Baukreditrechner – Aktuelle Baukreditzinsen in Deutschland im Vergleich

[toc levels=1 title=“Inhaltsverzeichnis“] Wenn Sie den Bau von einem Haus anstreben, müssen Sie viele unterschiedliche Dinge in Betracht ziehen. Oftmals scheitert es dabei schon an der Planung. Dabei sorgt eine gründliche und nachhaltige Planung für ein solides Fundament, um ein Darlehen in Angriff zu nehmen. Es gibt ein probates und sehr nützliches Hilfsmittel. Den Baukreditrechner. In diesem Ratgeber wollen wir uns nun mit diesem speziellen Rechner beschäftigen. Dabei gehen wir auf die Darlehenssumme, auf die Zinssätze, auf die Zinsbindung und die Tilgung ein. Zum Ende des Artikels geben wir Ihnen noch einige Beispiele, um zu verdeutlichen, welchen Einfluss die verschiedenen Faktoren auf den Kreditrechner nehmen.

Der Baukreditrechner – Hilfe bei der Planung Ihres Hausprojekts

haus wird gekauft

Die wollen ein Haus kaufen – zuerst sollte die Finanzierung stehen.

Wir haben nun schon angesprochen, dass die Planung einen sehr wichtigen Platz beim Hausbau einnimmt. Unter der Planung verstehen wir vor allem, dass die Summe, die zum Finanzieren benötigt wird, genau eruiert wird. Zum Anfang des Artikels wollen wir nun darauf eingehen, was Sie zu beachten haben und welche Kosten dabei entstehen können.

Wie können Sie die nötige Darlehenssumme berechnen?

Im Kreditrechner muss die Darlehenssumme eingegeben werden, diese ist jedoch genau zu ergründen und kann nicht aus dem Stehgreif geschätzt werden. Wie also können Sie den ungefähren Wert der Immobilien berechnen? Dafür unterteilen wir die benötige Summe in fünf Faktoren:

  • Grundstück
  • Haus
  • Hausanschlüsse
  • Außenanlagen
  • Nebenkosten

Den Großteil der Kosten verursachen natürlich das Haus und das Grundstück. Wir können Ihnen hierfür nur ungefähre Werte geben, da sich die Summen von Bundesland zu Bundesland und von Stadt zu Stadt unterscheiden. Wichtig ist bei der Suche vor allem die Lage. Je besser die Lage, umso teurer wird es. Für ein Grundstück in urbaner Lage müssen Sie mit ca. 400 € pro m² rechnen. Ein Grundstück mit 500 m² kostet also ca. 200.000 €. Für die Kosten für das Haus selber ist mit 2.500 € pro m² zu rechnen. Nehmen wir nun an, Sie streben ein Haus für Ihre Familie mit 120 m² an. Das würde einer Summe von 300.000 € entsprechen. Sie haben also nun die Kosten für Grundstück und Haus, die sich auf 500.000 € belaufen. Viele Verbraucher beenden an dieser Stelle die Kalkulation. Das schlussendliche Angebot ist damit aber noch lange nicht erreicht.

Kosten für Hausanschlüsse und Nebenkosten

Die Kategorie der Hausanschlüsse ist sehr wichtig. Oftmals muss ein Grundstück erschlossen werden. Schließlich benötigen Sie Wasser und Strom. Die Kosten dafür sind sehr unterschiedlich, von Gemeinde zu Gemeinde werden verschieden hohe Gebühren veranschlagt. Mit 10.000 € müssen Sie jedoch mindestens rechnen. Auch 20.000 € sind keine Seltenheit. Die Außenanlagen betreffen etwa die Garage, eine Pergola oder ein Gartenhaus. Je nach Größenordnung haben Sie zusätzlich mit 20.000 bis 50.000 € zu rechnen. Zum Abschluss kommen noch die Erwerbsnebenkosten hinzu. Dazu zählen der Architekt, Notar, Grundbucheintragen, Versicherungen und Steuern. Alles in allem sind das ca. 15 Prozent der Gesamtkosten.

Gesamtkosten für ein neues Haus

Rechnen wir also zusammen. Grundstück, Haus, Anschlüsse und Außenanlagen ergeben zusammen, wenn wir milde kalkulieren, 530.000 €. Hinzu kommen noch ca. 70.000 bis 90.000 € an Nebenkosten. Von der ursprünglichen Summe von Haus und Grundstück sind wir nun mindesten 100.000 € entfernt. Trotzdem ist es umso wichtiger, dass Sie möglichst genau kalkulieren, um im Kreditrechner ein valides Ergebnis erhalten zu können. Ist die Summe für Immobilien zu niedrig angesetzt, muss aufgestockt werden, was Kosten verursacht. Ist die Summe zum Finanzieren zu hoch angesetzt, gestalten sich die Gebühren unnötig hoch.

Das beeinflusst die angebotenen Baukreditzinsen

bakredit rechner

Mit der Hilfe eines Baukreditrechners können Sie die günstigsten Zinsen für eine Baufinanzierung finden.

Das Eigenkapital ist ebenfalls ein Faktor, der gerne vergessen wird. Ein gutes Darlehen kommt ohne Eigenkapital nicht aus. Wir befinden uns aktuell in einer Niedrigzinsphase. Viele Verbraucher überlegen deshalb, ob eine Vollfinanzierung nicht möglich wäre. Prinzipiell ist dieses Modell nur dann zu empfehlen, wenn eine Niedrigzinsphase vorliegt, die Kosten sind sonst viel zu hoch. Warum aber ist trotzdem davon abzuraten? Das liegt vordergründig daran, dass kaum eine Bank dieses Vorhaben unterstützt. Das Risiko ist viel zu hoch. Auch die Zinssätze steigen dadurch gewaltig an. Des Weiteren ist für Sie als Bauherr diese Methode ebenfalls nicht zu empfehlen. Das hat vor allem mit einem „worst-case“ zu tun.

Sind Sie nach einigen Jahren nicht mehr zahlungsfällig und müssen das Haus verkaufen, so sorgen die ganzen Nebenkosten dafür, dass Sie einen herben Verlust einfahren. Natürlich schützt auch Eigenkapital nicht vor der Zahlungsunfähigkeit. Aber Sie müssen bedenken, dass, wenn Sie das Haus verkaufen, mehr für Sie dabei herausspringt. Experten raten an dieser Stelle von einer Zwangsversteigerung und der daraus oftmals resultierenden Privatinsolvenz ab. Sprechen Sie sich rechtzeitig mit der Bank ab, sodass Sie zur Not selbst den Verkauf in den Hand nehmen können.

Mehr auch unter: http://www.faz.net/aktuell/finanzen/

Wie viel Eigenkapital ist notwendig?

eigenkapital höhe

Je mehr Eigenkapital sie besitzen, desto bessere Konditionen bekommen Sie bei der Finanzierung.

Eigenkapital ist eine gute Sicherheit. Die Bank erteilt somit bessere Konditionen und die Teilzahlung wird gedrückt. Eigenkapital unter 20 Prozent ist nicht zu empfehlen. Das liegt vor allem daran, dass die meisten Banken erst ab diesem Anteil ein Darlehen in Aussicht stellen. Im Baukreditrechner ist dies ebenfalls vermerkt. So ist zumeist anzugeben, wie teuer das Haus ist bzw. wie hoch der Wert zu beziffern ist, anschließend erst wird die Darlehenssumme eingegeben. Somit erfahren Sie unter anderem, wie hoch Ihr Eigenkapital ist. Experten empfehlen jedoch, dass das Eigenkapital bei zumindest 30 Prozent liegen sollte.

Wie kommen Sie zu Eigenkapital?

Der Rechner hat darauf freilich keine Antwort. Eigenkapital können Sie sich leihen, etwa bei der Familie oder im Freundeskreis. Wichtig ist nur, dass Sie dafür kein weiteres Darlehen aufnehmen, da das Ihre Bonität senkt und somit die Kosten für das Hauptdarlehen in die Höhe treibt. Das Bausparen ist hierbei eine sehr gute Alternative. Das Bausparen folgt dabei einem sehr einfachen Prinzip. Sie schließen bei einer Bausparkasse einen Vertrag ab und sparen Monat für Monat auf eine gewisse Summe hin, die quasi das Eigenkapital darstellt. Sobald das Sparziel erreicht wurde, erteilt Ihnen die Bausparkasse einen Zuschuss bzw. ein Darlehen, sodass Sie das Bauen nun in Angriff nehmen können. Viele Experten empfehlen dieses Modell, auch wenn die Herangehensweise eher konservativ ist. Jedoch bieten die Bausparkassen in Deutschland lukrative Angebote und Zinssätze, die auch von unserer Seite aus zu empfehlen sind.

Mehr zum Thema Eigenkapital: http://wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/eigenkapital.html

Wie wichtig sind die Zinssätze auf Baugeld?

günstige zinsen fuer haus

Wenn Sie vergleichen, können Sie auch heute noch durchaus günstige Zinsen für Ihr neues Haus bekommen.

Die Zinssätze sind das A und O von einem Baudarlehen. Im Kreditrechner selbst ist oftmals schon ein Wert eingetragen, der sich am aktuellen Markt orientiert. Momentan bewegen sich die Zinssätze bei ca. einem Prozent, wobei dies von unterschiedlichen Faktoren abhängig ist, welche wir nun zu erklären versuchen. Wenn Sie nun die Konditionen verschiedener Banken vergleichen, werden Sie feststellen, dass es einen Sollzins und einen Effektivzins gibt. Der Sollzins stellt dabei die Grundlage dar. Hierbei handelt es sich um die Kosten, die Jahr für Jahr dafür zu zahlen sind, dass die Bank ein Darlehen zur Verfügung stellt. Außerdem muss der Sollzins in Festzins und variable Zinssätze unterschieden werden.

Zur Zinsbindung kommen wir ein wenig später. Variable Zinssätze können sich prinzipiell Tag für Tag ändern und orientieren sich am Markt. Was aber ist der Effektivzins oder auch der effektive Jahreszins? Er beinhaltet vielerlei Kostenpunkte, die für einen höheren Zinssatz sorgen, sodass dieser Wert bei einer Gegenüberstellung die höchste Aussagekraft besitzt. Wodurch wird dieser bestimmt? Durch

  • den Sollzins
  • den Auszahlungskurs
  • die Tilgung
  • die Zinsfestschreibungsdauer
  • weitere Nebenkosten (beispielsweise Bearbeitungsgebühren der Bank)

Wodurch werden die Zinsen beeinflusst?

Tauchen wir nun ein wenig tiefer in die Materie ein. Es hat schon Erwähnung gefunden, dass der Markt einen massiven Einfluss hat. Doch was ist der Markt? Drei Kriterien sind hierfür entscheidend:

  1. EURIBOR
  2. LIBOR
  3. Leitzins der EZB

Der EURIBOR ist ein Referenzsatz für Termingeld in Euro das Interbankengeschäft betreffend. Vereinfacht ausgedrückt heißt das, dass dieser Wert wiedergibt, wie hoch die Zinssätze für Darlehen sind, die sich die Banken untereinander geben. Dieser Wert wird in unterschiedlichen Laufzeiten angeben, nämlich 1 Woche, 2 Wochen, 1 Monat, 2, 3, 6, 9 und 12 Monate. Bestimmt wird dieser Satz durch 32 Kreditinstitute und das täglich. In den News können Sie den aktuellen Satz verfolgen. Die 15 Prozent der höchsten und niedrigsten Sätze werden rausgenommen, um die Wahrscheinlichkeit von Absprachen und Manipulationen zu verringern. Der LIBOR ist im Endeffekt dasselbe. Hierbei handelt es sich um international in London tätige Banken, die diesen Satz bestimmten. Lediglich die mittleren 50 Prozent der Werte werden für die Berechnung berücksichtigt.

Abschließend erklären wir nun kurz den Leitzins der EZB. Die EZB ist die Europäische Zentralbank, welche ihren Sitz in Frankfurt am Main hat. Nun können sich die Banken nicht nur untereinander Geld leihen, sondern dies auch bei der EZB vornehmen. Der Leitzins gibt dabei an, wie hoch die Gebühren für die Banken sind, wenn sie bei der EZB ein Darlehen aufnehmen. Diese Werte werden, zumindest in der Theorie, mit einem Aufschlag direkt an die Kunden der Geldinstitute weitergeleitet. Diese drei vorgestellten Faktoren beeinflussen die Zinssätze für Geldprodukte, wie ein Konto, beispielsweise ein Tagesgeldkonto oder Girokonto, aber natürlich auch Darlehen.

Was beeinflusst den effektiven Jahreszins?

paar architekt

Sie sind mit der Planung mit dem Architekten fertig. Dann ist die Finanzierung der nächste Schritt.

Kommen wir nun auf die Laufzeit zu sprechen. Die Laufzeit beschreibt den Tilgungsplan bzw. die Dauer des Kredites. In der Regel ist es so: Je länger die Laufzeit, umso höher der Effektivzins. Für Sie hat das zur Bedeutung, dass die Kosten für die Kredite ansteigen. Bei einer Hausfinanzierung ist dieser Faktor genau zu überprüfen. Eine lange Laufzeit drückt zwar die monatliche Teilzahlung, aber das hilft Ihnen wohl wenig, wenn Sie dafür 50 Jahre lang das Darlehen abstottern müssen. Hier heißt es: einen gesunden Mittelweg finden. Entscheidend ist hierbei die Zinsbindung.

Was ist die Zinsbindung bei Baukreditzinsen?

Für die Hausfinanzierung ist dieser Aspekt maßgeblich. Vor allem beeinflusst er den Effektivzins sehr stark. Wir haben Ihnen vorhin bereits erklärt, was unter einem variablen Zins zu verstehen ist. Es wäre für die Planungssicherheit einer Hausfinanzierung katastrophal, wenn sich die Zinssätze ständig ändern würden. Also besteht die Möglichkeit, dass Sie eine Zinsbindung anstreben. In der Regel beläuft sich diese auf 5 bis 30 Jahre. Theoretisch kann diese auch auf ein Jahr festgesetzt werden. Da wir uns aktuell in einer Niedrigzinsphase befinden, ist es sehr lukrativ, wenn Sie eine lange Zinsbindung anstreben.

Allerdings können Sie sich diese Zinssätze nicht ohne Aufschlag sichern. Der aktuelle Effektivzins bei einer Bindung über fünf Jahre beträgt 1,3 Prozent. Bei 10 Jahren sind es schon 1,9 Prozent. Streben Sie eine Bindung über 30 Jahre an, sind schon knapp 3 Prozent zu verzeichnen. Was ist also ein gesundes Mittelmaß? Dafür eine valide Aussage zu treffen ist relativ schwierig.

Das niedrige Zinsniveau wird sich in den nächsten Jahren garantiert ändern, erste Entwicklungen deuten darauf bereits hin. Eine Bindung über 5 Jahre hinweg ist also deutlich zu kurz. In den Beispielen, die wir am Ende ausführen werden, werden Sie sehen, welch gravierende Unterschiede diese Zinsbindung annehmen kann. Wir empfehlen eine Bindung von zumindest zehn Jahren bis maximal zwanzig Jahren. In diesem Zeitraum ist eine Volltilgung nicht komplett unrealistisch.

Mehr dazu auch unter: http://www.baukreditrechner.at/

Wie sieht ein guter Tilgungsplan aus?

Nachdem nun die wichtigsten Faktoren für die Gegenüberstellung der Angebote aufgezeigt wurden, wollen wir uns nun damit beschäftigen, wie ein guter Tilgungsplan auszusehen hat. Auch hierfür werden wir ein paar Beispiele anführen. Die Tilgung beschreibt im Endeffekt das Abzahlen des Kredits. Das Problem dabei ist häufig, dass die Verbraucher einen zu niedrigen anfänglichen Tilgungssatz wählen. Wir erklären, worin die Problematik besteht. Die Zinssätze werden stets auf die Restschuld übertragen. Das heißt, wenn Sie eine geringe Tilgungsrate wählen, sind Sie länger damit beschäftigt, Zinssätze abzuzahlen. Die Monatsrate besteht aus zwei Faktoren. Dem Darlehen und den Zinsen. Deshalb ist es enorm wichtig, dass Sie zu Anfang möglichst viel von der Kreditsumme tilgen, um nicht an den Zinssätzen zu ersticken. Wie können Sie das nun angehen? Zwei Möglichkeiten:

  • Fixe Raten
  • Flexible Raten

Was ist der Unterschied? Bei einer fixen Teilzahlung zahlen Sie Monat für Monat gleich viel. Das bedeutet, dass der Zinsanteil mit der Zeit abnimmt und der Tilgungsanteil zunimmt. Diese Möglichkeit nehmen die meisten Verbraucher wahr, dadurch ergibt sich eine hohe Planungssicherheit. Was die Kosten betrifft, ist jedoch eine flexible Abzahlung eher zu empfehlen. So haben Sie am Anfang relativ hohe Raten zu löhnen, die mit der Zeit weniger werden. Der Hintergrund dabei ist klar. Sie zahlen immer den gleichen Anteil an der Tilgung, wobei mit der Zeit die Zinssätze geringer werden, bis Sie schlussendlich nur noch tilgen. Um das zu veranschaulichen, gehen wir nun drei Beispiele durch.

  1. Anfängliche Tilgung von einem Prozent
    Um das Ganze etwas anschaulicher gestalten zu können, nehmen wir eine schöne gerade Summe. Der Darlehensbetrag beläuft sich auf 100.000 €. Die Tilgung im ersten Jahr beläuft sich also auf 1.000 €. Nach fünf Jahren haben Sie eine Restschuld von 94.300 €. Nach 20 Jahren ist die Restschuld bei 65.700 €. Sie sehen also, dass Sie nach 20 Jahren gerade einmal ein Drittel des Darlehens abbezahlt haben. Das sollte nicht Ihr Ziel sein.
  2. Anfängliche Tilgung von drei Prozent
    Nun wird es ein wenig interessanter. Im ersten Jahr tilgen Sie demnach 3.000 €. Nach 5 Jahren beträgt die Restschuld 83.000 €, das sind also über 10.000 € weniger. Nach 20 Jahren ist das Darlehen vollständig getilgt. Für ein Darlehen in der Höhe von 100.000 € ist diese Variante also zu empfehlen.
  3. Anfängliche Tilgung von fünf Prozent
    Dieses Beispiel hat zur Folge, dass bereits im ersten Jahr 5.000 € getilgt worden sind. Nach fünf Jahren beträgt die Restschuld 71.700 €. Schon nach nicht einmal 15 Jahren haben Sie Ihre Finanzierung komplett getilgt und stehen schuldenfrei da.

Den passenden Rechner, um das mit Ihren eigenen Werten zu berechnen finden Sie hier: http://www.kreditvergleich.net/finanzrechner/tilgungsplan/

Was ist eine Sondertilgung?

Sie haben die Möglichkeit, neben den monatlichen Raten, hin und wieder auch eine Sonderzahlung vorzunehmen, um die Kreditlast zu senken. Diese Sonderzahlung wird als Sondertilgung bezeichnet. Darüber müssen Sie bereits vor Abschluss des Vertrages verhandeln. Üblicherweise sind fünf bis zehn Prozent auf diesem Weg zu tilgen, ohne dass dafür Gebühren seitens der Bank anfallen. Zumeist ist eine solche Sondertilgung einmal im Jahr erlaubt. Allerdings variieren diese Zahlen mitunter sehr stark. Wenn Sie eine Erbschaft in Aussicht haben oder eine Versicherung im Zeitraum des Kredits ausläuft und Sie somit über zusätzliche Liquidität verfügen, dann ist dieser Schritt unbedingt zu empfehlen. Schnell und einfach lassen sich die Gebühren für die Kredite senken, sodass Sie schneller schuldenfrei sind.

Mehr zur Sondertilgung: http://www.stern.de/noch-fragen/was-genau-ist-eine-sondertilgung-1000001989.html

Was ist eine Anschlussfinanzierung?

Ein Rechner eignet sich auch dafür, um eine etwaige Anschlussfinanzierung zu berechnen. Doch was ist darunter zu verstehen? Nach dem Ende der Zinsbindungsfrist haben Sie nun drei verschiedene Möglichkeiten, um sich weitere lukrative Konditionen zu sichern:

  • Sie bleiben bei Ihrer Bank.
  • Sie machen eine Umschuldung.
  • Sie schließen ein Forward-Darlehen ab.

Mehr zum Thema Anschlussfinanzierung: http://www.test.de/thema/anschlussfinanzierung/

Was passiert, wenn Sie bei Ihrer Bank bleiben?

beratung bank

Lassen Sie sich von Ihrer Bank gut beraten

Natürlich versuchen Sie nun eine neue Zinsbindung zu vereinbaren. Wiederum geht es darum, wie lange diese Bindung laufen sollte. Viele Verbraucher gehen den bequemen Weg und bleiben bei der Bank. Das ist in den meisten Fällen ein Fehler, der Sie teuer zu stehen kommen kann. Banken bieten für Neukunden stets gute Bedingungen, Bestandskunden haben hierbei das Nachsehen. Wenn es nun um die Anschlussfinanzierung geht, sollten Sie das Angebot Ihrer Hausbank studieren und einen Vergleich vollziehen.

Finden Sie nur marginal bessere Angebote, rentiert sich der Schritt nicht, schließlich sind damit Kosten verbunden. Liegen die Zinssätze jedoch um 0,2 Prozent besser, wenn Sie wechseln, dann sollten Sie dies auch tun, da sich somit die Kosten decken und Sie einen „Gewinn“ einfahren. Vernachlässigen Sie aber den Service nicht. Ein guter Service sorgt für hohe Zufriedenheit.

Was ist eine Umschuldung?

Bei einer Umschuldung wechseln Sie die Bank. Im Endeffekt haben wir im vorherigen Absatz schon die wichtigsten Dinge aufgezeigt. Wie schon gesagt, vernachlässigen Sie die Gebühr nicht. Von Vorteil ist jedoch, dass der Papierkram in der Regel von der neuen Bank übernommen wird, sie freut sich schließlich über jeden neuen Kunden. Zumeist ist dieser Schritt zu empfehlen.

Was ist ein Forward-Darlehen?

Sie befinden sich nun in der Zinsbindungsfrist, die in drei Jahren abläuft, wollen sich aber die aktuell sehr lukrativen Zinssätze sichern? Dann ist das Forward-Darlehen eine sehr gute Alternative. Natürlich erhalten Sie diese Zinssätze nicht eins zu eins. Wiederum ist mit einem Aufschlag zu rechnen. Bis jedoch der Kredit aufgenommen wird, fallen keine Gebühren an. Diese Möglichkeit können wir ebenfalls empfehlen. Vor allem dann, wenn Sie momentan ein paar Jahre vor Ende der Bindungsfrist stehen, ist dieser Schritt sehr vorteilhaft. Bei einer Vorlaufzeit von drei Jahren beträgt der Zinssatz aktuell unter drei Prozent. Bei einer Vorlaufzeit von vier Jahren beträgt der Satz knapp über drei Prozent. Bei der Zinsentwicklung in den nächsten 1-2 Jahren können Sie profitieren. Vergessen Sie jedoch nicht, dass auch ein Risiko besteht. Die Kündigung von einem Forward-Darlehen ist mit hohem Aufwand und ebenso hohen Kosten verbunden.

Mehr zum Thema Forward-Darlehen: http://www.zeit.de/2013/17/wohneigentum-forward-darlehen

Zum Abschluss von diesem Ratgeber wollen wir Ihnen nun noch vier verschiedene Beispiele geben, damit Sie einen Überblick erhalten, was unterschiedliche Angaben in einem Baukreditrechner für Auswirkungen haben können. Wir variieren dabei die Sollzinsbindung und die anfängliche Tilgungsrate, wodurch sich auch der Zinssatz verändert. Die Darlehenssumme beträgt stets 100.000 Euro.

  1. Bedingungen: Bindung über fünf Jahre, anfänglicher Tilgungssatz 1 %, Sollzins 1,39 %
    Die Summe der Tilgung im ersten Jahr beträgt also 1.000 €. Die monatliche Darlehensrate ist bei 199,17 € anzusetzen. Davon fallen 115,83 € auf die Zinssätze, jedoch nur 83,33 € auf die Tilgung selbst. Wie sieht es nun am Ende der Zinsbindung aus? Sie haben 5.174,74 € von der Gesamtsumme getilgt. Außerdem haben Sie 6.775,26 € an Zinssätzen gezahlt. Nehmen wir nun außerdem an, dass nach Ende der Zinsbindung der Satz um 2 % steigt. Das würde bedeuten, dass Ihre Teilzahlung auf 357,11 € steigt.
  2. Bedingungen: Bindung über fünf Jahre, anfänglicher Tilgungssatz 5 %, Sollzins 1,39 %
    Im ersten Jahr tilgen Sie also eine Summe von 5.000 €. Die Monatsrate liegt in diesem Beispiel bei 532,50 €. Der Anteil der Zinssätze liegt bei 115,83, wie im oberen Beispiel. Hier macht die Tilgung selbst 416,67€ aus, was einem Anteil von fast 80 % entspricht. Am Ende der Zinsbindung haben Sie bereits 25.873,72€ getilgt. An Zinssätzen waren 6.076,28 Euro fällig. Nehmen wir nun wieder an, dass der Sollzins nach der Bindungsfrist um 2 % steigt, so würde die Rate 655,53 € betragen.
  3. Bedingungen: Bindung über 15 Jahre, anfänglicher Tilgungssatz 1 %, Sollzins 2,52 %
    Sie tilgen also wie im Beispiel eins im ersten Jahr 1.000 Euro. Die Monatsrate liegt bei 293,33 €, wobei 210 € auf die Zinssätze fallen und 83,33 auf die Tilgung. Nach Ablauf der Bindungsfrist haben Sie 18.205,74 € getilgt, die Zinszahlungen belaufen sich auf 34.594,26 €. Sollten nach Ende der Bindungsfrist die Zinssätze um 2 % ansteigen, würde die Teilzahlung auf 429,40 € steigen.
  4. Bedingungen: Bindung über 15 Jahre, anfänglicher Tilgungssatz 5 %, Sollzins 2,52%
    Im ersten Jahr tilgen Sie nun wieder 5.000 €, wie im zweiten Beispiel. Die monatliche Rate beträgt dabei 626,76 €, wobei 210 € auf die Zinssätze fallen und 416,67 € der Tilgung entsprechend. Am Ende der Bindungsfrist haben Sie 91.028,70 € getilgt, sodass kaum noch eine Restschuld übrig ist. An Zinssätzen haben Sie 21.771,30 € gezahlt. Sollten nach Ablauf der Bindungsfrist die Zinssätze um 2 % steigen, würde die monatliche Teilzahlung 640,35 € betragen.