Dämmwolle: unser großer Ratgeber, inklusive Preisen

Steinwolle, und Glaswolle gehören aktuell zu den beliebtesten Dämmstoffen, wenn es um die Innenraumisolierung geht. Vor allem Dachböden werden damit ausgestattet, hier sorgen die Materialien sowohl für einen Kälteschutz im Winter als auch für sommerlichen Hitzeschutz. Nebenbei hält die Dämmwolle noch den Schall fern und besitzt brandhemmenden Eigenschaften. Welches Material ist das Beste von den beiden genannten?

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Glaswolle zur Dämmung von Häusern

Die Eigenschaften von Glaswolle und Steinwolle

Glaswolle und Steinwolle gehören zu den Mineralwollen. Während die Glaswolle hauptsächlich aus Altglas, Soda, Sand und Kalk besteht, werden zur Produktion von Steinwolle verschiedene Gesteinsarten wie Basalt, Dolomit und Diabas herangezogen. Daraus ergeben sich die unterschiedlichen Eigenschaften der Materialien:

  1. Die Glaswolle besitzt ein besonders geringes Eigengewicht und ist äußerst formflexibel. Sie lässt sich hervorragend an Steildächern anbringen, denn man kann diesen Dämmstoff problemlos zwischen die Dachsparren klemmen. Seit 1998 werden nur noch Glasfasern ohne Krebsverdacht zugelassen, die sich im menschlichen Körper auflösen (Biolöslichkeit Klasse 40).
  2. Die Steinwolle bringt im Vergleich zur Glaswolle bessere schalldämmende Eigenschaften mit sich, außerdem hält sie Temperaturen bis etwa 1.000°C aus.  Das Material bringt allerdings ein deutlich höheres Gewicht mit, darum wird es hauptsächlich zur Bodenisolierung oder als Dämmstoff in Trennwandplatten verwendet. Die druckstabile Steinwolle absorbiert nach Einbau etwa die Hälfte der Schallwellen, seit 1995 gibt es gesundheitlich unbedenkliche, biolösliche Produkte auf dem Markt.
Unser Tipp: Damit eine Wand den Wärmedurchgangskoeffizienten von 0,2 erreicht, benötigt sie eine 17,5 bis 25 cm dicke Mineralwolledämmung. Der tatsächliche Wert orientiert sich am konkreten Material: Erkundigen Sie sich nach der entsprechenden Zentimeterzahl Ihres ausgesuchten Dämmstoffes, um besser vergleichen zu können.

Anwendungsgebiete für mineralische Dämmwolle

Durch unterschiedliche Herstellungsverfahren entsteht ein breites Angebot verschiedener Mineralfaser-Dämmstoffe. Einige Eigenschaften haben alle diese Dämmwolle-Produkte gemeinsam: Sie sind nicht brennbar, weisen Wasser ab, lassen sich leicht verarbeiten und besitzen eine lange Lebensdauer. Ihre Wärmeleitfähigkeit liegt zwischen 0,035 – 0,050 W/(mK), die zugeordnete Baustoffklasse ista je nach konkretem Produkt A1 oder A2 (nicht brennbar). Insgesamt trifft man die Materialien besonders häufig in praktischer Plattenform an, sie werden aber auch in großformatigen Matten geliefert. Glaswolle ist auch in loser Form erhältlich.

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Dämmwolle kann schnell und einfach zugeschnitten werden.

Die verschiedenen Hersteller produzieren Mineralwolleprodukte zu diesen unterschiedlichen Anwendungszwecken:

  • klemmfähige Dämmung von Schrägdächern
  • Flachdachdämmung in Plattenform
  • Fassadendämmung ebenfalls in Plattenform
  • Trittschalldämmung
  • Innenraumdämmung
  • vorgefertigte Trennwanddämmung
  • technische Isolierung

Hier sollte Dämmwolle nicht zum Einsatz kommen

Sowohl Glas- als auch Steinwolle eignet sich nicht zur Verwendung im bewitterten Bereich. Hierzu zählt sowohl die Außendämmung von Wänden und Dächern (z.B. auf dem Umkehrdach) als auch die Perimeterdämmung (Einsatz mit Erdberührung). Auch für die Fassadendämmung hinter einer Abdichtung sind diese Materialien nicht ausgelegt, sie sollten ausschließlich im Innenbereich zur Anwendung kommen.

Dämmwolle aus Mineralfasern ist nicht schimmel- und fäulnisresistent. Eine dauerhafte feuchte Lagerung führt so automatisch zur Materialzersetzung und Pilzausbreitung innerhalb der Bausubstanz. Auch Ungeziefer hält die Mineralwolle nicht fern, darum sollte eine exponierte Anbringung stets ausgeschlossen werden.

Diese Nachteile bringt die Dämmwolle mit sich

  1. Herstellung: Jede Art von Mineralwolle wird unter hohem Energieaufwand hergestellt, denn hier müssen Steine und Silikate geschmolzen und neu ausgeformt werden. Die dafür benötigten Temperaturen liegen bei 1.300 bis 1.500°C. Diese Zahlen lassen erahnen, dass die Dämmwolle keine besonders positive Ökobilanz aufweist und deshalb auch nicht zu den umweltfreundlichen Materialien gehört.
  2. Entsorgung: Auch die Entsorgung von Mineralwolle ist nicht ganz billig und bringt oft einen gewissen Aufwand mit sich. Für größere Arbeiten müssen Sie eine Fachfirma engagieren, Sanierungsprojekte mit eher kleinem Umfang dürfen Sie auch selbst durchführen. Vor allem für ältere Dämmwolle ist die Wiederverwertung aufgrund der potentiell krebserregenden Eigenschaften ausgeschlossen. Geben Sie das Material luftdicht in beschriftete Säcke verpackt ab, bei der Entsorgung werden meist Gebühren fällig.
  3. Dämmwert: Dämmwolle bietet zwar recht gute, aber bei weitem nicht die besten Dämmwerte. Polyurethanplatten (PUR) liegen beispielsweise bei 0,02 – 0,025 W/(m K), während Mineralwollprodukte erst bei 0,035 W/(m K) beginnen. Außerdem lassen sich PUR-Platten auch an Außenwänden verwenden.

Die Preise im Überblick

Dämmwolle liegt preislich zwischen 3,50 und 15 Euro pro Quadratmeter, je nachdem, welche Produktqualität Sie wählen. Es gibt dickschichtige Platten und Matten zu kaufen, ebenso wie dünne Materialien, häufig zu einem geringeren Preis. Achten Sie beim Kauf vor allem auf den Wärmedämmwert, um gut vergleichen zu können. Denn wahrscheinlich benötigen Sie für preisgünstige Varianten eine dickere Dämmschicht, die die finanzielle Ersparnis wieder zunichtemacht.

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Steinwolle für das Dach

Alukaschierte Dämmmatten kosten etwas mehr, doch die unkaschierte Variante ist in der Regel ebenso gut nutzbar. Das Aluminium sollte nicht als Ersatz für eine Dampfbremse genommen werden, wir empfehlen auf jeden Fall die zusätzliche Verwendung einer Spezialfolie. Auch hierfür entstehen Kosten, die sich aber im Bereich von unter 1 Euro je Quadratmeter bewegen.

Unser Tipp: Bedenken Sie auch die anfallenden Kosten für eine eventuell nötige Aufdopplung der Dachlatten und die Verkleidung ihrer neu gedämmten Wand: So entsteht eine solide Kostenschätzung.
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