Badfliesen – die schönsten Fliesen für das Bad

Fliesen im Bad sind nicht einfach nur praktisch, aufgrund der großen Dekorvielfalt findet auch jeder das Passende für seinen Geschmack. So wird das Badezimmer zur einladenden Wohlfühloase, die auch optisch sehr viel zu bieten hat. Doch sollte man sich bei der Fliesenauswahl nicht allein auf visuelle Eindrücke verlassen, hier geht es schließlich auch um Qualität und ein ausgewogenes Preis-Leistungs-Verhältnis. Lesen Sie hier, was Sie beim Badfliesenkauf beachten sollten, um anschließend richtig zufrieden zu sei.

Die Badfliese: vom Luxusobjekt zum Alltagsprodukt

Die keramische Fliese ist viele tausend Jahre alt, bereits in der Antike schmückten reiche Haushalte damit ihre Böden und Wände. Allerdings zu Anfang hauptsächich in Ägypten, Mesopotamien und Persien – die Mauren brachten die wertvollen Beläge schließlich mit nach Südeuropa, von wo sie allmählich in Richtung Norden wanderten.

Für den Durchschnittsbürger waren diese Wand- und Bodenverzierungen allerdings unerschwinglich, auch eigene Baderäume blieben noch lange Zeit den wohlhabenden Gesellschaftsschichten vorbehalten. Heute findet man Fliesen in fast jedem Gebäude, denn mit der industriellen Produktion sanken die Preise und die praktischen Beläge wurden zur Alltagsware. Hier erfahren Sie, welche Flieseneigenschaften im privaten Bereich notwendig sind und was die Kürzel auf den Packungen bedeuten.

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Ein Beispiel für ein modernes Badezimmer

Warum sollte ich für das Bad verfliesen?

Fliesen gelten bei uns zwar traditionell als die typischen Badezimmerbeläge, doch ergeben sich inzwischen auch andere Alternativen: Zum Beispiel werden von einigen Herstellern spezielle Feuchtraumlaminate und sogar badezimmergerechte Parkettböden angeboten. Doch Badfliesen besitzen so viele Vorteile, dass die meisten Menschen sich gar nicht davon lösen möchten.

  • wasserfestes Material
  • mit wasserfestem Mörtel dauerhaft feuchteresistent
  • leicht zu reinigen
  • hygienische Oberflächen (pilz- und bakterienresistent)
  • allergikergeeignet
  • keine schadstoffhaltigen Ausdünstungen
  • keine Aufnahme von Feuchte oder Stoffen aus der Luft
  • für Heimwerker relativ einfach zu verlegen
  • gut geeignet für Fußbodenheizung
  • lange Lebensdauer bei entsprechend hoher Qualität
Unser Tipp: Defekte Fliesen lassen sich relativ leicht ersetzen, doch das macht nur dann Sinn, wenn Sie sich einen gewissen Vorrat zurückgelegt haben. Denken Sie also beim Einkauf daran, nicht nur den Verschnitt zu berechnen, sondern auch einen Fliesenüberhang zum Zurücklegen mit einzuplanen.

Vergessen Sie bei aller Freude über die vielen Vorteile aber nicht, dass sich Fliesen ohne zusätzliche Fußbodenheizung unter den Füßen sehr kalt anfühlen: Wenn Sie also schnell frieren, sollten Sie sich zumindest ein paar kuschelige Badvorleger anschaffen.

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verschiedene Fliesengrößen

Die wichtigsten Kriterien beim Kauf von Badfliesen

Wer seine Wunschfliesen nach rein optischen Kriterien wählt, erlebt eventuell später eine Enttäuschung: Für eine lange Haltbarkeit spielen Abriebfestigkeit und Widerstandsfähigkeit eine große Rolle, denn was nützen die schönsten Fliesen, wenn sie schon nach kurzer Zeit erste Verschließerscheinungen zeigen. In wenig genutzten Räumen können durchaus auch Fliesen verlegt werden, die diesbezüglich nicht viel aushalten, das Badezimmer gehört auf keinen Fall dazu. Achten Sie also auf die entsprechenden EURO- und DIN-Normen, um genau zu erfahren, mit welcher Qualität Sie es zu tun haben.

Hier ein Blick auf die offiziellen Abriebklassen:

  • Abriebklasse I: für wenig beanspruchte Böden, die mit weichen Sohlen betreten werden, hält keiner kratzenden Verschmutzung stand, kaum noch im Angebot, da sehr geringe Beanspruchungsmöglichkeiten
  • Abriebklasse II: für leicht beanspruchte Böden, die auch mit normalem Schuhwerk betreten werden, hält bedingt kratzenden Verschmutzungen stand, Einsatzmöglichkeiten in Nebenräumen privater Wohnbereiche
  • Abriebklasse III: für mittelstark beanspruchte Böden, die auch mit normalem Schuhwerk betreten werden, hält zumeist kratzenden Verschmutzungen stand, einsetzbar theoretisch im gesamten Wohnbereich, für Bad und Küche eingeschränkt empfehlenswert
  • Abriebklasse IV: für stark beanspruchte Böden sowohl im privaten als auch im öffentlichen Bereich, begehbar mit normalem Schuhwerk, hält kratzenden Verschmutzungen auch bei stärkerer Frequenz stand, sehr gut für private Badezimmer geeignet.
  • Abriebklasse V: für sehr sehr beanspruchte Böden bei hohem Publikumsverkehr, hält höchsten Beanspruchungen stand, vor allem im gewerblichen Bereich eingesetzt, hervorragend für private Badezimmer geeignet, doch nicht unbedingt notwendig

Ein weiterer Normwert, der Auskunft über die Haltbarkeit der Badfliesen gibt, ist die Ritzhärte. Hier geht es ganz speziell um die Widerstandsfähigkeit der keramischen Glasur gegen Verkratzungen, die nach der MOHS-Skala von 1 bis 10 festgelegt wird. Die MOHS-Werte von Fliesen im Einzelnen:

Fliesen, die für das Badezimmer geeignet sind:

  • MOHS 3: befriedigend für die Nutzung im Bad, leichte badezimmerübliche Beanspruchung möglich
  • MOHS 4: gut für die Nutzung im Bad, mittlere badezimmerübliche Beanspruchung möglich
  • MOHS 5: sehr gut geeignet im Bad, starke badezimmerübliche Beanspruchung möglich

Fliesen, die sich auch für den Wohnbereich eignen:

  • MOHS 6: gut für die Nutzung in Wohnräumen geeignet, mittlere Beanspruchung möglich
  • MOHS 7: sehr gut für die Nutzung im Wohnbereich geeignet, starke Beanspruchung möglich
  • MOHS 8 und 9: hervorragend für die Nutzung im Wohnbereich geeignet, sehr starke Beanspruchung möglich

Natürlich sind die Fliesen mit Ritzhärte 6 bis 9 ebenfalls hervorragend für die Nutzung im Badezimmer geeignet, allerdings ist ihre Verwendung nicht unbedingt nötig: Badezimmer werden eher selten mit schmutzigen, kratzenden Schuhen betreten, sondern eher in Socken oder mit nackten Füßen. Straßenschmutz gelangt kaum hinein, auch Scherben gibt es seltener als zum Beispiel in der Küche.

Die Rutschhemmung: Bloß nicht hinfallen!

Rutschhemmende Oberflächen sind im Bodenfliesenbereich sehr wichtig, vor allem dann, wenn es zwischendurch mal nass wird. Achten Sie beim Feuchtraumfliesenkauf also besonders auf Trittsicherheit, damit in Ihrem Bad keine Unfälle geschehen. Die Einteilungsskala geht von R9 bis R13, mit für den Nass- und Barfußbereich angehängten Buchstaben. Für private Bäder sind die Klassen R9 bis R11 relevant:

  • R9 für leichte Rutschfestigkeit in Küche, Bad und Eingangsbereich
  • R10 für mittlere Rutschfestigkeit im Bad und auf der Terrasse
  • R11 für hohe Rutschfestigkeit im Bad, hauptsächlich im nassen Duschbereich

Der Buchstabe A steht für einen zusätzlichen Schutz für leicht feuchte Bereiche, die barfuß betreten werden. Der Buchstabe B kennzeichnet Fliesen, die eine besondere rutschhemmende Wirkung für nasse Bereiche bietet, die barfuß betreten werden.

Unser Tipp: Kleinteilige Mosaikbeläge wirken von sich aus rutschhemmend, die vielen Fugen entfalten einen Bremseffekt. Besonders empfehlenswert sind solche auch optisch reizvollen Verzierungen in ebenerdigen Duschen und in den Austrittsbereichen von Wanne und Dusche. Glänzendes Mosaik bremst weniger als die matte Ausführung.

Raumoptik mit Badfliesen verbessern

Beziehen Sie auch die Raumoptik in Ihre Kaufentscheidung mit ein, denn geschickt gewählte Fliesen werten das Bad insgesamt auf. Große Fliesenformate lassen einen eher kleinen Raum größer wirken, während sich kleinteilige Fliesen eher für Badezimmer mit viel Platz eignen. Auch helle Farben wirken vergrößernd, ein strahlendes Reinweiß oder ein sanftes Cremeweiß ist zudem mit einer breiten Palette von Tönen kombinierbar.

Dunkle Fliesen sind hauptsächlich für größere Badezimmer empfehlenswert, doch am besten in Kombination mit bunten und hellen Tönen, sonst wird die Stimmung zu düster. Auch starkfarbige Fliesen sollten eher sparsam eingesetzt werden, zum Beispiel im Kontrast zu Anthrazit. Investieren Sie so viel Zeit wie möglich in die Planungsphase, damit das Ergebnis Sie auch auf Dauer zufriedenstellt!

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