt werden, der mobile Zugriff wird allerdings nach den ersten beiden Jahren kostenpflichtig.

        Die Funkkommunikation von RWE SmartHome verwendet ein gesichertes Protokoll, das mittlerweile auch die Einbindung von Geräten anderer Hersteller gestattet.

      2. Telekom Smart HomeNach einem ähnlichen Prinzip bietet auch die Telekom einen Einstieg in seine Smart Home Lösung an. Das aktuelle Angebot umfasst neben der Nutzung des mobilen Smart Home Dienstes eine Qivicon Home Base sowie einen Zwischenstecker und einen Bewegungsmelder.Durch die Zusammenarbeit mit Qivicon hat das Telekom Smart Home den Vorteil, auch mit den Produkten anderer Hersteller erweiterbar zu sein. Die Einrichtung der Basisstation erfolgt ebenfalls online, die Konfiguration der Komponenten kann aber über die App vorgenommen werden. Mit dieser lassen sich die Geräte auch steuern oder mittels „Wenn-Dann“-Szenarien miteinander verknüpfen. Unvorhergesehene Situationen meldet die App umgehend.
      3. Gigaset ElementsDer Fokus der Gigaset-Produkte aus der Reihe Elements liegt auf dem Thema Sicherheit. Das Starter Kit kostet rund 200 Euro und beinhaltet die Basisstation, einen Türsensor und einen Bewegungssensor, die sich frei im Raum anbringen lassen. Die Zentrale wird über eine LAN-Verbindung zum Router eingerichtet, die Module lassen sich auch per App steuern.Die einzelnen Sensoren geben dann Aufschluss über den aktuellen Status – beispielsweise ob alle Türen geschlossen sind – und melden umgehend ungewöhnliche Bewegungen. Zusätzlich kann der Türsensor als Alarmanlage genutzt werden, alternativ gibt es eine richtige Alarmsirene. Sensoren für die Fenster und Kameras runden das Angebot für die heimische Sicherheit ab.
      4. FRITZ! Box Smart Home und FRITZ! Powerline 546EIn vielen Haushalten sind FRITZ! Boxen bereits als Router tätig, der Hersteller AVM will sie zusätzlich als zentrale Schnittstelle für die Heimvernetzung etablieren. Der Geräteumfang für das Smart Home ist noch begrenzt, eröffnet mit dem Powerline 546E-Adapter aber dennoch einige Möglichkeiten.Zum einen wird die Datenübertragung über die Stromleitung unterstützt, zum anderen fungiert er als intelligente Steckdose. Der Stromverbrauch der angeschlossenen Geräte kann gemessen und diese wie bei den schon beschriebenen Zwischensteckern geschaltet werden. Darüber hinaus ist der Adapter zugleich ein WLAN-Repeater, der die Reichweite des Heimnetzes erweitern kann.
      5. Elgato EveElgato setzt mit den Smart Home Produkten der Serie Eve auf die Unterstützung von Apples HomeKit. Das heißt die angebotenen Geräte lassen sich mit der entsprechenden App von iPhone und iPad bedienen, mit Hilfe von Siri sogar sprachgesteuert. Diese Lösung braucht keine eigene Basisstation, denn als Verbindung zwischen dem Steuerungs- und den Endgeräten dient die Apple TV-Streamingbox. Die Gerätekommunikation läuft über den Bluetooth Smart Funkstandard.Angeboten werden derzeit Sensoren für das Raumklima, Türen und Fenster, eine Wetterstation und eine smarte Steckdose. Während bei der Bedienung die Nutzung von Apple-Geräten zwingend erforderlich ist, bemüht sich Elgato immerhin um Einbindungsmöglichkeiten für Drittanbieterprodukte.
      6. HomeMatic und HomeMatic IP von eQ-3Der ostfriesische Technologiehersteller eQ-3 hat gleich zwei verschiedene Smart Home Lösungen im Angebot. Das HomeMatic System ist um die CCU2-Zentrale aufgebaut, der Angebotsumfang der dazugehörigen Komponenten ist recht groß. Dadurch ergeben sich gleichzeitig sehr viele Einstellungsmöglichkeiten – von den bisher genannten Systemen erfordert HomeMatic daher die meiste Einarbeitungszeit.Das neue HomeMatic IP wendet sich hingegen explizit an Einsteiger. Voraussetzungen sind ein Access Point und die entsprechende App. Alle dazugehörigen Komponenten lassen sich dann mit dem Internet-Protokoll IPv6 steuern. Bisher sind diese Elemente aber hauptsächlich auf die Heizungssteuerung ausgelegt, zudem sind die beiden Systeme wegen der Verwendung des IPv6 nicht kompatibel. Immerhin sollen sich aber Produkte von Drittanbietern einbinden lassen und für das CCU2-System verspricht ein Update die Kompatibilität mit der neuen Lösung. Leider ist das in umgekehrter Richtung nicht geplant.
      7. Devolo Home ControlDas Aachener Unternehmen Devolo liefert sonst Powerline-Lösungen, aber mit Home Control auch ein eigenes Programm für das intelligente Zuhause. Das Starterpaket umfasst die Zentrale, einen Kontaktsensor für Fenster oder Tür sowie eine Schaltsteckdose. Der Kostenpunkt liegt bei rund 200 Euro.Die Basis wird per LAN-Kabel mit dem Router verbunden, die Kommunikation mit den übrigen Geräten verläuft über Z-Wave. Zusätzlich zu den Devolo-eigenen Komponenten lassen sich so auch Drittanbietergeräte leichter einbinden. Die Steckdosen können darüber hinaus auch als Repeater eingesetzt werden. Einrichtung und Bedienung des Systems funktionieren per Webbrowser oder App, im möglichen Offline-Modus geht das allerdings nicht mehr von außen. Der Fokus auf einfacher Bedienbarkeit macht Home Control zudem einsteigerfreundlich.
      8. Belkin WeMoDas WeMo System von Belkin ist ganz auf die Steuerung des Smart Homes per App ausgelegt. Die verfügbaren Elemente – smarte Steckdosen, Leuchtmittel, Bewegungsmelder und Kameras – können über das Smartphone gemäß den eigenen Wünschen programmiert werden. Dazu können entweder feste Zeiten oder Szenarien angelegt werden, das Aufrufen ist auch von unterwegs möglich – Voraussetzung ist allerdings der Besitz eines mobilen Gerätes von Apple. Immerhin ist geplant, das bisherige Angebot an Komponenten um sechs weitere Sensoren zu erweitern. Der WeMo Water zur Kontrolle des Wasserverbrauchs ist allerdings noch in der Testphase.

Fazit – Leben in Smart Homes

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Smart Home Lösungen gibt es mittlerweile für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel – Wohnen im Haus der Zukunft ist also bereits jetzt möglich.

Wohnen im Haus der Zukunft ist inzwischen in vielen Bereichen auch in der Gegenwart möglich – nicht in dem von der Science-Fiction prophezeiten Ausmaß, aber in vielen Anwendungsbereichen doch mit recht umfangreichen Möglichkeiten. Problematisch bleibt allerdings nach wie vor die Vielzahl der Anbieter mit oftmals nicht kompatiblen Produkten.

Dennoch gibt es einige Einsteigerprodukte, die nicht nur in Sachen Anbringung und Einrichtung mit ihrer Bedienungsfreundlichkeit punkten, sondern darüber hinaus auch eine gute Grundlage für die weitere Vernetzung des Heimnetzes bieten. Gerade hinsichtlich der Zukunftsperspektive gilt es jedoch, sich mit den verwendeten Funkstandards auseinanderzusetzen. Die breite Unterstützung vieler Hersteller garantiert, dass das gewählte System auch langfristig aufgerüstet oder nachgerüstet werden kann.

Ansonsten bestimmt weitestgehend der eigene Geschmack über die Ausrichtung des Smart Home Systems: Je nach thematischem Schwerpunkt bieten verschiedene Lösungen unterschiedlich gute Möglichkeiten, wie das Beispiel der Sicherheitsorientierung der Gigaset Elements gezeigt hat. Starter Kits können aber dabei helfen, einen ersten Einblick in die Funktionsweise der Heimautomation zu gewinnen – ohne gleich Unsummen in das Projekt Eigenes Smart Home zu investieren.

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