Dachziegel kaufen – Preise und Wissenswertes zu Dachziegeln

Wer sich einmal mit Dachziegeln genauer befasst hat, wird erfahren haben, dass es erstaunlich viele unterschiedliche Varianten gibt. Beim Kauf ist vor allem auf ein hochwertiges, haltbares Material zu achten und die Möglichkeit zur sturmsicheren Verlegung. Welche Möglichkeiten bieten sich an – und wie sieht es mit den Kosten aus?

Dachziegel mit Falz sorgen für perfekte Abdichtung

Die meisten Dachziegel besitzen heute mindestens einen Falz an den Seiten, der für gute Abdichtung gegen Feuchtigkeit und eine relativ hohe Sturmsicherheit sorgt. Am Falz greifen die Ziegel so ineinander, dass sie wirklich fest auf dem Dach sitzen und kein Wasser mehr dazwischenfließt. Wer es noch sicherer haben möchte, verwendet Dachziegel, die auch am oberen und unteren Ende über einen Falz verfügen: So können Sie dem nächsten Unwetter beruhigt entgegensehen.

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Moderne Dachziegel müssen nicht teuer sein.

  • Flachdachziegel: Dieser Ziegel wurde speziell für flach geneigte Dächer entwickelt, er verhilft dem Regenwasser zum schnelleren Abtransport. Für echte Flachdächer eignet er sich nicht, doch je nach Unterdach können 10 oder 15 % Neigung durchaus genügen. Flachdachziegel besitzen eine spezielle Doppelverfalzung für besseren Halt, die Oberfläche wölbt sich sanft nach oben.
  • Hohlfalzziegel: Diese altbewährte Dachziegelart passt sowohl zu einem Alt- als auch zu einem Neubau. Der Ziegel sieht aus wie ein liegendes S und bildet deshalb wellenförmige Strukturen auf dem Dach. Das sieht gut aus und leitet das Regenwasser in kleinen, parallelen Bächen ab.
  • Strangfalzziegel: Bei dem Strangfalzziegel handelt es sich um eine neue Variante des eigentlich falzlosen Biberschwanzes. Während eine Biber-Einfachdeckung nicht ohne Schindelunterlage auskommt, kann diese moderne Ziegelart regenwasserdicht in einfacher Schicht verlegt werden. Der Ziegel lässt sich wohl im Verband als auch Fuge auf Fuge verlegen.
  • Doppelmuldenfalzziegel: Hierbei handelte es sich um einen weiterentwickelten Falzziegel, der auf einer Seite zwei Rippen und auf der anderen Seite eine Doppelnut besitzt. Er gilt durch die präzise gefertigte Pressform und die doppelte Sicherung als besonders sturmgeschützt und hat sich deshalb weit verbreitet.
  • Romanischer Ziegel: Optisch wirkt ein romanisches Ziegeldach wie eine typische Mönch-Nonne-Eindeckung, der Vorteil liegt aber in der viel einfacheren Verlegung. Anders als bei der genannten falzlosen Ziegelart besitzt der romanische Ziegel einen Seiten- und Kopffalz, der das Regenwasser zuverlässig ableitet. Die mediterrane Optik überzeugt viel Hausbesitzer, zu dieser Ziegelform zu greifen.
  • Reformziegel: Der Reformziegel ist ein typischer Renovierungsziegel, denn er lässt sich so verschieben, dass er für viele Lattenabstände brauchbar ist. Auf diese Weise lassen sich alte Dachlattungen ohne Veränderungen nutzen, insofern diese noch tragfähig sind. Die Verlegung funktioniert schnell und einfach, die schlichte Optik hält sich dezent zurück.

Echte Klassiker: Dachziegel ohne Falz mit nostalgischem Flair

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Gerne werden Dächer traditionell gedeckt.

Natürlich gibt es auch weiterhin Dachziegel ohne Falz im breitgefächerten Angebot der Fachmärkte. Hierbei handelt es sich oftmals um traditionelle Formen, die gern auch im Denkmalschutz eingesetzt werden. Aber auch Neubauten mit dem »gewissen Etwas« werden manchmal noch mit falzlosen Dachziegeln ausgestattet. Insgesamt sind Dachabdeckungen ohne Falz allerdings stark auf dem Rückzug, da man sie in der Regel in aufwändiger Kronen- oder Doppeldeckung verlegen muss. Hier einige Beispiele:

  • Hohlpfannenziegel: Der falzlose Hohlpfannenziegel wird auch Hohlziegel genannt, sein langer Eckanschnitt ermöglicht ein besonders dichtes Verlegen. Daraus ergibt sich ein harmonisches Dachbild, das vor allem bei denkmalgeschützten historischen Gebäuden und Fledermausgauben zu finden ist. Bei einem einfachen Ziegeldach sollte die Neigung mindestens 30 bis 35 Grad betragen, bei einem Dach mit Unterkonstruktion mindestens 20 bis 25 Grad. So wird maximale Regensicherheit erreicht.
  • Mönch und Nonne: Vom Namen her ist diese Dachziegelform sicher besonders bekannt, doch was steckt dahinter? Hier handelt es sich um einen zweiteiligen Ziegel, bei dem sich beide Elemente miteinander verkeilen. Jedes einzelne Teil sieht aus wie ein halbierter Hohlzylinder. In mediterranen Regionen wurden früher Klosterdächer mit dieser Eindeckung gegen Regen geschützt – doch mit etwas Fantasie ist die Bezeichnung »Mönch und Nonne« sicher auch noch anders erklärbar. Die Nonne liegt bei der Verlegung unten, der darüber gestülpte Mönch wird manchmal zusätzlich mit Mörtel gesichert. Mit Unterkonstruktion darf die Dachneigung nicht unter 34 Grad betragen, ohne Unterkonstruktion ist eine Mindestneigung von 40 Grad zu empfehlen. Unser Tipp: Sie mögen diese historische Eindeckungsart, möchten aber lieber Dachziegel mit Falz kaufen? Mönch und Nonne gibt es in moderner Variante auch als einteilige Ziegel mit Falzsystem. So erreichen Sie eine ähnliche Optik mit neuartigem Eindeckungsmaterial.
  • Biberschwanzziegel: Der Biberschwanz gehört zu den echten Klassikern unter den Dachziegeln, er war bereits im alten Griechenland bekannt. In früheren Zeiten hat man ihn auf Holzspießen verlegt, heute sich die Doppeldeckung als favorisierte Verlegevariante herauskristallisiert, aber auch die Kronendeckung ist relativ beliebt. Die abgerundeten Enden der Rundschnitt-Biberschwanzziegel bilden ein charakteristisches Deckbild, das in einigen Regionen weit verbreitet ist. Es gibt aber auch andere Schnittformen, wie zum Beispiel der Korbbogenschnitt oder das sogenannte Kirchenmäuschen.
  • Krempziegel: Krempziegel gab es bereits im 11. Jahrhundert, auch heute noch zieren sie viele historische Gebäude, beispielsweise im Harz. Der Ziegel wird überlappend verlegt, wobei die rundgebogene Seite sich immer über die hochstehende Kante des Nachbarziegels wölbt. Die Dachneigung sollte für diese Ziegelart nicht unter 35 Grad betragen.

Kosten für Dachziegel – mit diesen Preisen ist zu rechnen

Anhand der vorstehenden langen Liste von verschiedenen Dachziegeln wird ersichtlich, dass auch die Kosten höchst unterschiedlich ausfallen können. Die mannigfaltig geformten Ziegel warten zudem noch mit verschiedenen Herstellungsweisen und Materialqualitäten auf. Besonders preisgünstig sind Betondachziegel zu haben, deren reiner Materialpreis durchaus schon bei 20 Euro pro qm beginnt.

Die praktischen und sturmsicheren Doppelmuldenziegel erfreuen sich nicht nur aufgrund ihrer speziellen Eigenschaften großer Beliebtheit, auch die Kosten halten sich normalerweise in Grenzen: Ab etwa 25 Euro pro qm sind sie zu haben.

Flachdachziegel für leicht geneigte Dächer kosten ebenfalls in der Regel nicht viel mehr, ab 25 Euro je qm decken Sie damit Ihr Dach. Die berühmte Mönch- und Nonnen-Kombination nach historischem Vorbild ist oftmals mindestens doppelt so teuer: Kein Wunder, handelt es sich doch um eine Form der Doppeldeckung.

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Ein altes Dach neu decken – die Preise variieren stark!

Besonders luxuriös wird es bei einer Schieferabdeckung, bei der Sie mit mindestens 80 Euro je qm rechnen müssen. Oftmals reichen die Preise auch bis über 100 je qm hinaus.

Unser Tipp: Wünschen Sie sich eine richtig schicke Schieferoptik, doch der Preis ist Ihnen zu hoch? Greifen Sie eventuell auf Faserzementplatten zurück, die beinahe genauso aussehen aber sehr viel preisgünstiger sind.

Achten Sie beim Einkauf der Dachziegel vor allem auch auf die Tragfähigkeit Ihrer Dachkonstruktion. Manche Eindeckungen sind besonders schwer, hier ist vor allem der Betonziegel zu nennen. Aber auch Doppeldeckungen bringen ein ordentliches Gewicht mit sich, das ein besonders stabiles Dach erfordert.

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